Karlsruhe

Karlsruhe Ecke links
Karlsruhe Ecke rechts
Karten-Ansicht: Karlsruhe
26.01.2012 11:49
 
Schrift: 

Mergen verteidigt Kahlschlag beim Technologiepark [106]

Karlsruhe (ps/trs/mda) - Naturschutzverbände in Karlsruhe erheben mit einem Brief an Oberbürgermeister Fenrich Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, Margret Mergen. Mit dem von ihr veranlassten Kahlschlag beim Technologiepark habe sie klar gegen die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen. Mergen erklärte dagegen, es sei nur Müll und Wildwuchs entfernt worden und das in enger Abstimmung mit dem Umweltamt.
/region/karlsruhe/Mergen-verteidigt-Kahlschlag-beim-Technologiepark;art6066,798904,B?bn=811146
Margret Mergen
zum Bilddetail
Erste Bürgermeisterin Margret Mergen
Foto: ps
Technologiepark Karlsruhe
Technologiepark Karlsruhe

Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Arbeitskreis Karlsruhe des Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) sowie die Gruppe Karlsruhe des Naturschutzbund Deutschland (NABU) erheben mit einem Brief an Oberbürgermeister Fenrich Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Mergen.

"Mergen hätte sich vorher abstimmen müssen"

Mit dem von ihr veranlassten Kahlschlag auf vier Hektar Fläche ohne vorherige artenschutzrechtliche Prüfung habe sie klar gegen die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen. In Paragraph 44 seien so genannte "Zugriffsverbote" für streng geschützte Tierarten geregelt.

Die Naturschutzverbände weisen darauf hin, dass es ein Leichtes gewesen wäre, bei einem vorab durchgeführten Abstimmungsgespräch mit dem Amt für Umwelt und Arbeitsschutz oder mit den ehrenamtliche tätigen Naturschutzverbänden Kenntnis über die Nutzung der Fläche durch strengem Schutz unterliegende Vogelarten wie Nachtigall und Gartenrotschwanz zu erlangen.

Da die genannten artenschutzrechtlichen Bestimmungen bereits seit 2007 mit der so genannten "kleinen Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes" eingeführt worden waren, hätte Mergen davon wissen müssen, finden die Naturschützer. Selbst wenn statt vorsätzlicher Missachtung geltenden Rechts lediglich fahrlässige Unkenntnis vorläge, müsse von einem Straftatbestand ausgegangen werden.

Mergen: Es wurde nur Wildwuchs entfernt

Bürgermeisterin Margret Mergen erklärte am Donnerstagmittag im Rahmen des Jahresauftaktgesprächs zum Wirtschaftsstandort Karlsruhe, dass auf dem besagten Gebiet nur Wildwuchs entfernt worden sei. Dies sei notwendig geworden, da auf dem Gelände des Technologieparks zunehmend illegal Schrott und Abfall abgelegt wurde. In vergangener Zeit seien deswegen allein 150 Klagen von Bürgern bei der Stadtverwaltung eingegangen. Die städtische Feldhut musste mehrmals ausrücken. Daher habe man sich entschieden, das Gebiet aufzuräumen und Wildwuchs zu entfernen. "Wir machen das ja nicht willkürlich", so Mergen.

Auch den Vorwurf, dies geschehe, obwohl es gar keinen Kauf-Interessenten für das entsprechende Gewerbegelände gebe, weist Mergen zurück. Mehrere Unternehmen hätten bereits ihr Interesse geäußert. Am 11. Januar sei eine konkrete Anfrage eines Software Unternehmens bei der Stadt eingegangen. Das Unternehmen könne sich am bisherigen Standort in Karlsruhe nicht erweitern und überlege nun ein Bürogebäude auf 5.000 Quadratmeter Fläche auf dem Gebiet des Technologieparks zu errichten.

"Wenn man die vielen Verunreinigungen und die viele Klagen der Bürger über dieses Gebiet sieht und Firmen hat, die an dieser Stelle investieren wollen, dann ist es nur verständlich, dass die Stadt den Jahresbeginn genutzt hat, um dort wilde Brombeerhecken zu entfernen", erklärte Mergen den Schritt. Die Stadt habe bewusst diesen Zeitpunkt gewählt, damit die Arbeiten vor der Vogelbrutzeit abgeschlossen seien. Zudem betonte Mergen, dass nur Wildwuchs entfernt worden sei, der ökologisch keine Bedeutung habe. Zudem sei das Vorgehen eng mit dem städtischen Umweltamt abgesprochen worden.

Mehr zum Thema:

Karlsruher Grüne kritisieren "Kahlschlag am Technologiepark"

ka-news beschäftigt sich demnächst mit diesem Thema. Im Laufe der nächsten Woche wird ein Artikel über den "Kahlschlag beim Technologiepark" erscheinen.

