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Karlsruhe Piraten kritisieren KVV-Videoüberwachung: Beleuchtung statt Kameras

Die Piratenpartei Karlsruhe-Land fordert wirkungsvolle Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung im ÖPNV. Den Einsatz "teurer und nahezu nutzloser Überwachungstechnik" durch den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) lehnen die Piraten in einer Pressemitteilung allerdings ab. Sie fordern stattdessen eine bessere Beleuchtung von Haltestellen und den Einsatz eines Sicherheitsdienstes.

Die Piratenpartei beruft sich in einer Pressemitteilung auf einen ka-news-Bericht. Demnach hat der KVV bislang fast eine Million Euro in die Installation von Videoüberwachungseinrichtungen investiert.

Der Schaden durch Sachbeschädigungen habe sich durch diese Maßnahme zwar verringert. Die Zahlen der Polizei würden aber auch zeigen, dass die Fälle von Raub und Körperverletzung in den Bahnen zugenommen hätten, so die Piraten. Gleiches gelte für Straftaten im Haltestellenbereich. Auch hier sei die bei Überwachungsmaßnahmen übliche Verlagerung der Kriminalität zu erkennen, heißt es weiter.

"Für knapp eine Million Euro hätte man viele Haltestellen besser beleuchten können"

"Kameras helfen nicht gegen Gewaltverbrechen, denn diese werden meist spontan begangen", so Sven Krohlas, Bundestagskandidat der Piratenpartei aus Dettenheim. "Im Gegenzug werden ehrliche Bürger einem Überwachungsdruck ausgesetzt, der zu konformem Verhalten zwingt. Ich selbst habe bereits Kinder beim Rangeln in der Bahn beobachtet; nachdem sie jedoch die Kameras entdeckt hatten, verstummten sie sofort und saßen vollkommen ruhig auf den Plätzen - aus Angst vor Beobachtung. Wenn dies das gewünschte Ergebnis ist, halte ich die Maßnahme für ausgesprochen fragwürdig."

Nach Berechnungen der Piraten würden die durch den Rückgang bei den Sachbeschädigungen entstandenen Ersparnisse, wenn man die bisherige Entwicklung fortschreibt, gerade einmal annähernd die Investitionskosten für den KVV decken. Doch Kosten für Betrieb und Wartung fehlten in der Rechnung des KVV.

Dabei gäbe es nach Meinung der Piraten durchaus Maßnahmen, die helfen würden, nicht nur das subjektive Sicherheitsempfinden, sondern auch die objektive Sicherheit selbst zu erhöhen. "Eine bessere Beleuchtung von Haltestellen oder der Einsatz eines Sicherheitsdiensts nach Vorbild der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten wären hier denkbar. Und für knapp eine Million Euro hätte man viele Haltestellen besser beleuchten können", so Krohlas.

Siehe auch:

KVV: 964.000 Euro für Videokameras - weniger Schäden in Bahnen

Kriminalität in Karlsruher Straßenbahnen: Angstraum ÖPNV?

KVV: Immer mehr Bahnen mit Videoüberwachung - Schadensfälle gehen zurück

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  • 0
    unbekannt
    (134 Beiträge)

    16.03.2013 18:56
    ja zu Video, aber bitte richtig nnd effizient
    wir wurden agepöbelt und beim Aussteigen dies leute dern Müll-Abfälle über uns geworfen - dann gigne die Türen zu und die BAhn fuhr ab.
    Wir wollten die Täter ermittlen und den Videobeweis haben.
    Lt. KVV hat man dort aber keinen Zugrif auf die Daten, dazu muss man erst wieder eine Anzeige bei der Polizei gegen UNBEKANNT erstatten. Bis diese dann greift, sind die Bilder längst gelöscht.

    So ein unbrauchbares System finden wir echt Spitze!
    Bei der KVV war man hörbar froh, uns so leicht abwimmeln zu können.
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  •   JeanneDarc
    (361 Beiträge)

    06.03.2013 20:04
    wir
    basteln uns eine Zeitmaschine - und holen aus "meiner" Zeit -also so 1400 und ein paar zerkrümelte ein paar Ritter mit Schwertern und dicken fetten Rüstungen. Da trraut sich keiner mehr Unfug zu machen -und billiger als heutige Security dürften die auch sein. Einfach ein bisschen Mett....dann geht das schon zwinkern Kriminellen Maenner wird dann der Kopf mit dem Schwert abgetrennt und Frauen kommen auf den Scheiterhaufen zwinkern
    (wer den Eintrag jetzt bierernst nimmt ist selber schuld zwinkern )
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.03.2013 20:27
    Und...
    ...da man sicherlich in irgendeiner religiösen Schrift eine passende Stelle findet, berufen wir uns auf die Religionsfreiheit grinsen
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.03.2013 17:12
    Kameraüberwachung
    Ich bin positioniere mich da mal in der Mitte, ich halte den linken Standpunkt (Kamera = Überwachungsstaat) genauso übertrieben wie den rechten Standpunkt (jawoll, überwacht jeden Feldweg).

