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11.03.2016 07:00
 
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Mehr Haushalte in Karlsruhe: "Wohnungssituation wird sich verschärfen!" [39]

Plattenbauten in Erfurt. Laut Allianz wird in zehn großen Städten und Regionen bis 2030 knapp eine Million Wohnungen fehlen. Foto: arifoto

Karlsruhe (Konstantin Maier) - Wohnraum ist ein knappes Gut - und zwar nicht nur in Großstädten. Wie eine aktuelle Studie belegt, ist der Wohnungsmarkt Deutschland angespannt. Mit Sorge betrachten die Autoren auch die Situation im Raum Karlsruhe. Ihre Prognose: Ohne größere Bautätigkeit könnte es zu einem erheblichen Engpass auf dem Wohnungsmarkt kommen.
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Die Einwohnerzahl am mittleren Oberrhein wächst. Zu diesem Ergebnis kommt die Versicherungsgesellschaft Allianz Deutschland. Das Unternehmen hatte eine Studie in Auftrag gegeben, die den Wohnungsmarkt in Deutschland bis 2045 untersuchen sollte. Die Frage: "Wie entwickeln sich die Wohnungsmärkte in den nächsten 30 Jahren?"

Über eine Millionen Menschen bis 2030

Ein Trend lässt sich dabei laut der Studie deutschlandweit feststellen: Die Bevölkerung wächst. Diese Entwicklung ist laut der Studie auch im Raum Karlsruhe zu beobachten: "Gegenüber dem Vergleichsjahr 2013, in dem rund eine Millionen Menschen in der Raumordnungsregion lebten, wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2030 um 10,7 Prozent auf 1,1 Millionen steigen", teilen die Allianz und Prognos mit. Der Grund für den Zuwachs: "Sowohl Studierende, als auch die 30- bis 50-Jährigen ziehen vor allem innerhalb der nächsten 15 Jahre Jahren verstärkt in die Raumordnungsregion Mittlerer Oberrhein, die neben Stadt und Landkreis Karlsruhe auch Baden-Baden sowie den Landkreis Rastatt umfasst."

Auf der einen Seite werde die Region in den kommenden Jahrzehnten überproportional von dem künftigen Bevölkerungswachstum profitieren. Doch der Zuzug führt auch zu Problemen: Mit steigender Bevölkerungszahl wird auch die Zahl der Haushalte im Raum Karlsruhe zunehmen - und stärker als bisher angenommen, so die Prognose. Hier erwarten die Autoren der Studie bis zum Jahr 2045 einen Zuwachs um 23,5 Prozent gegenüber 2013. 

Angespannter Wohnungsmarkt könnte sich verschärfen

Für den Wohnungsmarkt bedeutet dies eine angespannte Lage. Die Autoren der Studie warnen: Die ohnehin angespannte Situation werde sich in den kommenden Jahrzehnten weiterhin verschärfen wird, wenn die Bautätigkeit am mittleren Oberrhein nicht deutlich ausgeweitet wird. Bereits im Jahr 2013 kamen in der Region auf 1.000 Haushalte lediglich 975 Wohnungen. "Von einem ausgeglichenen Wohnungsmarkt spricht man, wenn 1030 Wohnungen auf 1000 Haushalte kommen", so die Erklärung der Allianz.

Bei gleichbleibender Bautätigkeit werde sich das Wohnungsangebot laut Studie bis zum Jahr 2030 aber sogar auf 925 Wohnungen pro 1.000 Haushalte verknappen. Auf diesem Niveau wird sich der Wohnungsmarkt nach Einschätzung der Autoren auch im Jahr 2045 bewegen, weil sich das Bevölkerungswachstum bis dahin wieder etwas verlangsamen wird.

So will Karlsruhe dem Trend gegensteuern

Doch ganz so einfach ist es nicht mit dem Wohnungsbau. "Das Problem ist die Auffindung von nutzbaren Flächen", erklärt Karlsruhes Baubürgermeister Michael Obert im Gespräch mit ka-news. Natürlich hätte die Stadt einige Flächen "im Köcher". "Allerdings benötigen die Planungsphasen auch ihre Zeit." Obert rechnet mit etwa fünf Jahren, bis die neu erschlossenen Flächen auch nutzbar sein.

Gleichzeitig verweist er auch das räumlichen Leitbild der Stadt. Planerische Vorstellungen und Leitbilder wie den ersten Plan von 1716 sind Teil der "Planstadtgeschichte". In dem räumlichen Leitbild heißt es: "Die bestehenden Prognosen zum Einwohnerwachstum in Karlsruhe werden derzeit von der tatsächlichen Entwicklung bei weitem übertroffen". Es müsse daher planerisch damit gerechnet werden, dass die Stadt auch weiterhin Wohnraum für eine wachsende Zahl an Einwohnern schaffen müsse. "Schwerpunkt muss die Entwicklung der vorhandenen Flächen sein." Karlsruhe hätte aber noch bedeutende Reserven, um ein mögliches Einwohnerwachstum innerhalb seiner Stadtgrenzen zu bewältigen, so weiter im räumlichen Leitbild.

