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Neues Rettungsdienstgesetz: DRK verweigert die 112 noch immer [13]

Karlsruhe (ber) - Erst die Abschaffung der Notrufnummer 19222, jetzt die vom Ministerrat geplante Novellierung des Rettungsdienstgesetzes - sowohl der Bund als auch das Land beschäftigen sich zur Zeit intensiv mit einer verbesserten notärztlichen Versorgung. Die Änderungen kommen nach wie vor nicht überall gut an: Auf seiner Internetseite wirbt das DRK Karlsruhe immer noch für die 19222.

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Rettungsdienst
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(Symbolbild)
Foto: dpa

Die notärztliche Rettung steht auf dem Prüfstand: Der Ministerrat nahm sich der Novellierung des Rettungsdienstgesetzes am Mittwoch, 15. Juli, an und stimmte dem Gesetzentwurf zu. "Mit der Gesetzesnovelle wollen wir die Gewinnung von Ärzten für den
Notarztdienst verbessern, um so eine angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der notärztlichen Notfallrettung
sicherzustellen", erklärte Gesundheitsministerin Monika Stolz. Bald soll auch der Landtag darüber entscheiden, ob Krankenhäuser zukünftig dazu verpflichtet sind, bei Bedarf auch herkömmliche Ärzte - und nicht wie bisher nur Notärzte - für den Notarztdienst zu stellen.

Kostenausgleich für die Weiterbildung

Damit einhergehend werde aber auch, wie aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit und Soziales hervorgeht, die Möglichkeit geschaffen, einen vollen Kostenausgleich für den Aufwand und die Weiterbildung geltend zu machen. Die Novellierung des Gesetzes bestätigt aber auch nochmals die im März vom Bund beschlossene Abschaffung der Notrufnummer 19222. Mit dem Gesetzesentwurf stünden Feuerwehr und Rettungsdienst künftig ausnahmslos in der Pflicht, gemeinsam die Trägerschaft einer integrierten Leitstelle zu übernehmen - und zwar einheitlich unter der Nummer 112.

"Wir bleiben bei der 19222"

Gesagt, getan - von wegen. Der Karlsruher Kreisverband des Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht sich bislang immer noch nicht gezwungen, die gesetzlichen Forderungen umzusetzen. In knalligem Rot prangt die Notrufnummer nach wie vor auf der Seite des DRK. Nur so könne auch während eines Sturms gewährleistet werden, dass Notfälle gegenüber vollgelaufenen Kellern vorrangig behandelt. Die 112 sei in einem solchen Fall vollkommen überlastet, findet Jörg Biermann, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. "Wir bleiben bei der 19222", bestätigt er deshalb und beruft sich wiederholt auf die Abmachung mit dem Ministerium für Arbeit und Soziales (siehe auch: "Abschaffung der Notrufnummer 19222 - nicht alle ziehen mit").

"Es kann nicht sein, dass es nicht umgesetzt wird"

Das sieht Susanne Keller, die Pressesprecherin des Ministeriums, aber ganz anders. "Es kann nicht sein, dass es nicht umgesetzt wird", so die Pressesprecherin. Zumal es technisch entgegen der Behauptungen durchaus möglich sei. Es gehe schließlich auch um die Interessen der Bürger. Die 112 sei ohne Vorwahl und Kosten auch mit einem Handy ohne Guthaben wählbar. Von einer Abmachung habe sie auf jeden Fall noch nie etwas gehört. Das Gesetz bestehe seit März, folglich bestehe auch die Pflicht, den Gesetzesinhalt umzusetzen. An anderen Stellen habe es auch überhaupt keine Probleme gegeben. Nur sieben Leitstellen hätten die Forderungen noch nicht umgesetzt.

"Das ist schon seit Jahren so ein Wischiwaschi"

Keine Probleme - das kann Biermann im Gespräch mit ka-news nur belächeln. Er kenne genügend Leitstellen, welche die zeitlichen Vorgaben ebenso wenig einhalten würden. Davon abgesehen habe bislang niemand mit ernsthaften Konsequenzen gedroht. "Das ist schon seit Jahren so ein Wischiwaschi", findet Biermann. Die eine Hand wisse einfach nicht, was die andere mache.

Mehr zu: Rettungsdienstgesetz Notrufnummer Novellierung DRK

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Kommentare [13]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (369 Beiträge) | 16.07.2009 15:41
    Lächerlich...
    was das DRK sich da leistet. Kundenorientierung sieht anders aus...
  • (651 Beiträge) | 16.07.2009 18:53
    Was soll der Aufstand???
    Was soll der Aufstand vom DRK?? Was glauben die eigentlich wer sie sind? Gesetze sind dazu da , sie auch einzuhalten.
    dann dieser Satz... bisher hat niemand mit ernsthaften Konsequenzen gedroht.. Aha... ich setze ein Gesetz erst dann um wenn mir gedroht wird.. Interessante Ansichten.
    Aber wie dem auch sei... Bei einem Notfall , egal welcher Natur , ruf ich eh die 110 oder 112 an. Geholfen wird da ebenso.
  • unbekannt
    (3 Beiträge) | 16.07.2009 20:16
    Dritte Notrufnummer absolut erforderlich
    Das is totaler Schwachsinn, was das Ministerium da macht.
    Das Argument vom DRK ist absolut berechtigt. Bei jedem Gewitter rufen tausende von Leuten bei der 112 an, weil ihre Keller mit Wasser vollgelaufen sind. Wenn aber zur gleichen Zeit ein Mensch einen Herzinfakt hat und vielleicht reanimiert werden muss, hängt der Notruf minutenlang in der Warteschleife. Das kann es meiner Ansicht nach nicht sein. Bestes Beispiel ist die Leitstelle Rhein-Neckar...da hängt man teilweise bis zu fünf Minuten in der Leitung der 112 bis sich da mal jemand meldet. Bis dann der Rettungsdienst dort is braucht man au nimmer anfangen noch was zu machen. Meiner Meinung nach sollte man lieber eine dritte Notrufnummer einführen wie in Österreich, die man au vom Handy aus erreichen kann. Die 113 zum Beispiel. Dann kann man genau entscheiden ob man die Feuerwehr, die Polizei oder den Rettungsdienst will!!!
  • (1119 Beiträge) | 16.07.2009 20:54
    das DRK
    ist ein krorrupter haufen und hat erst mal sich im sinn da felle davonschwimmen. man sollte nur mal sehen wie sie mit eigenen mitarbeitern umgehen - siehr drk insolvenzen.
  • (1119 Beiträge) | 16.07.2009 20:58
    @ swini80
    europäisches recht bricht nationales recht.
  • (13748 Beiträge) | 16.07.2009 21:04
    @swini
    Im Prinzip vollkommen richtig. Problematisch wirds eben wenn man das dann immer weiter aufsplittet. Notarzt und Feuerwehr sollte man jedenfalls trennen. Feuerwehr primär wenn es brennt. Notarzt für medizinische Notfälle. Wenns brennt kommt der Notarzt eh mit. Und bei Verkehrsunfällen ruft man die Polizei, die entscheidet ja dann ob man Notarzt und/oder Feuerwehr braucht. Aber trotzdem ist das verdammt schwierig, weil die Grenzen da halt so fliessend sind. Und wenn jemand zB einen schweren Unfall hatte, keine Sau weit und breit ist und der irgendwas ins Telefon stammelt muss sowieso der ganze Apparat in Bewegung gesetzt werden.
  • (4 Beiträge) | 16.07.2009 23:39
    Notrufe unterscheiden ?
    Als Argument gegen die Integration wird aufgeführt, dass man am Klingeln nicht unterscheiden könne, ob jemand wegen eines Herzinfarktes oder wegen eines umgestürzten Baumes anrufe. Wie unterscheidet denn das DRK, ob jemand wegen eines Herzinfarktes anruft oder lediglich weil er wissen möchte, welche Apotheke denn gerade Notdienst hat ? Das ist ja lächerlich...
  • unbekannt
    (3 Beiträge) | 17.07.2009 01:06
    @ hetfield