Mehr zu: BUND "Margret Mergen"



Kommentare [106]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (56 Beiträge) | 27.01.2012 10:47
    Bewerten: (0)
    Liebe Frau Mergen,
    Sie haben doch nichts im Griff. Die Birken wachsen nicht innerhalb von ein paar Tagen so zahlreich und so hoch. Außerdem wurde der Unrat nicht an einem Tag dort gelagert. Also liegt die Schuld und das Versäumnis doch bei Ihnen. Wieso reagieren Sie erst jetzt auf die ca. 150 Bürgern, welche sich über den Unrat geäußert haben ? Oder haben sich diese alle an einem Tag beschwert ? Halten auch Sie den Bürger nicht für so naiv, wie Sie versuchen diesen so hinzustellen. Meine Stimme bekommen Sie nicht.
  • (228 Beiträge) | 27.01.2012 11:09
    Bewerten: (0)
    Hansi
    dafrü bekommnt sie aber meine und die meiner Familie, ingesamt 22 Stimmen.......
  • (3027 Beiträge) | 27.01.2012 19:53
    Bewerten: (0)
    Das sorgst Du schon dafür, oder ?
    Für "Einigkeit" in der Familie grinsen
  • (26788 Beiträge) | 27.01.2012 00:58
    Bewerten: (0)
    Für einen Golfplatz
    reicht das jedenfalls nicht...
  • (3027 Beiträge) | 27.01.2012 13:30
    Bewerten: (0)
    Leider . . .
    DAS wär wenigstens ein ordentlicher Ersatz und keine wieder versiegelte Fläche !
  • unbekannt
    (11392 Beiträge) | 26.01.2012 19:59
    Bewerten: (0)
    Ich kann die Aktion schon verstehen
    Wenns nach mir gegangen wäre, wäre das Stückchen auch solange geblieben bis es jemand bebaut hätte (der hätte dann sogar Gratis Brennholz zwinkern )...

    Aber es ist eben so, wenn dann jemand kommt und eine Fabrik draufbauen will und der sich dann erstmal mit dreihundert "Baumschützern" rumschlagen muß, das schreckt jeden Investor ab.

    Und daß das Abholzen nicht angekündigt wurde hatte wohl auch einfach den Grund, daß man nicht wollte daß diverse Industrie- und Fortschrittsfeindliche Gruppierungen "Demonstranten" aus der halben BRD anheuern, um Hagsfeld zu belagern...

    Ist ja mittlerweile eine Krankheit was für ein Geschiß mittlerweile um jede kaputten Pappel gemacht wird. Und das hat nunmal die Konsequenz, daß die Gegenseite eben auch lieber im Voraus dafür sorgt, daß es erst garkeine Bäume werden...

    Hätten wir diese demokratiefeindliche Bewegung nicht, dann könnte man mal vernünftig drüber reden.
  • (3027 Beiträge) | 26.01.2012 21:31
    Bewerten: (0)
    Vernünftig drüber reden ?
    Dazu müsste man aber dann auch die Chance sehen evtl. recht zu bekommen. Und genau DAS ist das Problem. Solange das Geld die Macht hat gibt es kein "Vernünftig drüber reden" . . .
  • (1158 Beiträge) | 26.01.2012 20:06
    Bewerten: (0)
    Ich für
    meinen Teil war noch nie an einen Baum angekettet. Meistens werden die Bürger die gerade ihr Häuschen auf der Wiese gebaut haben zu Okös, sobald noch jemand anderes da bauen will.
  • unbekannt
    (11392 Beiträge) | 26.01.2012 20:12
    Bewerten: (0)
    Und komischerweise...
    Wird dieser Trend (Vororte zukleistern) mit allen Konsequenzen (höhere Verkehrsbelastung, weniger Landschaft) nicht im Geringsten kritisiert.

    Wenn man aber Wohnraum in der Stadt fordert, da wo die meisten Menschen leben und dauerhaft auch leben wollen, dann kommen Heckenschützer aus allen Stadtteilen angetrabt.

    Da gehts um Flächen, die wenn überhaupt einige Hektar groß sind, wo aber Tausende Leute leben könn(t)en.
    Wenn aber jedes Kuhkaff im Umland die Hälfte seiner Wiesen für Neubaugebiete opfert, da sagt keiner was...

