Durlach Mehr Geld für Aue: Durlacher Ortschaftsrat überarbeitet Förder-Regelungen

Mit nur einer Enthaltung beschloss der Durlacher Ortschaftsrat am Mittwoch die Anpassung der Förderrichtlinien für dörflich geprägte Sanierungsgebiete. Diese Ergänzungen gelten - sofern auch der Karlsruher Gemeinderat ebenfalls sein Einverständnis gibt - vorerst für Grünwettersbach und für das in Durlach-Aue ausgewiesene Sanierungsprojekt.

In den dörflich geprägten Gebieten der Fächerstadt werden aufgrund der größtenteils sehr alten, historischen Baustruktur - im Gegensatz zu innerstädtischen Gebieten - meist neben energetischen Sanierungen auch noch grundsätzliche Maßnahmen zur Anpassung des Gebäudestandards, wie die Modernisierung von Sanitärbereichen, die Überarbeitung von Installationen, die allgemeine Grundrissverbesserungen und auch Maßnahmen mit Blick auf die Barrierefreiheit nötig, so die Aussage der städtischen Ämter.

Gesammelt wurden diese Erkenntnisse während der bisherigen Begleitung der Sanierungsprozesse in Aue und Grünwettersbach. Ergänzend zu allgemeinen Maßnahmen im öffentlichen Raum und der sozialen Infrastruktur müssen gerade in den dörflichen Sanierungsgebieten weitere Förderanreize für private Hausbesitzer gesetzt werden, um den spezifischen Problemstellungen hier begegnen zu können, so die Stadtverwaltung. 

Zusätzlich zur Wohngebäudesanierung sollen zukünftig auch die Sanierung von Geschäftshäusern und Ladengeschäften beispielsweise zur Aktivierung von Leerständen, zur Stabilisierung der Nahversorgung oder auch zum barrierefreien Umbau von Ladeneingängen gefördert werden.

Alte Bausubstanz fordert neue Ideen

Gerade in Aue habe sich zudem gezeigt, dass sich die Einhaltung der bisher sehr hohen Energiestandards aufgrund der meist umfangreichen notwendigen bautechnischen Verbesserungen zum Erreichen eines modernen Wohnungsstandards nur schwer umsetzen lasse. Daher soll nun - mit der neuen Anpassung der Förderrichtlinien - der Energiestandard auf die Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung herunter gesetzt werden.

Zusammenfassend sollen im Auer Sanierungsgebiet und in Grünwettersbach in Zukunft auch Maßnahmen zur Verbesserung des Gebäudestandards wie Schaffung von Barrierefreiheit, Badmodernisierung oder Überarbeitung von Elektroinstallationen förderfähig werden. Auch ein Zuschuss für die Aufwertung von Fassaden kann dort zukünftig ergänzend zu anderen Maßnahmen gewährt werden.

Ebenfalls finanziell unterstützt werden nach Zustimmung des Gemeinderats auch Abbruch und Abbruchfolgekosten, gekoppelt an die Errichtung von Ersatzneubauten zur Innenentwicklung.   

Am Gesamtetat für die Sanierungsprojekte ändert sich allerdings nichts. Die Gewährung von Zuschüssen erfolgt auch weiterhin im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel, damit entsteht der Kommune kein zusätzlicher finanzieller Aufwand.

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