    Klar ließe sich das immer weiter aufsplitten. Aber ich würde sagen, bisher hat es auch immer ganz gut geklappt mit dem Weiterleiten. Die Leitstelle in der Notruf des Unfall/Brand etc. als erstes eingeht, informiert die anderen. Wo liegt das Problem?
  • unbekannt
    (3 Beiträge) | 17.07.2009 01:13
    @ Muck
    Das Argument mit der Vermittlung des Apothekennotdienstes oder auch der Zahnarztnotdienste durch die Rettungsleitstelle ist absolut in Ordnung. Dafür sollte es extra Hotlines geben, die keine Notrufnummer belegen!! Insofern hat das DRK Nachholbedarf...
  • (343 Beiträge) | 21.07.2009 23:27
    @swini80
    Diese Argumentation greift nicht wirklich, weil seltsamerweise bundesweit keiner dieses Problem hat (nur im DRK KA und ein paar andere "Rebellen"), oder glaubst Du wirklich, dass z.B. in Hamburg, wo der Rettungsdienst schon immer von roten Autos statt von weißen gemacht wird, jemand in die dargestellten Gefahr kommt?
    Ein Engpass ist eher ein personelles Thema und keines der Organisation.
  • (17 Beiträge) | 22.07.2009 10:42
    Lobbyisten sind das Problem
    Lobbyisten sind das Problem an der ganzen Sache. Rettungsdienst ist heutzutage leider ein knallhartes Geschäft, und nach wie vor hat das DRK da quasi eine Monopolstellung. Diese will es natürlich behalten, was aus Sicht des DRK auch legitim ist. Welche andere Firma lässt sich schon gerne etwas von ihrem Kuchen wegnehmen?
    Der Rettungsdienst sollte ebenso wie es die Feuerwehr schon immer war in die Hand der Kommunen gelegt werden, sinnvollerweise auf Landkreisebene aufwärts (damit nicht jedes Dorf einen Rettungswagen und dessen Besatzung finanzieren muss).
    Und zum Wohle der Bürger sollte endlich eine Zusammenarbeit stattfinden zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst, die nicht erst am Ort des Einsatzes stattfindet, sondern bereits bei der Notrufannahme. Denn viele Einsätze erfordern sowohl Rettungsdienst wie Feuerwehr (z.B. die ganzen schwereren Verkehrsunfälle), und da sollte jede Verzögerung vermeiden werden.
  • (17 Beiträge) | 22.07.2009 10:43
    Lobbyisten sind das Problem Teil 2
    Die Alarmierung dauert einfach länger wie nötig, wenn zuerst die Feuerwehr dem Rettungsdienst oder andersrum Bescheid sagen muss, bevor ausgerückt werden kann. Bei integrierten Leitstellen, also wenn Rettungsdienst und Feuerwehr wirklich zusammen arbeiten, kann nämlich gleichzeitig alarmiert werden und es muss nicht erst noch stille Post gespielt werden.
    Und Integrierte Leitstellen sind keine, wenn zwar Feuerwehr- und Rettungsdienst-Leitstelle in einem Gebäude, aber unterschiedlichen Räumen hocken, sondern wenn die Person, die den Notruf unter 112 (oder einer anderen Nummer), sowohl Ahnung von Feuerwehr wie auch vom Rettungsdienst hat und auch beide gleichzeitig losschicken kann, während des Einsatzes ggf. beraten und nachalarmieren kann usw.
  • (17 Beiträge) | 22.07.2009 10:44
    Lobbyisten sind das Problem Teil 3
    Das könnte z.B. auch funktionieren, wenn die beiden Leitstellen in Karlsruhe und Bruchsal bleiben, aber so vernetzt werden, das von beiden Orten aus alle Dienste alarmeirt werden können und in beiden Orten Menschen sitzen, die für Feuerwehr- und Rettungsdienstalarmierung ausgebildet sind.
    Ob das günstiger ist, zwei parallele Leitstellen zu betreiben, ist natürlich die Frage.
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