Matthias Kehle: Schriftsteller und Journalist

Schriftsteller sind schon komische Kauze. Manche fallen in tiefe Depressionen, wenn sie ihren Standort nicht jeden Monat wechseln können, andere bleiben ihrem Geburtsort ein Leben lang treu. So wie Matthias Kehle, der 1967 in Karlsruhe geboren wurde, in Ettlingen aufgewachsen ist und mit seiner Frau immer noch hier lebt: „Wieso sollte ich weg? Ich liebe meine Provinzmetropole, zumal Provinz ein geistiger Ort ist, wie Harald Hurst gern zu sagen pflegt."

Baumhütten und Staudämme bauen, Klettern in alten Fabrikruinen - Matthias Kehles Kindheit war das reinste Paradies. Nachdem er „die schlimmsten Lehrer“ des Ettlinger Eichendorff-Gymnasiums erwischt und überstanden hatte, studierte er in Heidelberg und Karlsruhe Germanistik und Soziologie. 1994 bis 2001 war er wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Soziologie. Stundenweise arbeitet er auch heute noch an der Uni. Ein wichtiges Standbein ist jedoch die journalistische Arbeit, unter anderem für die BNN, das Badische Tagblatt oder die "Klappe auf".

Erste literarische Gehversuche hatte der Journalist und Schriftsteller bereits in der Jugend. Neben "pubertären Ergüssen“ produzierte er damals auch einiges Lesenswertes, das sogar veröffentlicht wurde. 1992 war es schließlich soweit, dass die Erzählungen „Elfmeterschießen“ im G. Braun Verlag publiziert wurden, dem folgten vier weitere Bücher. Als Vorstandsmitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS) setzt er sich auch für die Rechte anderer Autoren und die Literaturförderung ein. Dieses Jahr erschien der Gedichtband „Farben wie Münzen“ im Rimbaud Verlag, die „Pappert-Geschichten“ feiern Montag, 1. September, Premiere im Alkyon-Verlag.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Kann ich nicht.

Was ist Ihre größte Stärke?
Beharrlichkeit.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Sturheit.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Bergsteiger. Autor wollte ich erst werden, als ich bemerkt habe, dass ich für andere Berufe zu faul bin.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Hunderte von Berggipfeln.

Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Meine badische "Bruddligkeit", vor allem vor dem Frühstück.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Mein Schweizer Taschenmesser.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Alle Autos.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Einzelne Menschen: Keine. Leistungen von Menschen: viele.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Musik: "A Song For All Seasons" von Renaissance. Film: "Blau/Bleu" von Krzysztof Kieslowski.

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
"NordWestSüdOst. Gedichte von Zeitgenossen". Herausgegeben von Theo Breuer.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Ente. Dann könnte ich besser schwimmen, und meine Frau müsste nicht alleine baden gehen.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Mit meiner Frau. Aber erst nach dem Frühstück.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Die Aussicht von meinem Balkon: In den Garten und bis zur Hornisgrinde.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Keine U-Strab, kein ECE, ein ZKM, das seine Besucher ernst nimmt.

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Gunzi Heil - der größte anzunehmende Blonde. Wie heißt doch gleich der Modeheini mit dem Hündchen? Er gehört zu dem Dümmsten, was die Medien hervorgebracht haben und sieht auch noch bescheuert aus. Wobei Gunzi und der Modeheini die Gegenpole schlechthin sind.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Waschechte deutsche Proleten.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Intelligente und gebildete Menschen.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Hochbetagt auf einem schönen Berggipfel nach dem Genuss eines guten Weines, faltenlos, im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte sowie aller meiner Haare und Zähne.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Kommt drauf an, was besser ausgeschildert ist.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Sie sind der Erste, der einen Kommentar schreibt – vielen Dank!
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben