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29.02.2016 11:51
 
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Mord und Totschlag: Wie viele Fälle werden in Karlsruhe aufgeklärt? [0]

Spurensicherung am Tatort in der Innenstadt von Karlsruhe. Foto: Igor Myroshnichenko

Karlsruhe (Marie Wehrhahn) - Aufruhr in der Karlsruher Innenstadt: In der Nacht zum Samstag wurde ein 43 Jahre alter Mann in der Amalienstraße tödlich verletzt. Der mutmaßliche Täter flüchtete, Zeugen berichten von Schüssen. Die Umstände sind bislang noch unklar - die Kripo hat eine Sonderkommission eingerichtet. Die Obduktion ist auf Montag angesetzt. Es bleiben viele offene Fragen: War es Mord? Oder Totschlag? Und wie hoch ist im Allgemeinen die Chance auf Aufklärung solcher Delikte in Karlsruhe?
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Delikte im Bereich Mord und Totschlag haben im Karlsruher Stadtgebiet Seltenheitswert. In unregelmäßigen Abständen schockieren Fälle wie der Albmord oder die Suche nach der vermissten Vietnamesin die Bevölkerung - die Fallzahlen aus den vergangenen Jahren sind jedoch sehr gering.

2014: Zwei Morddelikte im Stadtgebiet

Blickt man auf die aktuelle Kriminalstatistik der Polizei Karlsruhe für das Jahr 2014 - die Zahlen für 2015 werden derzeit noch erhoben- lässt sich hier eine Entwicklung auf konstant niedrigem Niveau feststellen. Im Jahr 2013 erfassten die Beamten zwei Fälle von Mord im Stadtgebiet Karlsruhe, gleich viele waren es im Folgejahr.

Geringfügig höher sind die Zahlen bei Totschlagsdelikten und solchen bei Tötung auf Verlangen. Im Jahr 2014 ermittelte die Polizei hier im Karlsruher Stadtgebiet in acht Fällen (2013: sieben Fälle).

Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent

Weiteren Aufschluss über die Kriminalentwicklung 2014 in der Region geben die Zahlen aus dem Gesamteinzugsgebiet des Karlsruher Polizeipräsidiums. Hierzu zählen neben der Fächerstadt unter anderem auch die Nachbargemeinden Pforzheim, Ettlingen, Bruchsal und Calw. Für diesen Bereich hat die Polizei die Fallzahlen allgemein für Straftaten gegen das Leben analysiert. Insgesamt 12 Taten schlugen demnach 2014 zu Buche. Straftaten gegen das Leben - damit sind laut Strafgesetzbuch folgende Tatbestände gemeint: Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, fahrlässige Tötung und Aussetzen von Hilflosen, beispielsweise von Kindern. Auch Schwangerschaftsabbrüche werden als Straftaten gegen das Leben betrachtet.

Straftaten gegen das Leben - Dienstgebiet PP KA

Jahr Fälle Versuche Aufgeklärt TV TV unter 21 TV Nichtdeutsch
2005 7 4 8 9 0 2
2006 14 6 12 16 5 3
2007 9 7 11 14 3 7
2008 11 7 10 13 1 4
2009 7 4 7 9 2 2
2010 10 4 10 13 3 3
2011 11 8 12 14 2 5
2012 12 7 11 9 0 5
2013 11 6 11 12 1 5
2014 12 10 12 16 6 4

*TV=Tatverdächtige

Wie die Polizei Karlsruhe bilanziert, stiegen die vorsätzlich oder fahrlässig begangenen Straftaten gegen das Leben im Jahr 2014 im Gebiet des Präsidiums um einen Fall auf zwölf an und blieben damit auf dem Niveau der vergangenen fünf Jahre. Zehn Fälle wurden als Versuch gewertet.

Stolz blickt man auf die Aufklärungsquote, die auch im Jahr 2014 bei 100 Prozent lag. Dass es hier zu höheren Zahlen kommt, als in der Fall-Statistik selbst, liegt laut der Polizei daran, dass auch ungeklärte Fälle der Vorjahre im Jahr des Klärungserfolgs (2014) nachträglich erfasst werden.

Im Falle des Tötungsdelikts in der Amalienstraße dauern die Ermittlungen an. Noch in der Nacht wurden durch die Kriminaltechnik am Tatort umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt. "Gleichfalls noch in den Nachtstunden haben die Ermittler damit begonnen, das Umfeld des Getöteten auszuleuchten. Zur Klärung der genauen Todesursache wird die Staatsanwaltschaft Karlsruhe die Obduktion des Verstorbenen veranlassen; mit einem ersten Ergebnis kann aber nicht vor Wochenbeginn gerechnet werden", so die Polizei in einer aktuellen Pressemeldung.

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