Patricia Waller: Häkelkünstlerin

Patricia Waller, geboren 1962 in Santiago de Chile, kam im Alter von sechs Jahren nach Deutschland. '85 nimmt sie ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe auf und widmet sich dort verstärkt der Bildhauerei. Als Meisterschülerin von Professor Otto Herbert Hajek schließt sie '90 mit dem Diplom ab.

'92 wird sie Mitglied im Institut für die Beobachtung des Abdingbaren. Es folgen diverse Auslandsstipendien in Belgien, den USA und Frankreich. So ließ sie dem DAAD-Stipendium '93 in Gent zwei Jahre später einen Aufenthalt im Columbia College Chicago, und vier Jahre später das Stipendium Cité Internationale des Arts in Paris folgen.

Patricia Waller verstrickt sich buchstäblich in ihren tiefsinnigen Häkelobjekten, seien es in Gläser eingelegte Organe und Gliedmaßen, verkabelte Monster, grüne Aliens, Tellergerichte oder flimmernde Monitorwände. Dabei werden oft auf den ersten Blick scheinbar harmlose Dinge als gefährliche Missstände unserer Gesellschaft enttarnt und werfen existenzielle und ethische Fragen auf.

Die zeitkritische Künstlerin, die ihre Arbeiten thematisch gern im gewohnten Ambiente des Alltags ansiedelt, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Seit 1989 stellt Patricia Waller regelmäßig aus. Ihre Werke konnten bisher unter anderem in der Akademie der Künste Berlin, den Städtischen Museen Heilbronn, dem Badischen Kunstverein Karlsruhe sowie in Galerien in Chicago, Paris, Wien und Budapest bewundert werden.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Klein, rothaarig, fleißig.

Was ist Ihre größte Stärke?
Ich bin sehr zäh und ausdauernd. Man braucht in meinem Beruf einen "langen Atem".

Was ist Ihre größte Schwäche?
Es scheint sich zu widersprechen, aber ich gehe manchmal sehr ungeduldig und chaotisch an die Arbeit.

Was würden Sie im Leben noch gerne erreichen?
Ich würde gerne "gut" von der Kunst leben können, d.h. noch viele Ausstellungen im In- und Ausland realisieren, mit entsprechenden Ankäufen von Sammlern und Museen.

Was schätzen Ihre Freunde am meisten an Ihnen?
Ich kann gut zuhören und habe in auswegslosen Situationen immer viele Ideen, wie man die Probleme aus der Welt schaffen kann.

Was hassen Ihre Feinde am meisten an Ihnen?
Ich wüsste nicht, dass ich welche hätte.

Was macht Sie total wütend?
Wenn mir jemand, vor allem bei der Arbeit, unnötig Steine in den Weg legt, die Zeit und Kosten verursachen.

Drei Dinge die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen wollen?
Ich gehe mal davon aus, dass Sie eine sonnige Südseeinsel meinen, dann würde ich viel Wolle und eine Häkelnadel mitnehmen, einen Fernseher und eine Handy. Dann könnte ich es eine ganze Weile dort aushalten...

Wenn der Tag 48 Stunden hätte, was würden Sie mit der gewonnenen Zeit anfangen?
Ich würde noch mehr arbeiten und wahrscheinlich auch noch mehr Bier trinken.

Wenn Sie einen Tag im Leben mit jemandem tauschen könnten - wer wäre das?
Mein Freund, dann wüsste ich wie es in seinem Kopf aussieht.

Warum sollte man in Karlsruhe leben?
Weil es eine sonnige Stadt ist, mit Baggerseen, Biergärten und einem recht umfangreichen Kulturprogramm.

Was sollte man an Karlsruhe ändern?
Die Finanzierung von manchen Dingen durchsichtiger gestalten.

Welches sind für Sie die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Da fällt mir konkret niemand ein, aber ich mag Menschen, die sich mit viel Engagement und Initiative für eine Sache einsetzen, und ihre Ziele klar formulieren können.

Was würden Sie tun, wenn Sie "König/in" von Deutschland wären?
Ganz sicher besser leben, ich könnte mir durchaus vorstellen im Karlsruher Schloss zu wohnen und zu arbeiten. Grundsätzlich würde ich mir Gedanken über die Berufs- und Lebenssituation von Randgruppen, wozu ich auch Künstler zähle, machen. Da gibt es sicher einiges zu verändern und zu verbessern.

Wer soll Deutschland in naher Zukunft regieren?
Jemand, der nicht nur die nächste Wahl im Kopf hat, und große Versprechungen macht, sondern für viele Menschen positive Veränderungen schafft.

Drei Personen, auf die die Welt nicht verzichten kann / konnte?
Den größten Künstler, den intelligentesten Philosophen, den besten Wissenschaftler.

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