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19.09.2012 16:07
 
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Mehr Kontrollen: Karlsruher fahren zu schnell im verkehrsberuhigten Bereich [38]

Karlsruhe (hhs) - Jedes Jahr werden in Karlsruhe rund 2.000 Kinder eingeschult. Sie alle erhalten noch vor dem ersten Schultag gemeinsam mit ihren Eltern ein Schulwegtraining der Verkehrspolizei. Das allein reiche jedoch nicht, um für mehr Sicherheit auf den Karlsruher Straßen zu sorgen. Neben Appellen an die Autofahrer müsse gerade jetzt in der Nähe von Schulen vermehrt kontrolliert werden, sind sich Bürgermeister Wolfram Jäger und Ordnungsamtsleiter Björn Weiße einig.
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Aktion zur Verkehrssicherheit an der Gutenbergschule
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Karlsruher ABC-Schützen sollen sicher zur Schule kommen. Das Ordnungsamt wird deshalb in nächster Zeit vermehrt kontrollieren.
Foto: hhs

Schon seit einigen Jahren wende die Stadt dieses Mittel an, jedes Jahr stehe dabei eine andere Schule im besonderen Fokus. Derzeit haben sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes rund um die Gutenbergschule in der Karlsruher Weststadt postiert: Dort werden nun vermehrt Verkehrskontrollen durchgeführt: Geschwindigkeit, Parkverhalten und die Sicherheit im Auto werden dabei besonders geprüft.

Die Gutenbergschule befindet sich in einem verkehrsberuhigten Bereich, eigentlich ist hier Schrittgeschwindigkeit angesagt, und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. Doch bereits erste Messungen am Dienstag haben gezeigt, dass sich nur die wenigsten an dieses Tempo halten. Innerhalb weniger Stunden gab es bereits am Morgen 37 Überschreitungen, der schnellste Fahrer war mit 30 Stundenkilometern unterwegs, angesichts der unübersichtlichen Verkehrssituation rund um die Schule ein großer Risikofaktor nicht nur für die Kinder.

"Elterntaxis sind ein Problem"

Aber auch das Parken ist rund um die Gutenbergschule, und nicht nur hier, ein Gefahrenfaktor. "Elterntaxis sind ein Problem in Karlsruhe. Das muss man ganz deutlich so sagen" erklärt Björn Weiße, Leiter des Karlsruher Ordnungsamtes. Auch Schulleiter Gunter Vogel bestätigt das: "Oftmals sind es aber nicht die Kinder, die von weiter her kommen, sondern die, die nur zwei Straßen weiter wohnen, die von ihren Eltern morgens im Auto gebracht werden. Da kommt es schon mal vor, dass der komplette Eingang zur Schule zugeparkt ist. Wenn dann noch kurz auf dem Markt eingekauft wird, kann aus dem kurzen Halt auch schon mal ein Parken werden". Allerdings kämen auch schon viele Kinder und Eltern zu Fuß oder mit dem Fahrrad, merkt der Schulleiter ergänzend an.

Wenn Appelle nicht helfen, müssen Strafen greifen

Die Aktion wolle für mehr Rücksicht sorgen und Verständnis für die Situation der Kinder schaffen. "Aber wenn das Appellieren nicht mehr hilft, muss man eben kontrollieren und bei Bedarf auch bestrafen", erklärt Bürgermeister Wolfram Jäger. Jeder Unfall weniger zähle, besonders Unfälle mit Kindern gelte es zu verhindern. Da helfe nur konsequentes Schulwegtraining mit den Kindern, Eltern und der Schule - aber damit verbunden eben auch die Kontrollaktion. 

Denn auch im vergangenen Jahr seien sowohl die Unfälle mit Personenschaden, aber auch die, an denen Kinder beteiligt waren, im Stadtgebiet wieder erheblich angestiegen. 2011 gab es 110 Unfälle, bei denen Kinder zu schaden kamen, 2010 waren es noch 76. Diese Statistik legte Björn Weiße im Rahmen des Pressegesprächs am Dienstag vor. "Das ist eine Entwicklung, die kann man nicht akzeptieren, da muss man reagieren", so der Amtsleiter, der weitere besorgniserregende Zahlen nachlegte. "Im ganzen Jahr 2010 gab es 20 Schulwegunfälle, dieses Jahr sind es schon jetzt 19 und wir sind gerade mal im September, eine Woche nach Schulanfang. Das wird ein weiterer Anstieg, der uns schon jetzt Sorge bereitet."

