Karlsruhe Netzwerken für die Zukunft: "catch the job" auf Tour

Rein in den Bus und raus in die Wirtschaft - so könnte das Motto von "catch-the-job" lauten. Seit nunmehr fünf Jahren betreiben zahlreiche Karlsruher IT-Unternehmen ein innovatives "Recrutainment": In Bus-Shuttles werden Studenten zu den Firmen der TechnologieRegion gebracht und können in Gesprächen und Vorträgen direkt Kontakt zu ihren potentiellen Arbeitgebern knüpfen.

Die Veranstaltung ist bei den Studenten ein "Kassenschlager" und hat sich inzwischen als Geheimtipp herum gesprochen. "Ich nutze den Tag als Orientierungshilfe und möchte einfach meine Möglichkeiten ausloten", erklärt Fabian Geisberger. Wie viele andere Teilnehmer hatte er über Kommilitonen von catch-the-job gehört und sich deshalb um eine Teilnahme beworben. "Ich erhoffe mir heute Abend einen besseren Überblick, welche Jobs es für mich überhaupt gibt", fügt der 24-jährige Informatikstudent hinzu.

Auch eine Nebentätigkeit bei einem der ansässigen Unternehmen sei ihm willkommen, um einfach mal "reinzuschnuppern". Nach dem Studium könne er sich gut vorstellen, in der Region zu arbeiten. Karlsruhe ist für die Absolventen offensichtlich ein äußerst attraktiver Standort geworden. 

catch-the-job: Kontakte und Berufsinfos

Das bekräftigt auch Artur Felic, der ebenfalls Informatik im neunten Semester studiert. In einem Jahr will er fertig sein und hat bereits grob seine berufliche Ausrichtung festgelegt: Softwareentwicklung. Über das KIT-Portal ist er auf das Angebot aufmerksam geworden und sucht nun ein Praktikum oder einen Werkstudentenplatz. Auch er liebäugelt mit der Wirtschaft in der Region, will sich aber nicht festlegen: "Ich bin aber offen."

Der 27-jährige Jie Long aus China ist sogar schon zum zweiten Mal dabei. Er lebt seit sechs Jahren in Karlsruhe. Etwas Berufserfahrung hat er bereits durch Projektarbeit sammeln können. Von catch-the-job verspricht er sich gute Kontakte und vor allem Berufsinfos.

Die Tour startet in der Weststadt, wo sich die STP AG und die Brandmaker GmbH vorstellen, macht Station in Durlach bei der ISB AG, der ORGA GmbH und der init GmbH, und endet im Technologiepark bei der CAS AG, der Smarthouse GmbH und der Virtual7 GmbH. Der Abschluss findet bei einem lockeren "Get-together" im Foyer der 1&1 Internet AG statt.

Unternehmen werben um die Absolventen

Dass die Unternehmen aktionsstark um die Absolventen werben, überrascht nicht: Die Region Karlsruhe belegt als Standort der Informationstechnologie in internationalen Rankings Spitzenplätze: Von 1.000 Erwerbstätigen arbeiten 172 in technologieintensiven Branchen - so viele wie in kaum einer anderen Region in Europa. Auch Harry Meier von der Orga GmbH verspricht sich deshalb viel von der Veranstaltung. "Wir sind immer auf der Suche nach Nachwuchskräften", erklärt er. Dabei sei alles möglich: Studenten für Programmierer-Teilzeitjobs, Diplomarbeiten, Praktika. Besonders Absolventen kommen für Software-Entwicklung und Beratung in Frage.

Die Keimzelle der ungewöhnlichen Veranstaltung ist das Karlsruher CyberForum, ein gemeinnütziger Verein, der 1997 als Private-Public-Partnership in Karlsruhe gegründet wurde und heute mit über 850 Mitgliedern zu den größten und erfolgreichsten Netzwerken in Deutschland zählt.

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