Posse um Besuch: Burundis Bildungsminister kommt ins Rathaus
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Karlsruhe/Bujumbura (smj/ps) - Tom Hoyem (67), Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe, hat Oberbürgermeister Heinz Fenrich einen exotischen Besucher beschert. Am Donnerstag kommt zum Stehempfang der Bildungsminister von Burundi, Saidi Kibeya, ins Karlsruher Rathaus. Dem ging eine von vielen als Posse gesehene „Abfuhr“ auf Landesebene voraus.
Burundi: das ist ein kleines, dicht besiedeltes Land im Osten von Afrika. Burundi liegt am Tanganjika-See, grenzt im Norden an das auf eine ähnliche Geschichte blickende Ruanda und im Westen an die Republik Kongo. Eigentlich ist das 8,4 Millionen Einwohner zählende Land seit 1985 offizieller Partnerstaat von Baden-Württemberg. Doch die Bande nach Stuttgart wurden 1993 jäh unterbrochen durch Bürgerkrieg und Militärherrschaft. Die „Wiederbelebung“ stockt.
Das reiche Baden-Württemberg auf der einen, das bettelarme Burundi auf der anderen Seite. Größer könnte der Kontrast kaum sein. Es sei höchste Zeit für „ein intensiveres Engagement des Landes“, sagt die Grüne Landtagsabgeordnete Gisela Splett aus Karlsruhe. Splett, 2006 neu ins Stuttgarter Parlament gewählt, engagiert sich seit fast zwei Jahren für den ehemaligen Kolonialstaat Burundi. Doch die Stuttgarter Landesregierung zeigt – entgegen eines Landtagsbeschlusses von Dezember 2007 – offenbar derzeit wenig Interesse an dem ostafrikanischen Land. Mehrfach wurden vergangenes Jahr geplante Delegationsreisen verschoben.
Nun kommt der Minister aus Burundi, dessen Besuch schon seit Monaten fest steht – seit Sonntag weilt er bereits in Potsdam und in Berlin – eben nicht nach Stuttgart, sondern nach Karlsruhe. Möglich gemacht hat den Besuch in der ehemaligen badischen Residenz ein ehemaliger Minister: Tom Hoyem. Der gebürtige Däne, der seit dem Jahr 2000 die Europäische Schule in Karlsruhe leitet, ist bewandert auf „dem politischen Parkett“.
Er war selbst schon einmal Minister, und zwar konkret zwischen 1982 und 1987 in der Kopenhager Regierungsmannschaft von Poul Schlüter, zuständig für die Insel Grönland. Auch in einer liberalen dänischen Partei hat sich Hoyem über Jahre hinweg engagiert – seit 2004 sitzt er zudem für die FDP im Karlsruher Stadtrat: Und hat daher mittlerweile ganz offenbar auch „einen kurzen Draht“ zum Oberbürgermeister der Stadt.
Als er von den Schwierigkeiten mit dem Ministerbesuch gehört habe, sei schnell die Entscheidung gefallen, Kibeya an die Europäische Schule in Karlsruhe einzuladen und auch für die Kosten aufzukommen. Landtagspräsident Peter Straub hatte kürzlich signalisiert, man tue sich „aus haushaltsrechtlichen Gründen“ schwer, die Kosten des Tagesprogramms für die kleine Delegation zu übernehmen. Das ist bei der Europäische Schule in Karlsruhe offenbar weniger bürokratisch handhabbar. In Brandenburg informiert sich Kibeya und die burundische Delegation nach Agenturberichten bei ihrem Besuch schon seit Sonntag über die Jugend-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik im Osten Deutschlands.
Der Besuch im Süden Deutschlands wurde auf Vermittlung des in Köln beheimateten Vereins „Burundikids“ vorbereitet. Tom Hoyem, der am Donnerstag kurz vor 11 Uhr die Delegation in der Europäischen Schule in der Waldstadt empfangen wird, hofft „auf einen guten Burundi-Tag“. Die mit sechs Sprachzügen seit den 60er Jahren in Karlsruhe beheimatete internationale Schule unterstützt bereits seit rund zwei Jahren eine Partnerschule in Burundis Hauptstadt Bujumbura. Um 13 Uhr wird Minister Saidi Kibeya dann im Sitzungssaal im Rathaus empfangen.
In Bezug auf eine kleine Pressenotiz in einer Stuttgarter Tageszeitung vom Wochenende, in der Tom Hoyem als „politischer Tausendsassa“ bezeichnet wird, meinte der mehrsprachige Schulleiter launig in einer englisch geschriebenen Mail gegenüber ka-news: „I will stay as headmaster until Europäische Schule Karlsruhe has an Internat so that we can enlarge our Einzugsgebiet - not with Burundi -, but with Stuttgart and the rest of the world.“ Zu Deutsch: er werde so lange Schulleiter in der Waldstadt bleiben, bis man dort auch ein Internat eingerichtet und das Einzugsgebiet – zwar nicht bis nach Burundi – aber doch bis Stuttgart und den Rest der Welt ausgedehnt habe. Der Anfang mit dem Ministerbesuch in Karlsruhe scheint gemacht.