Erziehung ist wichtig

Beim Verhindern der Unfälle sei aber auch der Einfluss der Eltern von großer Bedeutung. Sie seien nicht nur Vorbilder, sondern hätten auch ein großes Maß an Verantwortung für ihren Nachwuchs. Das Schulwegtraining sei das eine, aber auch das Anschnallen auf Kurzstrecken sei wichtig und werde häufig vernachlässigt, so Weiße. Ein weiteres Beispiel für die Verantwortung der Eltern sei das Tragen von Fahrradhelmen: Während im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren noch 56 Prozent der Kinder einen Helm tragen, sinkt die Anzahl zwischen elf und 16 Jahren auf 19 Prozent, ab einem Alter von 17 Jahren sei der Anteil der Helmträger geradezu verschwinden gering. "Solche Trends machen uns Sorgen und erklären ein Stück weit die hohen Unfallzahlen. Denn von den 2011 110 verunglückten Kindern waren 47 mit dem Rad unterwegs, 30 zu Fuß und der Rest kam im Auto zu schaden. Zahlen, die zeigen, dass die breit gefächerten Kontrollen sein müssen, ebenso wie die Aufklärung und die Verkehrserziehung; denn am Ende kann nur die gesunde Mischung aller Maßnahmen helfen, die Unfallzahlen zu senken.

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Kommentare [38]
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  • (293 Beiträge) | 19.09.2012 16:30
    die "kritische Masse" ...
    ... ist schon seit Jahrzehnten überschritten. Frei nach dem Motto "Wenn sich KEINER an die Verkehrsregeln hält, wieso sollte ich es dann?". Zumal die drohende Strafe, falls man mal jemals erwischt werden sollte, ja auch allerhöchstens symbolischer Art ist.

    Mir fehlt da imho ein Gesamtkonzept der Politik, um dieser Ellenbogenmentalität zu begegnen. Problem ist nur, wenn ALLE die Regeln zum eigenen Vorteil verbiegen, dann hat kaum einer Interesse daran, daran was zu ändern. Imho ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.
  • (701 Beiträge) | 19.09.2012 16:53
    An Schulen und Kindergärten
    An Schulen und Kindergärten unterstütze ich die Kontrollen voll und ganz. Nicht jedoch an Stellen , wo gern mal etwas schneller gefahren wird ,welche auch keine Unfallschwerpunkte darstellen oder sonstige erhöhte Gefahr besteht. DAS ist nämlich reine Abzocke
  • (20148 Beiträge) | 19.09.2012 16:58
    Wow!
    Es hat genau zwei Beiträge gedauert, bis wieder einer mit Abzocke anfängt.
  • (701 Beiträge) | 19.09.2012 17:16
    ;)
    Ich hab ja geschrieben ,dass ich an Schulen und Kindergärten diese Aktionen unterstütze. NUR eben an diversen anderen Stellen ist es reine Abzocke. Sollte vlt noch nachtragen dass auch an anderen Stellen zu schnelles Fahren unentschuldbar ist, und ich das nicht gutheissen möchte. Doch ist es Fakt , dass die Stadt schon im Haushaltsplan einen gewissen Betrag X an Bussgeldern fest eingeplant hat.
  • (20148 Beiträge) | 19.09.2012 17:24
    Also dann
    nochmal für dich ganz Uneinsichtigen: Eine Geschwindigkeitsbeschränkung gilt immer, nicht nur dann wenn sie einzelne Spezialisten für sinnvoll halten.
    Wenn du irgendwo gemessen wirst und zu schnell warst, dann sind nicht die anderen Abzocker, sondern du warst zu dumm dich an die Geschwindigkeitsbeschränkung zu halten.
    Also nicht Abzocke sondern klarer Fall von selber schuld.
  • (273 Beiträge) | 19.09.2012 20:25
    Einfach nur
    Danke für diesen Kommentar
  • (7418 Beiträge) | 19.09.2012 20:38
    So ist es.
    Nagel auf Kopf, oder so ähnlich.
  • (20148 Beiträge) | 20.09.2012 02:40
    @Rahmdieb und Runsiter,
    daz braucht es keine Huldigung. Ich nehme diese gerne an, aber wer nicht kapiert, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung zu akzeptieren ist darf eigentlich auch keinen Führerschein haben. Wenn ihr mich als Könich wählt kriegt sofort jeder der je hier das Wort Abzocke geschrieben hat den Führerschein abgenommen. Und das Auto wird beschlagnahmt und brüderlich verteilt.
    Selbst so Leute wie blaumann lernen es irgendwann, auch wenns schwerfällt.
    Ich nehm mir auch viel raus und stell mein Auto, abgesehen von Rollstuhlplätzen, dahin wo ich will. Wenn ich es irgendwo hinstellen will interessieren mich weder Sperrflächen noch sonstige Halteverbote. Natürlich keine Feuerwehrzufahrten. Aber wenn die Zettelhexe kommt muss ich zahlen. Und da diskutiere ich dann auch nicht.
  • (1717 Beiträge) | 20.09.2012 03:48
    der vernünftige Revoluzzer - huch wie schräg
    ist doch kackegal was Du Dir rausnimmst und mit wieviel Augenmaß, jeder nimmt sich was er will, ebenso auch die Cops. F*ck it
  • (75 Beiträge) | 19.09.2012 16:58
    Spielstraßen
    In Spielstraßen merkt man die Einstellung der Verkehrsteilnehmer auch in extremer Weise- die allerwenigsten Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeit- zB in dem Abschnitt zwischen Akademiestraße und Passagehof
  • (745 Beiträge) | 19.09.2012 18:02
    wieviel
    kinder hast du da schon spielen sehen?
  • (8638 Beiträge) | 19.09.2012 18:17
    Seit ich...
    durchgefahren bin, keine mehr... zwinkern
  • (75 Beiträge) | 19.09.2012 18:42
    aber es...
    ...reicht doch schon, dass ich dort benahe täglich fast umgefahren werde zwinkern
  • (5416 Beiträge) | 20.09.2012 02:20
    !
    Da sieht man ständig Kinder spielen!!!!!!111elf

    Große Kinder spielen dort Autorennen ... zwinkern
  • (146 Beiträge) | 20.09.2012 08:00
    Spielstraße ist ...
    ... nur das umgangssprachliche Wort für eine Verkehrsberuhigte Zone.
  • (1596 Beiträge) | 19.09.2012 18:59
    Mich würde...
    ...ja mal interessieren, was der Tacho der Polizeiwagen anzeigt, die täglich durch unsere Spielstraße pesen. Ich schätze 30 km/h Minimum.
  • (273 Beiträge) | 19.09.2012 20:33
    Lass es doch mal messen
  • (139 Beiträge) | 19.09.2012 21:13
    Geschwindigkeitsanzeigen
    im Landkreis sind flächendeckend elektronische Geschwindigkeitsanzeigen mit dem Effekt 'erhobener Zeigefinger' installiert. Diese Anzeigen sind sehr wirkungsvoll, reduzieren die Geschwindigkeit unmittelbar, bringen aber natürlich kein Geld in die Kasse. In KA gibt es nur einen Pkw-Anhänger mit einer solchen Geschwindigkeitsanzeige. Ein reines Feigenblatt, sporadisch eingesetzt, ohne nachhaltige Dauerwirkung.
    KA sollte sich ein Beispiel am Landkreis nehmen und wie dort flächendeckend elektronische Geschwingkeitsanzeigen installieren. Dies ist wirkungsvoll, kostet nicht allzu viel und nutzt der Bevölkerung. Den sogenannten mittelständischen Wirtschaftbetrieben und dem im Stadtgebiet weitgehend ungehindert rasenden Lkw-Verkehr ist dies natürlich ein Dorn im Auge und deshalb auch insbesondere von der potentiellen CDU Klientel total unerwünscht. Im Interesse der verkehrsgeplaten Bevölkerung sollte man derarite Anlage dennoch endlich installieren.
  • (273 Beiträge) | 19.09.2012 21:17
    Sinnvoll
    in 30er Zonen, aber die Nachhaltigkeit auf Kriegsstrasse oder Südtangente möchte ich bezweifeln, da ist jeder so schnell daran vorbei..
  • (5416 Beiträge) | 20.09.2012 02:22
    !
    Wenn mehr davon, dann bitte welche, mit denen ich auch meinen Fahrradtacho eichen kann! zwinkern

    Viel zu viele davon verweigern ihren Dienst bei Radfahrern ...

Seite : 1 2 (2 Seiten)

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