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Karlsruhe Nach Köln-Übergriffen: Ist die Karlsruher Fastnacht in Gefahr?

Die Ereignisse in Paris und Köln sorgen bei vielen für Ängste, wenn es um Großveranstaltungen geht. Muss man sich als Karlsruher Sorgen machen, jetzt da zur Fastnachtszeit viele große Umzüge, Prunksitzungen und Co. anstehen? Die Karlsruher Polizei und der Festausschuss Karlsruher Fastnacht machen sich durchaus Gedanken, sind aber zuversichtlich.

"Natürlich werden wir die Geschehnisse von Köln beachten bei der Einsatzplanung", sagt Martin Plate, Pressesprecher der Karlsruher Polizei, gegenüber ka-news mit Blick auf die kommenden Großveranstaltungen in der Faschingszeit. Man werde in angepasster Weise - auch gemessen an den Besucherzahlen - die Einsatzkräfte erhöhen, so Plate weiter. Die größeren Faschingsumzüge in Karlsruhe, Durlach und Daxlanden seien noch in Planung. "Dafür werden wir sorgfältig Maßnahmen vorbereiten", versichert der Polizeisprecher.

"Wir sind zuversichtlich"

Nach den Übergriffen in Köln an Silvester hat der Innenminister von Baden-Württemberg Reinhold Gall einen fünf-Punkte-Plan für die Polizei entwickelt, der die Sicherheit der Bürger erhöhen soll. Dieser beinhaltet unter anderem bei Veranstaltungen und Ansammlungen mit Eventcharakter lageorientiert Einsatzkräfte bereitzuhalten - eine Forderung, der die Karlsruher Polizei an Fastnacht Rechnung tragen will. Fasching hin oder her, die Karlsruher Polizei hat laut Plate bereits nach den Terrorvorfällen in Paris ihre Einsatzvorbereitung überarbeitet, "damit wir im Fall der Fälle schnell genug sind".

Auch im Festausschuss der Karlsruher Fastnacht hat man sich Gedanken gemacht. "Aber wir sind zuversichtlich", meint der Vorsitzende Jürgen Olm im Gespräch mit ka-news. Dass die Veranstaltungen stattfinden, steht für ihn derzeit außer Frage. "Wir haben schon seit Jahren ein gutes Sicherheitsaufgebot, passen auf, wer kommt, lassen nur Leute mit Karte rein. Wir wissen, wer unsere Gäste sind. Wenn da was anders ist als sonst, fällt das schon auf", betont Olm. 

Aktualisierung, 16.30 Uhr:

"Der großen Verunsicherung im Hinblick auf Großveranstaltungen kann nur mit Information, Kompetenz und sofortiger Konsequenz begegnet werden", sind sich Oberbürgermeister Frank Mentrup und Polizeipräsident Günther Freisleben einig. Gemeinsam werde man deshalb in den kommenden Tagen die in der Vergangenheit erfolgreichen Sicherheitskonzepte noch einmal miteinander durchgehen, die Schnittstellen zwischen den einzelnen Verantwortungsbereichen durchsprechen und Anregungen, Erkenntnisse und Erfahrungen aus anderen Großveranstaltungen einfließen lassen. Das geht aus einer am Dienstagmittag veröffentlichten Pressemeldung der Stadt Karlsruhe hervor.

"Wir haben in Karlsruhe bisher immer unsere Kompetenz bei der Durchführung von Großveranstaltungen unter Beweis gestellt. Trotzdem sind wir für neue Ideen offen und wollen mit mehr Information auch das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern", unterstreichen der Polizeipräsident und das Stadtoberhaupt. Dies ist das Ergebnis eines ersten Abstimmungsgesprächs, zu dem OB Mentrup Ende vergangener Woche vor dem Hintergrund der Ereignisse in Köln und anderen Großstädten in Deutschland in der Silvesternacht Polizei, Ordnungsamt, Karlsruher Event GmbH und Verantwortliche aus Durlach zu einem ersten Abstimmungsgespräch im Kreise der Dezernentin und der Dezernenten ins Rathaus eingeladen hatte.

Bereits am Montag, 18. Januar, hatte es daraufhin ein Auftakttreffen des erweiterten Verwaltungsstabes in der Branddirektion gegeben, in dem unterschiedliche Szenarien noch einmal angsprochen wurden, um sie in den nächsten Tagen weiter miteinander abzustimmen. Über die Ergebnisse werden die Beteiligten gemeinsam informieren. Wie Polizeipräsident Günther Freisleben erklärt, hat das Polizeipräsidium Karlsruhe schon frühzeitig auch vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Paris organisatorische Vorbereitungen getroffen, um zielgerichtet auf jeden denkbaren Einsatzfall reagieren zu können.

Zusätzliche Interventionskräfte und zivil gekleidete Polizeibeamte werden bei Faschingsgroßveranstaltungen allen Auswüchsen entschlossen begegnen und für Sicherheit sorgen. Rückblickend auf den Jahreswechsel machte OB Mentrup noch einmal deutlich, dass es an Silvester in Karlsruhe erfreulicherweise keine gravierenden Auffälligkeiten bei der Sicherheitslage gegeben habe - wenn man sich für die Zukunft auch Konzepte überlegen müsse, um die Müllproblematik in den Griff zu bekommen. Trotzdem sei eine transparente, kompetente und konsequente Vorbereitung auf die Veranstaltungen und Umzüge in der Hochzeit der karnevalistischen Kampagne im Februar sinnvoll.

"Wir prüfen, erfolgreiche Elemente aus anderen Veranstaltungen wie etwa dem "Fest", das für sein Konzept gerade ausgezeichnet wurde, auch in die Sicherheitskonzepte bei den Fastnachtsumzügen aufzunehmen", sagte das Stadtoberhaupt. Beim verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Alkohol setzen Stadt und Polizei auch auf die Verantwortung von Veranstaltern und Organisatoren. Darüber hinaus sind gemeinsame Jugendschutzteams von Polizei und Stadt im Einsatz. "Wichtig ist zudem, dass, wenn trotzdem etwas passiert, schon bei kleinsten Auffälligkeiten konsequent durchgegriffen wird", stellen Polizeipräsident und OB abschließend fest.

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