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09.01.2016 06:14
 
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Neuer Unverpackt-Shop in Karlsruhe: Hier können Sie alles lose kaufen! [43]

(Symbolbild)
Bild:(Martin Schutt)

Karlsruhe (Melanie Nees) - "Bei beinahe jedem Einkauf habe ich mich über unnötige Verpackung geärgert, aber auch über die Packungsgrößen, die einem im Handel angeboten werden. Entweder zu klein, oder zu groß", meint die Karlsruherin Antonia Wucknitz. Dagegen unternimmt sie nun etwas: Im Mai eröffnet sie Karlsruhes ersten Unverpackt-Laden.
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Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau Antonia Wucknitz hat ein Ziel: bedarfsgerechtes, nachhaltiges und verpackungsarmes Einkaufen in ihrer Heimatstadt Karlsruhe ermöglichen. Wie sie das schaffen will? Im Mai eröffnet sie Karlsruhes ersten Unverpackt-Laden - genau ein Jahr nachdem sie das Konzept durch Zufall entdeckt hat.

"Ich bin im Internet auf einen Bericht zu einem Unverpackt-Laden gestoßen und habe mich sofort in das Thema verbissen. Je mehr ich recherchierte, desto sicherer wusste ich: So was möchte ich auch machen. Und wenn keiner in der Nähe ist, dann eröffne ich selbst einen", erzählt Wucknitz.

Gesagt, getan. Im September reiste die Karlsruherin mit ihrem Mann nach Kiel für einen Workshop im dortigen Unverpackt-Laden. "Auf der Heimfahrt war dann bereits klar: Das machen wir", berichtet die Geschäftsführerin in spe. Schon einen Monat später, im Oktober 2015, unterzeichnete Wucknitz den Mietvertrag für eine Verkaufsfläche von über 100 Quadratmetern auf zwei Ebenen gegenüber des Karlsruher Hauptbahnhofs. Im April startet sie mit den Renovierungsarbeiten, die Eröffnung ist voraussichtlich am 12. Mai.

So funktioniert's

Ihr Konzept hat Wucknitz danach ausgerichtet, bestmöglich Plastikverpackungen einzusparen. "Die Ware wird bereits in großen Gebinden - zwischen 10 und 30 Kilo - geliefert", erklärt die Karlsruherin. Die Produkte werden in einem speziellen Spendersystem (siehe Foto), in Fässern und in Gläsern angeboten. Aus diesen können sich die Karlsruher Kunden die Menge ihrer Wahl in mitgebrachte Behältnisse, wie etwa Gläser, Stoffbeutel oder Papiertüten, füllen. Deren Leergewicht wird vor dem Einkauf gewogen und später an der Kasse abgezogen. Für Spontaneinkäufe sollen verschiedene Behälter im Laden zur Verfügung stehen. 

Bei den angebotenen Produkten - unter anderem Müsli, Teigwaren, Nüsse, diverse Backzutaten, saisonales Obst und Gemüse, aber auch Putzmittel und Pflegeprodukte - ist ein Mix aus Bio und konventioneller Ware, überwiegend aus der Region, geplant. Kaffee, Tee oder Gewürze will Wucknitz nur über Fair Trade beziehen.

Der Karlsruher Unverpackt-Laden wird etwa der zehnte seiner Art in Deutschland sein, jedoch einer der größten. In Baden-Württemberg gibt es bislang lediglich einen in Heidelberg. Neben dem Karlsruher sind zahlreiche weitere Unverpackt-Läden derzeit in Planung, unter anderem in Stuttgart und Wiesbaden.

Unverpackt passt zu Karlsruhe

Ein Unverpackt-Laden passt bestens in die Fächerstadt, findet Wucknitz. "Den Karlsruhern ist ihre Stadt und die Art wie sie leben sehr wichtig. Nachhaltigkeit hat für sie einen großen Stellenwert und die meisten machen sich nicht nur oberflächlich Gedanken. Und egal mit wem ich über das Thema verpackungsarmes und bedarfsgerechtes Einkaufen spreche, den meisten kommen spontan Ideen und Anregungen dazu", freut sich die Ladenbesitzerin. Es würde sich zeigen, ob am Ende alle im Unverpackt einkaufen werden, aber ein allgemeines Umdenken habe stattgefunden, meint die Karlsruherin. "Ich darf ein Teil davon sein und darüber freue ich mich sehr", so Wucknitz.

Auf eine Herausforderung wie diese hat sie schon lange gewartet. "Ich bin ausgebildete Groß- und Außenhandelskauffrau, aber eine Selbständigkeit strebe ich schon längere Zeit an. Für einen Bürojob bin ich dann doch zu unruhig und übernehme zu gerne Verantwortung. Am liebsten in eigener Sache", berichtet Wucknitz. Ihr Mann, der ebenfalls selbständig ist, werde sie in kaufmännischen und handwerklichen Dingen unterstützen, aber den Laden führen werde sie alleine.

Den ursprünglichen Plan, den Verkauf ebenfalls alleine zu übernehmen, hat sie mittlerweile über den Haufen geworfen. "Aufgrund der Lage direkt gegenüber dem Bahnhof und der Erfahrung, die ich durch andere Unverpackt-Läden gemacht habe, werde ich ein, zwei Mitarbeiter auf Minijob-Basis einstellen", verrät Wucknitz. Der Laden soll ganze 12 Stunden - von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends geöffnet sein, "um auch auf die Bedürfnisse der zahlreichen Pendler eingehen zu können", erklärt die Ladenbesitzerin. Weitere Infos und das komplette geplante Sortiment sind zu finden unter www.unverpackt.info.