"Wirtschaft und Politik müssen Infrastrukturprojekte diskutieren!"

Ist es mit Bauen und Reserven allein getan? "Die Herausforderung einer wachsenden Bevölkerung können die Großstädte nicht allein bewältigen", meint Peter Haueisen, Projektleiter der Allianz Baufinanzierung. Er sieht eine weitere Möglichkeit, auf das Bevölkerungswachstum zu reagieren: Eine große Chance liege in einer stärkeren Kooperation der Regionen. "Die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft müssen zum Beispiel Infrastrukturprojekte, wie den Ausbau der S-Bahn-Netze, diskutieren", so könne es gelingen, die Potenziale an Wohnungen in etwas entfernt liegenden Regionen zu erschließen und an den Ballungsraum anzubinden.

In Karlsruhe sei diese Anbindung an das Umland aber keine Lösung, meint Baubürgermeister Obert, denn auch hier würden die Flächen fehlen. "Schutzgebiete im Umland erschweren die Suche, wir befinden uns hier in einer Art engem Korsett", so Obert weiter. Allerdings sei entlang der Stadtbahnlinien S2, S4, und S1 Wohnraum entstanden. "Hier entwickelt sich viel", erklärt der Baubürgermeister, "noch ist die Planung nicht abgeschlossen."

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Kommentare [43]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (202 Beiträge) | 11.03.2016 23:01
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    .
    Man sollte nun endlich mal am Hochhauskonzept festhalten, dass man vor Jahren beschlossen hat. Es gäbe genug Standorte, an denen Hochhäuser geeignet wären. Dann nur noch einen Wettbewerb starten und die schönsten auswählen.
    Die Leute müssen mal das Bild der hässlichen Betonklötze aus dem Kopf kriegen.
  • (1402 Beiträge) | 11.03.2016 14:53
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    Alles schön und gut.
    "Obert rechnet mit etwa fünf Jahren, bis die neu erschlossenen Flächen auch nutzbar sein."

    Diese Zeit haben wir nicht. Das muss deutlich schneller gehen!
  • (8649 Beiträge) | 12.03.2016 13:12
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    obert rechnet
  • (8649 Beiträge) | 12.03.2016 13:14
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    hier,
    wo ich gerade bin, haben sie auch keine Wohnungen.
    Und nix zu essen.
  • (1 Beiträge) | 11.03.2016 12:58
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    Wohnungen werden so nicht gebaut
    Mit dieser Rechtsprechung und dem Steuerrecht kann es keine neuen Wohnungen geben. Wer baut oder kauft will dann auch über sein Eigentum bestimmen.
  • (13 Beiträge) | 11.03.2016 12:23
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    Hätte man
    zeitig gekauft wär man aus dem Stress raus...
  • (808 Beiträge) | 12.03.2016 02:00
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    Die Hütte
    kostet mitunter doppelt so viel als sie wert ist. Das ist eins. Aber du musst die Zeit bedenken in der du drin lebst. Kannst alles machen ohne zu fragen, du lebst. Ich lebe lieber als mir was vorschreiben zu lassen.
  • (1027 Beiträge) | 11.03.2016 11:07
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    Diese 30 Jahr Prognosen...
    sind beinahe Sinnlos. Bis dahin werden sich so viele Rahmenbedingung ändern, dass jede Hochrechnung der jetzigen Trends reine Spekulation ist.

    Wie wird die Rhein Ebene mit dem Klimawandel klar kommen?
    Die politische Lage in Europa neigt immer mehr zur Instabilität... Wer glaubt noch an dauerhaftes Wirtschaftswachstum bei solchen Turbolenzen.