    Kameraüberwachung ist eine Sache, die nicht sein müßte, wenn es nicht so viel Kriminalität gäbe. Es mag sein, daß Kameraüberwachung für eine Art Disziplinierung der im Blickfelde stehenden sorgt. Aber dies ist ja auch Sinn und Zweck der Sache.

    Die Alternative wäre, mehr Zivilcourage und Gesetze, die auch die Eingreifenden schützen und notfalls Schadensersatz zahlen. Da könnten mal Politiker und/oder Parteien von links bis rechts eine Initiative starten.

    Zu den Bahnen: Die KVV macht das ja auch nicht zum Spaß, sondern wohl auch um Gewalttaten zu verhindern. Da diese Bänder nur im Hintergrund laufen und auch nur kontrolliert werden, wenns notwendig ist, habe ich auch kein Problem, in der Nase zu bohren. Juckt keinen, sieht wahrscheinlich eh keiner und nach 48h isses gelöscht.
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.03.2013 17:16
    Teil II
    Ich habe auch noch in keiner Bahn erlebt, daß deswegen die Leute "disziplinierter" seien. Ich finde es aber gerade in den Nachtstunden gut, wenn die Bahn überwacht wird, da man nie weiß was da so für Typen rumlaufen. Ich suche aber auch nicht zielstrebig danach.

    Das mit der Beleuchtung ist so ein Widerspruch, erstens sind die Bahnen i.d.R. beleuchtet und zweitens geschehen die meisten Straftaten in Innenstadtbereichen/große Kreuzungen/Plätze, die i.d.R. auch beleuchtet sind.

    Die eingebrachte "Alternative", jeder Bahn zwei Schutzmänner zur Verfügung zu stellen - erstens kaum finanzierbar, die die das fordern regen sich als erstes auf wenn die Ticketpreise hochgehen - und zweiten: Ist der "Überwachungsdruck" nicht viel größer, wenn reale Personen jeden beobachten? Kommt man sich bei mehreren strammen Securities in der Bahn nicht unwohler vor als ein paar Kameras, wo man davon ausgehen kann, daß die Bänder eh keiner durchschaut?
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.03.2013 17:22
    Teil III
    Ich bin aber auch nicht der MEinung, daß man jeden Winkel überwachen sollte, da es natürlich auch ein Mißtrauen gegenüber den Bürgern ist. Da muß man eben abwägen, ob der Schaden auf das Wohlbefinden durch "Überwachungsdruck" höher ist als der verhinderte Schaden.

    Wegen ein paar Graffitis Kameras zu installieren lohnt sich nicht, wenn dort aber alle zwei Wochen einer abgestochen wird, dann schon. Ebenso verlagert sich natürlich auch Kriminalität und wer wirklich was anstellen will, macht das ohnehin wo ganz anders.

    Wichtiger als Kameras oder Schutzmänner finde ich härtere Gesetze gegen Straftäter und ein viel stärkerer Schutz und Täter-Opfer-Ausgleich für die Opfer oder eingreifende Bürger. Es darf nicht sein, daß hilfsbereite Bürger vor den Kadi gezerrt werden, weil sie so einem Messerstecher zweimal statt einmal eins auf die Nuß hauen, um sicherzugehen, daß er nichts mehr anstellt. Aber damit haben ja die Grünen auch ihr Problem. Also, was soll die Diskussion?
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  •   timo
    (2935 Beiträge)

    06.03.2013 18:16
    wenn dort aber alle zwei Wochen einer abgestochen wird
    Ist mir neu, dass das in den Karlsruher Straßenbahnen der Fall ist.

    "mehreren strammen Securities in der Bahn"
    Die könnten wenigstens eingreifen - anders als eine Kamera.
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  •   runsiter
    (11979 Beiträge)

    06.03.2013 19:38
    Pro Bahn
    zwei Angels, dann wäre Ruhe. Das Geschrei will mal hören, was dann angestimmt würde.

    Okay, das wäre etwas übertrieben, könnte auch ein neutraler Sicherheitsdienst übernehmen. Nur wird so etwas nicht finanzierbar sein.
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  •   juanzorro
    (889 Beiträge)

    06.03.2013 19:43
    Hmm
    also ist zumindest in der S11 Richtung Albtal schon so, dass ab einer gewissen Uhrzeit zwei, drei Security-Mitarbeiter kontrollieren. Meines Wissens sorgen die auch bei Stress für Ruhe grinsen

    Die müssen ja auch bezahlt werden.

    Vielleicht gibt es vernünftige Kompromisslösungen (mit denen dann sogar wir Piraten leben können ... :P ) als nur rein auf Videoüberwachung zu setzen.
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.03.2013 18:21
    Man könnte...
    ...auch die Gesetze so ändern, daß sich die Mitbürger trauen, einzugreifen - dann könnte man sich den ganzen Quatsch schenken.
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