 

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Kommentare [43]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1925 Beiträge) | 10.01.2016 09:43
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    ka-news
    auf dem Foto sehe ich nur Nudeln und kein Spendersystem, wie von Ihnen beschrieben!
  • unbekannt
    (486 Beiträge) | 10.01.2016 18:45
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    Besserer Nährboden
  • (388 Beiträge) | 09.01.2016 18:51
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    Sowas regt mich auf!
    Überall diese Minijobs obwohl die Geschäfte ganztags geöffnet haben.
  • (512 Beiträge) | 10.01.2016 11:48
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    Und dann stöhnen
    noch welche über den Mindestlohn von 8,50 € den sie dem Personal
    zahlen müssen.
    Genau deshalb kommt viel zu wenig in die Sozialkassen ! Im Renten-
    alter sind alle aufs Amt angewiesen. Aber Hauptsache die Statistiken
    stimmen bzw. sind schöngerechnet.
  • (927 Beiträge) | 09.01.2016 18:14
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    "Ein, zwei Mitarbeiter"
    Da spricht leider die geschäftliche Unerfahrenheit. Auch eine Ladenfläche auf zwei Ebenen ist alles andere als ideal.
    An sich eine nette Idee, aber die Personal- und Mietkosten (alternativ der Burnout der Betreiberin) werden den Laden dahinraffen.
  • (106 Beiträge) | 09.01.2016 15:14
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    Uns wird es nicht stören
    Gerade bei Trockenware sehe ich keine Notwendigkeit Plastikmüll zu verursachen. Bei Wurstwaren kaufen wir bei Füllhorn am Tresen, die ohne die Plastiktüte übergeben wurde, später kommen sie in die Tupperdose rein.
    Geile Idee !
  • (403 Beiträge) | 09.01.2016 14:39
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    Ein sehr gutes
    Konzept, die Müllmengen die in einem Haushalt nur durch Umverpackungen anfallen, können so vermieden werden.
    Auf das System mit der Milch bin ich gespannt.
    Die Milchkanne am Fahrradlenker kommt wieder in das Stadtbild.
  • (563 Beiträge) | 10.01.2016 22:20
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    Darauf darf
    man sich freuen. Als obs nicht schon genug torkelnde Zausel gäbe.
  • unbekannt
    (486 Beiträge) | 10.01.2016 18:43
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    Milchkanne am Fahrradlenker (offene Milch)
    und nachher sich beschweren wollen, dass die Milch plötzlich so schnell sauer wird.
  • (5397 Beiträge) | 09.01.2016 15:37
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    Einfach die Milch
    wieder in Glas verpacken und auf dieses Pfand, dann kommt das Glas auch wieder zurück und kann wieder gefüllt werden.

    Aber das ist für die Manager in der Industrie schon wieder zu teuer und damit zuviel verlangt. Und für die konservativen Schnarchsäcke besteht wie üblich kein Handlungsbedarf. Weil Handlungsbedarf schmälert ja die Parteispenden.
  • (8614 Beiträge) | 09.01.2016 14:17
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    back to the roots!
    der Tante Emma-Laden läßt grüßen, dort gab es auch vieles lose...

    ...so lange die Hygienevorschriften eingehalten werden ist das eine durchaus gute Idee gerade für kleine Haushalte, die nicht gleich immer den 10er-Pack kaufen wollen!
  • (14 Beiträge) | 09.01.2016 13:51
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    genereel eine sehr gute Idee...
    ....aber ob die Lage dafür so optimal ist? also wenn doch mal einer mit dem Auto zum Einkaufen kommen will, ist das bzgl. Parkplätzen nicht so ideal....
  • (62 Beiträge) | 09.01.2016 14:51
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    Lage
    mit der Lage stimme ich zu. Ist halt ne "Nische".
    Zu den Autos: ich glaube, wer in so einem Laden einkauft, ist so öko, dass er sowieso nicht mit dem Auto einkaufen fährt. Sonst hebt ja ein Umweltschutzeffekt den andern wieder auf zwinkern
  • (8194 Beiträge) | 09.01.2016 16:19
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    Wer gegen Plaste allergisch ist,
    ... kann ja mit einem Auto der Nobelklasse vorfahren, wo alles aus Kirschbaumholz gedrechselt wurde ...
  • (563 Beiträge) | 09.01.2016 17:13
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    Wobei
    hier das Carbon und Aluminium das Holz auch ziemlich ins Eck gedrückt haben.
  • (56 Beiträge) | 09.01.2016 12:46
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    ?
    "siehe Foto" ? Wo ist da das Spendersystem ?
  • (8194 Beiträge) | 09.01.2016 16:16
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    !
    Dieses Systemfoto hat leider noch niemand gespendet ...
  • (1402 Beiträge) | 09.01.2016 11:46
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    Ich glaube nicht, dass das ein Erfolg wird.
    Es handelt sich wohl eher um einen erweiterten "Körnerladen".

    Die Grundidee ist sehr gut, aber man hat den spannendsten Teil weggelassen: Fleisch, Wurst, Käse, Fisch.

    Insoweit nix halbes und nix ganzes.
  • (1264 Beiträge) | 09.01.2016 13:12
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    ...
    Fleisch, Wurst, Käse etc... kann man auch im gut sortierten Supermarkt an der Theke unverpackt kaufen.
  • (1402 Beiträge) | 09.01.2016 13:23
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    Ok, dann bring ich das nächste Mal meine Wurst-Box aus dem Kühlschrank mit,
    stell sie auf die Theke und sag "voll machen, bitte".

    Bin gespannt, was die mir dann erzählen. grinsen

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