    Sonst zur aktuellen Lage: Innerstädtische Flächen auf denen gebaut werden könnte, gäbe es ja schon. Sie werden halt lieber per Kuhhandel an irgendwelche "Stiftungen" veräußert, als daraus Wohnraum zu schaffen. Aber das ist ein Problem der Prioritätsordnung der Politik, nicht der Mangel an Boden.
  • (7199 Beiträge) | 11.03.2016 12:12
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    Welche innerstädtischen Flächen
    die hätten bebaut werden können wurden denn verscherbelt?
    Und was haben die Käufer mit denen gemacht?
  • (3194 Beiträge) | 11.03.2016 14:24
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    in....
    ... Neureut- Heide für einen Autowaschpark, in Hagsfeld für ein Logistikzentrum, z.B. In Durlach-Aue gäbe es an der B 3 auch ein grösseres Baugebiet, aber das wird z.Z. zur Frischluftschneise umfunktioniert..
  • (7199 Beiträge) | 11.03.2016 15:17
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    Diese Flächen
    in Heide bzw. Hagsfeld sind m.W. Gewerbegebiet, in solchen sind Gebäude nur zum Wohnen nicht zulässig.
    Und in dem Gebiet bei Aue leben Kröten, die sind wichtiger als Wohnraum . zwinkern
  • (783 Beiträge) | 11.03.2016 11:45
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    Genau das ist der "springende Punkt"
    Wer hätte denn vor nur EINEM Jahr damit gerechnet das bis zum Jahresende 1,3 Millionen Neubürger(ohne die vielen Nichtregistrierten)ins Land kommen ? Aber was wäre DE ohne seine vielen überflüssigen "Experten"
  • (22 Beiträge) | 12.03.2016 19:50
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    Experten sind doch die,
    die dir hinterher klar und deutlich erklaeren koennen warum sie vorher flasch lagen?
    Ich bekomme schon immer Gaensehaut wenn ich das Wort "Experte" nur lese oder hoere.
  • (13 Beiträge) | 11.03.2016 11:59
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    Sie sind
  • (2150 Beiträge) | 11.03.2016 09:59
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    Wohnraum extrem teuer
    wo der Wohnraum knapp ist, da wird er teuer.
    Auch in Karlsruhe.
    So kostet in "Knielingen 2.0" ein (wohlgemerkt großzügiges) Reihenmittelhaus über 600.000€. Für ein Reihenmittelhaus in WEG Bauweise...
    Wie soll man sich das mit einem durchschnittlichen Gehalt leisten können? Wie sollten die Mieten für so ein Objekt sein, wenn man dafür noch 2% Rendite auf sein eingesetztes Kapital will?

    Für die Stadt ist das nur praktisch, denn verdient wird an:
    - mit dem Verkauf des Grundstücks
    - mit den Kaufnebenkosten die auf die vollen 600T€ bezahlt werden müssen und nicht wie im Einzelgrundstücksverkauf "nur" auf den Grundstückswert
    - Über die Beteiligung an der Sparkasse, die den Vertrieb für die Immobilien exklusiv vornimmt.

    Da wird das Allgemeingut Grund und Boden künstlich knapp gehalten und von der Stadt nur so angeboten, dass nur die Stadt und deren Vasallen damit verdienen können.
  • (4726 Beiträge) | 11.03.2016 10:23
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    Volkswohnung, ein städtisches Unternehmen
    [/b]Seit über 90 Jahren aktiv in der kommunalen Wohnungswirtschaft

    Als eines der drei großen kommunalen Immobilienunternehmen Baden-Württembergs steht die Unternehmensgruppe VOLKSWOHNUNG seit über 90 Jahren für die Aufgabe, Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern [b]bezahlbaren und hochwertigen Wohnraum anzubieten. Bezahlbar?


    Es sollen auch ein paar Mietwohnungen im Projekt Knielingen 2.0 gebaut werden. Die sind zwar hochwertig, die Mieten sicher nicht für eine Familie mit durchschnittlichem Einkommen bezahlbar.

    Da fragt man sich dann schon, ab welchem Einkommen "die Wohnungsnot" für den Herrn Baubürgermeister relevant ist.

    Auf der Internetseite der Volkswohnung kann man feststellen, dass der der Schwerpunkt heute auf dem Bau von Eigentumswohnungen und Mietwohnungen der gehobenen Klasse liegt.
  • (5496 Beiträge) | 11.03.2016 09:45
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    Volk ohne Raum?
    Im Bereich des Regierungsbezirks Karlsruhe sind derzeit 11.500 Asylbewerber untergebracht Stand 11.3.16 SWR.
  • (26 Beiträge) | 11.03.2016 13:07
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    11.500 Asylbewerber
    X 1.000 EUR durchschnittliche Kosten im Monat X 18 Monate durchschnittliche Bearbeitungszeit des Antrages. UUUps, mein Taschenrechner hat gar nicht so viele Stellen und das nur für Karlsruhe. Aber der Michel zahlt ja.
  • (7312 Beiträge) | 12.03.2016 07:25
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    Für diese Grundrechenart brauche ich keinen Taschenrechner
    um zu einem Ergebnis zu kommen. zwinkern Da hab ich mehr Stellen.

    Ich frage mich immer wer für solche Erkenntnisse Studien, Forschungsgruppen und Experten braucht. Wer halbwegs geradeaus denken kann weiß das schon längst so und wie es kommen wird.
  • (222 Beiträge) | 11.03.2016 10:00
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    Das ist die Zahl in den LEAs
    Also die Neuankömmlinge die noch nicht an die Städte und Landkreise weiterverteilt sind. Nach 6 Monaten gehts in die Gemeinschaftsunterkünfte der Landkreise. Und die sind reichlich gefüllt.

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