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06.12.2010 16:27
 
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Mittelaltermarkt in Durlach: Bogenbauer und Märchenerzähler [12]

Gigi der Bogenbauer - seine handgefertigten Bögen sind beeindruckende Unikate.
Bild:(myh)

Hjalmar Kause, auf seine mittelalterliche Schießbude kann man mit einer Armbrust sein Glück versuchen..
Foto: (myh)
"Exkalibur" Wer das Schwert aus dem Felsen ziehen kann wird zum König gekrönt.
Foto: (myh)
Märchenerzählerin Uta Christ, sie hat Spiele für Kinder vorbereitet.
Foto: (myh)
Eingeschneit - Viele Zelte müsen erst von der weißen Pracht befreit werden.
Foto: (myh)
Beim "Drachentöter"-Spiel kommen Groß und Klein auf ihre Kosten.
Foto: (myh)
Durlach (myh) - Seit Ende November können sich Besucher des Durlacher Weihnachtsmarkts in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen lassen. Auf dem Mittelaltermarkt vor der Karlsburg tummeln sich Gaukler, Bogenschützen, Schmiede und Geschichtenerzähler. Doch wer sind die Menschen, die sich altertümlich verkleiden und ein vergangenes Zeitalter beschwören?
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Sie tragen Felle und Leder, schnitzen Holz, schmieden Eisen und erzählen Geschichten aus vergangenen Tagen. Sie zeigen den Besuchern eine längst vergangene Zeit, die die meisten nur aus Märchenbüchern oder aufwändigen Kostümfilmen kennen. Doch ist dabei wirklich alles nur Show? Nicht bei Gigi dem Bogenbauer. Der gelehrnte Schreiner fertigt hauptberuflich Naturbögen. "Jeder der Bögen ist ein Unikat", erklärt Gigi stolz.

"Gigi hat den Bogen raus"

Jeder Bogen wird nach Körpergröße und Armlänge des Schützen handgefertigt. "Fünf bis sechs Jahre dauert es bis man das richtige Holz gefunden, es eingelaget und zum Biegen und zur Feinarbeit bereit hat", erläutert der Handwerker den Ablauf des Bogenbaus. Faszinierte Sammler, Sportschützen und Mittelalterfans sind die Stammkunden beim Bogenbauer. Doch wer Besitzer eines Naturbogens sein will, der muss tief in die Tasche greifen. Der Preis eines Bogens reicht oftmals bis in den vierstelligen Bereich.

Kleindarsteller und Märchenerzähler

Kleine Spiele wie den Drachentöter, das Mäuseroulette oder den Kreisel bietet Jonathan Enßlin den Besuchern des mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Durlach. Kann man davon leben? Anscheinend schon, denn wie Jonathan erklärt, arbeitet er hauptberuflich als Kleindarsteller und Künstler auf Mittelaltermärkten.

Ebenso ist Uta Christ hauptberuflich als Märchenerzählerin tätig. Ein netter, aber auch ungewöhnlicher Beruf: Auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt können Kinder bei der Märchenerzählerin Geschichten hören, Schätze sieben und beim Märchenlabyrinth ihr Glück versuchen. Doch nicht nur auf Mittelaltermärkten, sondern auch durch Besuche in Kindergärten, Schulen oder bei Ferienbetreuungen verdient sich die Geschichtenerzählerin ihren Lebensunterhalt.

2. Standbein - Mittelalter

Als Freiberufler im Bereich Massivholzbau ist Hjalmar Kause tätig. Sein Armbrust-Stand auf Mittelaltermärkten dient ihm als zweites Standbein. Bei Kause können sich Interessierte eine selbstgefertigte Armbrust für 35 Euro kaufen. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten: Die Kleinen können vor Ort auf eine mittelalterliche Schießburg zielen.  "Die Armbrust ist sehr interssant, ich schreibe sogar gerade ein Buch über die Geschichte der Armbrust", berichtet Kause. Doch nicht nur mit dem Armbrust-schießen beschäftigt er die jungen Mittelaltermarkt-Besucher: Beim Speil "Exalibur" müssen Kinder versuchen, ein Schwert aus einem Felsen zu ziehen.

Ob Bogenbauer, Waffenschmied, Märchenerzähler - alle nehmen Ihren Job auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Durlach ernst. Viele der Schausteller leben dabei in einer Art "aktuellen Mittelalters". Mit Begeisterung von der lange vergangenen Epoche treffen sie Freunde und Gleichgesinnte auf Mittelaltermärkten und versuchen dabei, den Besuchern das Gefühl für die Welt der Ritter und Burgfräuleins erlebbar zu machen. Wenn der Einzelne im Schein der Fackeln für einen Moment den Alltagsbezug ablegt und und sich in der Welt vergangener Tage verliert, dann haben die Historienfreunde ihr Ziel erreicht.

