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Durlach Mittelaltermarkt in Durlach: Bogenbauer und Märchenerzähler

Seit Ende November können sich Besucher des Durlacher Weihnachtsmarkts in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen lassen. Auf dem Mittelaltermarkt vor der Karlsburg tummeln sich Gaukler, Bogenschützen, Schmiede und Geschichtenerzähler. Doch wer sind die Menschen, die sich altertümlich verkleiden und ein vergangenes Zeitalter beschwören?

Sie tragen Felle und Leder, schnitzen Holz, schmieden Eisen und erzählen Geschichten aus vergangenen Tagen. Sie zeigen den Besuchern eine längst vergangene Zeit, die die meisten nur aus Märchenbüchern oder aufwändigen Kostümfilmen kennen. Doch ist dabei wirklich alles nur Show? Nicht bei Gigi dem Bogenbauer. Der gelehrnte Schreiner fertigt hauptberuflich Naturbögen. "Jeder der Bögen ist ein Unikat", erklärt Gigi stolz.

"Gigi hat den Bogen raus"

Jeder Bogen wird nach Körpergröße und Armlänge des Schützen handgefertigt. "Fünf bis sechs Jahre dauert es bis man das richtige Holz gefunden, es eingelaget und zum Biegen und zur Feinarbeit bereit hat", erläutert der Handwerker den Ablauf des Bogenbaus. Faszinierte Sammler, Sportschützen und Mittelalterfans sind die Stammkunden beim Bogenbauer. Doch wer Besitzer eines Naturbogens sein will, der muss tief in die Tasche greifen. Der Preis eines Bogens reicht oftmals bis in den vierstelligen Bereich.

Kleindarsteller und Märchenerzähler

Kleine Spiele wie den Drachentöter, das Mäuseroulette oder den Kreisel bietet Jonathan Enßlin den Besuchern des mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Durlach. Kann man davon leben? Anscheinend schon, denn wie Jonathan erklärt, arbeitet er hauptberuflich als Kleindarsteller und Künstler auf Mittelaltermärkten.

Ebenso ist Uta Christ hauptberuflich als Märchenerzählerin tätig. Ein netter, aber auch ungewöhnlicher Beruf: Auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt können Kinder bei der Märchenerzählerin Geschichten hören, Schätze sieben und beim Märchenlabyrinth ihr Glück versuchen. Doch nicht nur auf Mittelaltermärkten, sondern auch durch Besuche in Kindergärten, Schulen oder bei Ferienbetreuungen verdient sich die Geschichtenerzählerin ihren Lebensunterhalt.

2. Standbein - Mittelalter

Als Freiberufler im Bereich Massivholzbau ist Hjalmar Kause tätig. Sein Armbrust-Stand auf Mittelaltermärkten dient ihm als zweites Standbein. Bei Kause können sich Interessierte eine selbstgefertigte Armbrust für 35 Euro kaufen. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten: Die Kleinen können vor Ort auf eine mittelalterliche Schießburg zielen.  "Die Armbrust ist sehr interssant, ich schreibe sogar gerade ein Buch über die Geschichte der Armbrust", berichtet Kause. Doch nicht nur mit dem Armbrust-schießen beschäftigt er die jungen Mittelaltermarkt-Besucher: Beim Speil "Exalibur" müssen Kinder versuchen, ein Schwert aus einem Felsen zu ziehen.

Ob Bogenbauer, Waffenschmied, Märchenerzähler - alle nehmen Ihren Job auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Durlach ernst. Viele der Schausteller leben dabei in einer Art "aktuellen Mittelalters". Mit Begeisterung von der lange vergangenen Epoche treffen sie Freunde und Gleichgesinnte auf Mittelaltermärkten und versuchen dabei, den Besuchern das Gefühl für die Welt der Ritter und Burgfräuleins erlebbar zu machen. Wenn der Einzelne im Schein der Fackeln für einen Moment den Alltagsbezug ablegt und und sich in der Welt vergangener Tage verliert, dann haben die Historienfreunde ihr Ziel erreicht.

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