43  

Karlsruhe Neuer Unverpackt-Shop in Karlsruhe: Hier können Sie alles lose kaufen!

"Bei beinahe jedem Einkauf habe ich mich über unnötige Verpackung geärgert, aber auch über die Packungsgrößen, die einem im Handel angeboten werden. Entweder zu klein, oder zu groß", meint die Karlsruherin Antonia Wucknitz. Dagegen unternimmt sie nun etwas: Im Mai eröffnet sie Karlsruhes ersten Unverpackt-Laden.

Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau Antonia Wucknitz hat ein Ziel: bedarfsgerechtes, nachhaltiges und verpackungsarmes Einkaufen in ihrer Heimatstadt Karlsruhe ermöglichen. Wie sie das schaffen will? Im Mai eröffnet sie Karlsruhes ersten Unverpackt-Laden - genau ein Jahr nachdem sie das Konzept durch Zufall entdeckt hat.

"Ich bin im Internet auf einen Bericht zu einem Unverpackt-Laden gestoßen und habe mich sofort in das Thema verbissen. Je mehr ich recherchierte, desto sicherer wusste ich: So was möchte ich auch machen. Und wenn keiner in der Nähe ist, dann eröffne ich selbst einen", erzählt Wucknitz.

Gesagt, getan. Im September reiste die Karlsruherin mit ihrem Mann nach Kiel für einen Workshop im dortigen Unverpackt-Laden. "Auf der Heimfahrt war dann bereits klar: Das machen wir", berichtet die Geschäftsführerin in spe. Schon einen Monat später, im Oktober 2015, unterzeichnete Wucknitz den Mietvertrag für eine Verkaufsfläche von über 100 Quadratmetern auf zwei Ebenen gegenüber des Karlsruher Hauptbahnhofs. Im April startet sie mit den Renovierungsarbeiten, die Eröffnung ist voraussichtlich am 12. Mai.

So funktioniert's

Ihr Konzept hat Wucknitz danach ausgerichtet, bestmöglich Plastikverpackungen einzusparen. "Die Ware wird bereits in großen Gebinden - zwischen 10 und 30 Kilo - geliefert", erklärt die Karlsruherin. Die Produkte werden in einem speziellen Spendersystem (siehe Foto), in Fässern und in Gläsern angeboten. Aus diesen können sich die Karlsruher Kunden die Menge ihrer Wahl in mitgebrachte Behältnisse, wie etwa Gläser, Stoffbeutel oder Papiertüten, füllen. Deren Leergewicht wird vor dem Einkauf gewogen und später an der Kasse abgezogen. Für Spontaneinkäufe sollen verschiedene Behälter im Laden zur Verfügung stehen. 

Bei den angebotenen Produkten - unter anderem Müsli, Teigwaren, Nüsse, diverse Backzutaten, saisonales Obst und Gemüse, aber auch Putzmittel und Pflegeprodukte - ist ein Mix aus Bio und konventioneller Ware, überwiegend aus der Region, geplant. Kaffee, Tee oder Gewürze will Wucknitz nur über Fair Trade beziehen.

Der Karlsruher Unverpackt-Laden wird etwa der zehnte seiner Art in Deutschland sein, jedoch einer der größten. In Baden-Württemberg gibt es bislang lediglich einen in Heidelberg. Neben dem Karlsruher sind zahlreiche weitere Unverpackt-Läden derzeit in Planung, unter anderem in Stuttgart und Wiesbaden.

Unverpackt passt zu Karlsruhe

Ein Unverpackt-Laden passt bestens in die Fächerstadt, findet Wucknitz. "Den Karlsruhern ist ihre Stadt und die Art wie sie leben sehr wichtig. Nachhaltigkeit hat für sie einen großen Stellenwert und die meisten machen sich nicht nur oberflächlich Gedanken. Und egal mit wem ich über das Thema verpackungsarmes und bedarfsgerechtes Einkaufen spreche, den meisten kommen spontan Ideen und Anregungen dazu", freut sich die Ladenbesitzerin. Es würde sich zeigen, ob am Ende alle im Unverpackt einkaufen werden, aber ein allgemeines Umdenken habe stattgefunden, meint die Karlsruherin. "Ich darf ein Teil davon sein und darüber freue ich mich sehr", so Wucknitz.

Auf eine Herausforderung wie diese hat sie schon lange gewartet. "Ich bin ausgebildete Groß- und Außenhandelskauffrau, aber eine Selbständigkeit strebe ich schon längere Zeit an. Für einen Bürojob bin ich dann doch zu unruhig und übernehme zu gerne Verantwortung. Am liebsten in eigener Sache", berichtet Wucknitz. Ihr Mann, der ebenfalls selbständig ist, werde sie in kaufmännischen und handwerklichen Dingen unterstützen, aber den Laden führen werde sie alleine.

Den ursprünglichen Plan, den Verkauf ebenfalls alleine zu übernehmen, hat sie mittlerweile über den Haufen geworfen. "Aufgrund der Lage direkt gegenüber dem Bahnhof und der Erfahrung, die ich durch andere Unverpackt-Läden gemacht habe, werde ich ein, zwei Mitarbeiter auf Minijob-Basis einstellen", verrät Wucknitz. Der Laden soll ganze 12 Stunden - von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends geöffnet sein, "um auch auf die Bedürfnisse der zahlreichen Pendler eingehen zu können", erklärt die Ladenbesitzerin. Weitere Infos und das komplette geplante Sortiment sind zu finden unter www.unverpackt.info.

 

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (43)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!