    Es gibt natürlich auch in der Stadt Gebiete die zu schützen sind (Sandwiesen, Murg-Kinzig-Rinne etc.), aber wenn mir einer weißmachen will, daß z.B. das Gelände nördlich des ZKM oder ein Streifen entlang der Rüpurrer Straße besonders schützenswert sind, da frag ich mich ernsthaft ob diese Leute einen an der Klatsche haben...
  • (9994 Beiträge) | 26.01.2012 22:14
    Bewerten: (0)
    Die
    wollen nur dagegen sein, ohne Sinn und Verstand. Oder Wähler manipulieren, das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen.
  • (3027 Beiträge) | 26.01.2012 22:47
    Bewerten: (0)
    Auch das scheint es zu geben.
    Trotzdem schade um die Hecken grinsen
  • (1158 Beiträge) | 26.01.2012 20:26
    Bewerten: (0)
    Der Trend wird schon kritisiert,
    siehe Pfalzflüchter die dann prompt ne zweite Rheinbrück brauchen.
    Innenstadtverdichtung ist gut und richtig, anders geht es gar nicht. Rüppurrer Straße, das waren überwiegend Anwohner die sich aus besagten Gründen mal eben ein Ökomäntelchen übergezogen haben, auch beim ZKM ist eine Bebauung sinnvoll.
    Und genau darum geht es, macht es Sinn oder nicht. Ganz emotionslos.
  • (9994 Beiträge) | 26.01.2012 19:45
    Bewerten: (0)
    Was
    lernt man daraus? Als Bauland ausgewiesene Brachfläche immer schön kurz halten. Sonst kommen noch die vermeintlichen Naturschützer und versuchen sich zu profilieren. Es ist ja nicht so, dass das ein Naturschutzgebiet ist.
  • (1158 Beiträge) | 26.01.2012 19:52
    Bewerten: (0)
    Stimmt nicht
    wenn Du da regelmäßig mähst, könnte sich ein Sandrasen entwickeln bei dem Boden da. Der ist streng geschützt (siehe alter Flugplatz ) grinsen
  • unbekannt
    (11392 Beiträge) | 26.01.2012 20:06
    Bewerten: (0)
    Dabei dachte ich immer...
    Berlin ist auf Sand gebaut und Karlsruhe auf Löß? hmm...

    Da hilft dann nur eins: Cannabispflanzen anbauen, die werden konsequent abgerissen bis kein Gras mehr wächst...

    Kein Gras mehr wächst grinsen
  • (1158 Beiträge) | 26.01.2012 20:11
    Bewerten: (0)
    Ne viel
    Sand (Rheinsand) gibt es hier, aber bei Cannabis lass ich mit mir reden und helfe beim roden grinsen
  • (3027 Beiträge) | 26.01.2012 19:47
    Bewerten: (0)
    Genau deshalb
    wird Dein Garten jetzt auch gerodet grinsen
  • (9994 Beiträge) | 26.01.2012 21:42
    Bewerten: (0)
    Nummer eins:
    auf mein Privateigentum kommt niemand ohne meine Erlaubnis. Wem gehört die Fläche denn?

    Nummer zwei: Den Garten habe ich mir schon vor langer Zeit abgeschafft, zu wenig Zeit für zuviel Arbeit.

    Ich finde es zwar schade, aber nicht all zu schlimm, dass für den Wachstum Karlsruhes Brombeerhecken "gerodet" werden. Wenn Du ländliche Idylle liebst, bist Du im Elsass genau richtig. Viel Glück.
  • (3027 Beiträge) | 26.01.2012 21:57
    Bewerten: (0)
    Wenn ich dran denke wies hier in der Waldstadt mal vor
    30 Jahren noch ausgesehen hat ! Oops, so lange wohne ich schon hier .. . . ich glaube, genau das Stück gabs damals auch schon. Vielleicht hat es mich deshalb etwas mitgenommen. Ich glaube, da wohnen auch noch Leute in einem uralten Häuschen.
    Und vor kurzem haben "DIE" einfach die Bäume auf unserem Modellflugplatz weggerodet usw. usw. Alles staubig und dreckig danach . . . eine Wüstenei grinsen Naja, der Fortschritt halt, unaufhaltsam. Ich bin FÜR die zweite Rheinbrücke, damit ich wenigstens irgendwann schneller von hier aus im Elsass bin . . . Ich geb GAS um hier mal rauszukommen, lebenswert ist es vermutlich in weiteren 30 Jahren hier auch nicht mehr, wenns so weitergeht.
  • unbekannt
    (11392 Beiträge) | 26.01.2012 19:38
    Bewerten: (0)
    Wo ist das Stückchen?
    Ich war heute zufällig durch ganz Hagsfeld gefahren, auch den Technologiepark und habe keine Veränderung zum letzten Besuch gesehen. Wo war das?

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Bitte beachten Sie die Regeln!
Titel:
Kommentar:

Kommentare
dürfen 1000 Zeichen lang sein.
Ihnen verbleiben Zeichen.
Für registrierte Nutzer
Für nicht registrierte Nutzer
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken
Benutzername  
Passwort  
     

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Medienhaus intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

Hinweis: Die Registrierung ist ohne Angabe des wahren Vor- und Zunamens nicht zulässig. Pro Mitglied ist nur ein Account zulässig.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:
Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden:
Anrede:
Frau Herr  
Titel:
Vorname:
Nachname:
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:
Geburtstag:
 
 
Themenbereich HTML-
Newsletter
Nicht
abonnieren
ka-news.de-Newsletter: News aus Karlsruhe
KSC-Newsletter: Montagsausgabe
KSC-Newsletter: Freitagsausgabe
ka-news Newsletter: Baden-Baden und Rastatt
ka-news-Gewinnspiel-Newsletter
ka-news.de-Kultur-Newsletter
ka-news.de-Newsletter: Meistgelesene Nachrichten
ka-news-Tippspiel - Newsletter
 
 


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 
Anzeige
Anzeigen
V-Kalender
Noch nichts vor am Wochenende? Jetzt schnell und einfach planen mit dem neuen ka-news.de Veranstaltungskalender. Alle wichtigen Termine übersichtlich und geordnet! [Mehr..]
Anzeige