48  

Karlsruhe Polizei zieht Fazit: Erstmals wieder weniger Einbrüche in Karlsruhe

Jahrelang gaben die Fallzahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche Anlass zur Sorge. Nach einem dramatischen Anstieg scheint nun aber die Trendwende geschafft: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Karlsruher Polizei erstmals wieder weniger Einbrüche als noch in den Jahren zuvor. Vor allem aus den Großstädten rücken die Täter offenbar ab - und schlagen dafür auf dem Land zu.

"Die Trendumkehr ist geschafft", so die Nachricht Ende Januar aus der Landeshauptstadt Stuttgart. Innenminister Reinhold Gall (SPD) zeigt sich mit den Zahlen zu den Wohnungseinbrüchen des Jahres 2015 mehr als zufrieden.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent zurückgegangen: Während man in Baden-Württemberg 2014 noch knapp 13.500 Einbruchsdelikte zählte, waren es im vergangen Jahr 12.255 Fälle. Die Trendwende im Bereich der Einbruchskriminalität macht dabei auch vor der Fächerstadt nicht Halt.

Täter schlagen immer häufiger auf dem Land zu

Über Jahre gaben die Zahlen hier Anlass zur Sorge. 2013 kam es hier zu einem drastischen Anstieg der Einbruchskriminalität: Waren es 2012 noch 1.164 Einbrüche im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe, explodierte die Zahl im Folgejahr auf beinahe 2.000 Fälle (1.927). 2014 kam es zu einem weiteren Anstieg: 2.011 Fälle registrierte das Karlsruher Polizeipräsidium.

Der dramatische Anstieg veranlasste die Polizei zum Handeln: An Kriminalitätsschwerpunkten waren verstärkt Fußstreifen im Einsatz, im Mai wurde eine "Besondere Aufbau-Organisation" (BAO) ins Leben gerufen, die die Zusammenarbeit der Referate verbessern und als Schnittstelle für Informationen dienen sollte. Die Maßnahmen hätten nun Wirkung gezeigt, erklärt die Karlsruher Polizei am Freitag: Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums sind die Zahlen erstmals wieder gesunken. Im Vergleich zu 2014 sei es gelungen, die Fallzahlen im Bereich Wohnungseinbruch um 16,2 Prozent auf 1.686 Fälle zu reduzieren.

Wohungseinbrüche Statistik 2015

(Der Karlsruher Polizeipräsident Günther Freisleben sieht das erklärte Jahresziel einer mindestens zweistelligen prozentualen Absenkung deutlich übertroffen. Quelle: Polizei Karlsruhe.)

"Damit fiel die positive Bilanz noch erfreulicher aus als im Landesdurchschnitt", so das Polizeipräsidium in einer Presseerklärung. Besonders deutlich zeigt sich der neue Trend in den Städten: In Karlsruhe konnte bei den Einbrüchen ein Rückgang von 29 Prozent, in Pforzheim sogar von 49 Prozent erreicht werden. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen, so die Karlsruher Polizei, konnte gleichzeitig um weitere 2,8 Prozent auf 16,3 Prozent erhöht werden.

Beim Blick auf die Zahlen zeige sich allerdings ein Stadt-Land-Gefälle, so das Polizeipräsidium. Man beobachte, dass Täter seltener in Ballungsräumen und dafür vermehrt in ländlichen Regionen zuschlagen würden, erklärt ein Sprecher der Karlsruher Polizei im Gespräch mit ka-news. Über die Gründe hierfür kann die Polizei nur mutmaßen. "Das Täterverhalten könnte sich verändert haben", so der Pressesprecher. Es sei möglich, dass Täter durch die hohe Polizeipräsenz in den großen Städten auf ländliche Gebiete ausweichen könnten. Gesicherte Erkenntnisse gebe es allerdings nicht.

Karlsruher Polizei schlüsselt Nationalitäten auf

Sichere Erkenntnisse gibt es allerdings über die Nationalität der Täter. Am häufigsten begingen Deutsche Wohnungseinbrüche: Bei insgesamt 144 ermittelten Tatverdächtigen stammten 64 Personen aus Deutschland (44,4 Prozent). Bei den restlichen 55,6 Prozent handelt es sich um Ausländer. Die meisten Tatverdächtigen stammten dabei aus Georgien (20) und Serbien (5).

Nationalität 2014 2015 Asylbewerber
Deutschland 62 64 -
Georgien 59 20 15
Serbien 6 5 -
Ungeklärte Nationalität 9 5 -
Albanien 1 4 2
Algerien 3 4 4
Kosovo 0 4 1
Rumänien 9 4 -

(Die Tabelle zeigt die Unterteilung der am häufigsten vertretenen Nationalitäten von insgesamt 144 ermittelten Tatverdächtigen.)

Bei 28 ausländischen Tatverdächtigen handelte es sich 2015 um Asylbewerber. Damit machten Asylbewerber 2015 laut Polizeistatistik rund 19 Prozent aller Tatverdächtigen aus.

Mehr zum Thema:

 Karlsruher Polizei twittert eine Woche über Einbrüche und Sicherheit  

"Precobs" in Karlsruhe: Neue Polizei-Software soll Einbrüche vorhersagen

Einbrüche in der Urlaubszeit: So machen Sie Ihr Heim sicherer! 

Polizei sorgt sich: Karlsruhe hat ein Problem mit Kriminalität aus Osteuropa

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (48)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!