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Karlsruhe Nach tödlichem Unfall in Mühlburg: Hardtstraße bald nur noch einspurig

Drei Monate nach dem tödlichen Unfall auf der Mühlburger Lameystraße will die Stadt nun in Sachen Verkehrssicherheit nachbessern. Eine optimierte Ampelschaltung und eine geänderte Fahrbahnmarkierung sollen verhindern, dass sich weitere Unfälle wie im März ereignen, bei dem ein Mädchen auf der Fußgängerfurt auf Höhe der Hardtstraße von einem abbiegenden Lkw erfasst und tödlich verletzt wurde. ka-news hat bei Massimo Ferrini, Vorsitzender des Mühlburger Bürgervereins und Kritiker der Verkehrssituation, nachgefragt, was er von den Maßnahmen hält.

Obwohl die staatsanwaltlichen Untersuchungen zum Unfallhergang noch nicht abgeschlossen seien, wolle die Stadt tätig werden. So beabsichtige sie, die Drückerampel für Fußgänger durch eine automatische Signalisierung zu ersetzen, teilte sie in einer Pressemeldung mit. Beobachtungen vor Ort hätten ergeben, dass viele Leute, die Ampel übersehen oder ignorieren und bei Rot über die Straße gehen würden. Das wolle man mit der neuen Ampel verhinden.

Automatisches Grünlicht und neue Fahrbahnmarkierung

"Ich hätte mir mehr gewünscht", bekennt Massimo Ferrini, Vorsitzender des Mühlburger Bürgervereins. So hatte er sich beispielsweise erhofft, dass die Stadt auf der Hardtstraße eine Spur nur für die Rechtsbbieger einrichtet. "Wenn die Abbieger Grün haben, hätten die Fußgänger automatisch Rot und erst mit dem Verkehr nach links und geradeaus Grün", erklärt Ferrini. "Dann würden sich Fußgänger und Autoverkehr nicht in die Quere kommen."

Das sei aber nicht möglich, bestätigt ein Sprecher der Stadt auch gegenüber ka-news. Derzeit werde die Hardtstraße umgebaut. Ursprünglich hatte die Stadt geplant, an dieser Stelle eine breitere Fläche für den Autoverkehr einzurichten. So hätten sich die Autos vor der Ampel nebeneinander aufstellen können. Das hätte wiederum dazu geführt, dass der Rückstau in der Hardtstraße reduziert werde. Die Umbaumaßnahmen hätten also nichts mit dem Unfall zu tun, betont der Sprecher der Stadt.

Nach dem Unglück habe die Stadt die Planung jedoch nochmals überprüft und überlegt, inwiefern sie sich - vor allem hinsichtlich der Verkehrssicherheit - anpassen und optimieren lasse. Zugunsten der Sicherheit hätten sich die Verantwortlichen entschlossen, die Straße für den Autoverkehr von zwei auf eine Spur zu reduzieren und einen provisorischen Radstreifen samt Aufstellfläche einzurichten.

Größerer Abbiege-Radius für mehr Überblick

"Mit die Radwegmarkierung vergrößert sich der Radius des Abbiegerverkehrs automatisch", erklärt der Sprecher. So zieht diese die Fahrzeuge mehr in die Straßenmitte und ermöglicht diesen mehr Überblick. Gleichzeitig können die Fußgänger abbiegende Fahrzeuge leichter erkennen. Was die provisorischen Maßnahmen insgesamt in Sachen Verkehrssicherheit bringen, werde sich die Stadt in den kommenden Monaten anschauen.

Von diesen erhoffen sich die Verkehrsplaner der Stadt, dass sich die Autofahrer daran gewöhnten, die großen Verbindungsstraßen, wie Siemensallee und B36, anstelle enger Schleichwege zu benutzen. Sobald die Hardtstraße umgebaut ist, soll die Ampel über die Lameystraße umgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt will sie außerdem die kleine Rheinstraße komplett sperren.

Ferrini: Bisherige Maßnahmen nicht ausreichend gewesen

In zurückliegender Zeit hatte die Stadt an der Kreuzung Hardtstraße/Lameystraße bereits ein Gelblicht installiert und die Grünphase der Fußgängerampel um drei Sekunden vorgezogen, so dass Fußgänger einen Vorlauf vor den abbiegenden Autos haben. Das war Massimo Ferrini und anderen Kritikern nicht ausreichend gewesen.

"Es freut mich, dass die Stadt etwas tut. Nun muss man schauen, was die Änderungen bewirken", sagt Massimo Ferrini. Er lasse sich überraschen, behalte die Situation an der Kreuzung aber weiter im Blick - wie schon in den vergangenen fünf Jahren. "Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es dafür leider nicht, dass nichts mehr passieren wird."

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