Das reiche Baden-Württemberg auf der einen, das bettelarme Burundi auf der anderen Seite. Größer könnte der Kontrast kaum sein. Es sei höchste Zeit für „ein intensiveres Engagement des Landes“, sagt die Grüne Landtagsabgeordnete Gisela Splett aus Karlsruhe. Splett, 2006 neu ins Stuttgarter Parlament gewählt, engagiert sich seit fast zwei Jahren für den ehemaligen Kolonialstaat Burundi. Doch die Stuttgarter Landesregierung zeigt – entgegen eines Landtagsbeschlusses von Dezember 2007 – offenbar derzeit wenig Interesse an dem ostafrikanischen Land. Mehrfach wurden vergangenes Jahr geplante Delegationsreisen verschoben.
Nun kommt der Minister aus Burundi, dessen Besuch schon seit Monaten fest steht – seit Sonntag weilt er bereits in Potsdam und in Berlin – eben nicht nach Stuttgart, sondern nach Karlsruhe. Möglich gemacht hat den Besuch in der ehemaligen badischen Residenz ein ehemaliger Minister: Tom Hoyem. Der gebürtige Däne, der seit dem Jahr 2000 die Europäische Schule in Karlsruhe leitet, ist bewandert auf „dem politischen Parkett“.
Er war selbst schon einmal Minister, und zwar konkret zwischen 1982 und 1987 in der Kopenhager Regierungsmannschaft von Poul Schlüter, zuständig für die Insel Grönland. Auch in einer liberalen dänischen Partei hat sich Hoyem über Jahre hinweg engagiert – seit 2004 sitzt er zudem für die FDP im Karlsruher Stadtrat: Und hat daher mittlerweile ganz offenbar auch „einen kurzen Draht“ zum Oberbürgermeister der Stadt.
Als er von den Schwierigkeiten mit dem Ministerbesuch gehört habe, sei schnell die Entscheidung gefallen, Kibeya an die Europäische Schule in Karlsruhe einzuladen und auch für die Kosten aufzukommen. Landtagspräsident Peter Straub hatte kürzlich signalisiert, man tue sich „aus haushaltsrechtlichen Gründen“ schwer, die Kosten des Tagesprogramms für die kleine Delegation zu übernehmen. Das ist bei der Europäische Schule in Karlsruhe offenbar weniger bürokratisch handhabbar. In Brandenburg informiert sich Kibeya und die burundische Delegation nach Agenturberichten bei ihrem Besuch schon seit Sonntag über die Jugend-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik im Osten Deutschlands.
Der Besuch im Süden Deutschlands wurde auf Vermittlung des in Köln beheimateten Vereins „Burundikids“ vorbereitet. Tom Hoyem, der am Donnerstag kurz vor 11 Uhr die Delegation in der Europäischen Schule in der Waldstadt empfangen wird, hofft „auf einen guten Burundi-Tag“. Die mit sechs Sprachzügen seit den 60er Jahren in Karlsruhe beheimatete internationale Schule unterstützt bereits seit rund zwei Jahren eine Partnerschule in Burundis Hauptstadt Bujumbura. Um 13 Uhr wird Minister Saidi Kibeya dann im Sitzungssaal im Rathaus empfangen.
In Bezug auf eine kleine Pressenotiz in einer Stuttgarter Tageszeitung vom Wochenende, in der Tom Hoyem als „politischer Tausendsassa“ bezeichnet wird, meinte der mehrsprachige Schulleiter launig in einer englisch geschriebenen Mail gegenüber ka-news: „I will stay as headmaster until Europäische Schule Karlsruhe has an Internat so that we can enlarge our Einzugsgebiet - not with Burundi -, but with Stuttgart and the rest of the world.“ Zu Deutsch: er werde so lange Schulleiter in der Waldstadt bleiben, bis man dort auch ein Internat eingerichtet und das Einzugsgebiet – zwar nicht bis nach Burundi – aber doch bis Stuttgart und den Rest der Welt ausgedehnt habe. Der Anfang mit dem Ministerbesuch in Karlsruhe scheint gemacht.
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Strukturdaten
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Burundi
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Baden-Württemberg
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|---|---|---|
| Einwohner | 8,390 Mio. E. | 10,747 Mio. E. |
| Fläche | 27.834 km² | 35.751 km² |
| Bevölkerungsdichte | 280 E./ km² | 300 E./km² |
| Hauptstadt | Bujumbura | Stuttgart |
| Amtssprache | Französisch, Kirundi | Deutsch |
| Bruttoinlandsprodukt/ Einwohner |
ca. 128 US-Dollar | ca. 40.415 US-Dollar |
| Währung | Burundi-Franc | Euro |




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