Mehr zu: Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt Durlach



Kommentare [12]
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  • (11977 Beiträge) | 06.12.2010 21:08
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    Sind
    diese sperrigen Langbogen nicht bereits mehrfach technisch überholt?

    Für mich ist dieser Pseudo-Mittelalterkäse nichts. Da hilft nicht einmal ein klebriger "drunk".
  • (29986 Beiträge) | 06.12.2010 23:29
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    Klar,
    trotzdem hat so ein handgefertigter Langbogen was.

    Das sind eben (nette) Freaks, die hauen dir deinen Matthews Compound gleich um die Ohren.
    Und Holzpfeile, is klar. Aus Zeder. Die riechen toll wenn man sie zerbricht (bzw.wenn sie zu Bruch gehen), das erinnert ein bisschen an die Tischtennisbälle früher. Die waren viel besser als der blöde Uhu. grinsen
  • (3251 Beiträge) | 07.12.2010 14:10
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    Alles ist halt relativ
    und nicht alles was früher gemacht wurde war automatisch schlechter als das was es heute gibt . . . z.T. ist es aber in Vergessenheit geraten und manche holen es wieder hervor - man kann Ihnen Weisheit nicht absprechen !
  • (3251 Beiträge) | 06.12.2010 23:02
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    Da musst Du mal
    "Die Besucher" mit Jean Reno anschauen, dann wirds schon besser zwinkern
  • (3304 Beiträge) | 06.12.2010 19:51
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    Aww...
    Mein Kommentar wurde gelöscht. Und dabei hätt ich so gern tatsächliches Mittelaltertum gesehen. So richtig mit all der Blutrünstigkeit, der religiösen Dunkelheit, und ohne Kartoffeln. Die Romantisierung des Mittelalters ist ein Verbrechen gegen die Aufklärung.
  • (10716 Beiträge) | 06.12.2010 21:52
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    -->
    Cush hat recht. Es sollte noch nach Pest riechen.
  • (3251 Beiträge) | 06.12.2010 20:10
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    Du hast den
    Inquistitionsstand nicht gesehen mit echter Hexen- und Ketzerverbrennung einmal täglich.
  • (2140 Beiträge) | 06.12.2010 22:17
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    Mittelalter
    Hexen wurden in Europa eben nicht im Mittelalter verbrannt, sondern in der frühen Neuzeit - vom 15. bis Ende des 17. Jahrhunderts, also zu Zeiten, in denen humanistische Ideen kultiviert wurden und Amerika bereits entdeckt war.
    Und die Scheiterhaufen wurden meist nicht von der Kirche entfacht, sondern von abergläuigen und neidischen Dorfbewohnern, denen der Lebensstil mancher Frauen nicht in den Kram gepasst hat.
    Außerdem hat man im Mittelalter besser und gesünder gelebt als in nachfolgenden Zeiten (Skelettfunde beweisen das) und die großen Menschenschlächtereien sind sowieso im 20. Jahrhundert passiert - im Namen aufklärerischer / weltverbesserischer Ideen. Gute Idee mit Mittelaltermarkt in Durlach, die Zeit war gar nicht so übel.
  • (3251 Beiträge) | 06.12.2010 22:55
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    Also die Scheiterhaufen wurden
    schon von der Kirche entfacht, so z.B. in Montsegur und Minerve und in der Kirche von Beziers haben Sie 7000 Menschen abgeschlachtet, die Herätiker bzw. Katharer . . . überhaupt haben Sie diese vom Erdboden getilgt . . . das ist die Geschichte, die ich kenne.
    Hexen wurden nur verbrannt, wenn Sie schwerer als Holz waren zwinkern
  • (2140 Beiträge) | 06.12.2010 22:23
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    ...
    Ende des 18. Jahrhunderts muss es natürlich heißen, 1797 wurde die letzte Hexe in Europa verbrannt.
  • (408 Beiträge) | 06.12.2010 19:47
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    Endlich
    mal ein christkindlesmarkt, der seinem sinn entspricht.
    altertümliche dinge und bräuche. und nicht nur glühweinsaufen und abzocke. da sollten auch mal die glühweinsaufenden eltern mit ihren kindern hingehen und denen die dinge des früheren lebens zeigen.
    auch ich werde hingehn. und auch ich werde einen glühwein schlürfen. aber hauptsächlich interessiere ich mich für die alten dinge des lebens.
    Alla, PROSCHT.
  • (3251 Beiträge) | 06.12.2010 16:46
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    Tolle Sache
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