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Karlsruhe Lärmende Brummis im Wohngebiet: Karlsruher sind genervt

5 Uhr morgens - bei einigen Menschen klingelt hier zum ersten Mal der Sleep-Alarm des Weckers, der einen zu einer weiteren Runde Leichtschlaf vor Arbeitsbeginn einlädt. Bei anderen brummt der Motor eines Lkw vor der Tür und macht weitere süße Träume unmöglich - und das mitten im Wohngebiet. Auch beim Karlsruher Ordnungsamt gehen regelmäßig Beschwerden über lärmende Sattelzüge vor dem Schlafzimmerfenster ein.

"Ja, dieses Problem ist in vielen großen Städten bekannt, auch in Karlsruhe", bestätigt Björn Weiße, Leiter des Karlsruher Ordnungsamts (OA) auf ka-news-Anfrage.

Parkende Lkw: Gefahr für Kinder

Nach Angaben von Weiße gehen regelmäßig Beschwerden über Lkw ein, die nachts in örtlichen Wohngebieten parken oder früh morgens beginnen, ihre Motoren warmlaufen zu lassen. Vielen Anwohnern bereite außerdem Bauchschmerzen, dass Kindern, die die Straße überqueren wollen, hinter den parkenden Lastern eine ausreichende Sicht fehle und sie so akut gefährdet seien.

Doch was ist erlaubt und was nicht? Laufende Motoren seien laut Weiße generell verboten. Bei Verstößen könnten Anwohner hier auf die Hilfe der Polizei vertrauen, allerdings treffe die meist erst ein, wenn der betroffene Lkw seine Fahrt schon aufgenommen habe. Angezeigt werden könnten ebenfalls Fernfahrer, die ihre Fahrzeuge in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr im Wohngebiet parken. Ein generelles Park- oder Fahrverbot gäbe es allerdings nicht - sehr zum Nachteil vieler Anwohner, die auf ihre gewohnten Parkplätze verzichten müssen. Schilder, die nur Pkw das Abstellen erlauben, könnten nur vereinzelt angebracht werden, erläutert Weiße.

Kommunikation mit Unternehmen notwendig

"In der Regel lässt sich jedoch leider nicht viel machen", so Weiße im Gespräch. Auch die Straßen in Wohngebieten gehörten schließlich zum öffentlichen Verkehrsraum und seien so von jedem Verkehrsteilnehmer legal nutzbar - wenn nicht anders ausgeschildert. Hierbei sei beispielsweise auch zu beachten, dass alle Fahrzeuge, die mehr als 7,5 Tonnen wiegen, generell in Wohngebieten unzulässig seien - so viel brächten allerdings die wenigsten auf die Waage.

"So liegt es vor allem an der Kommunikation mit den Unternehmen, für die die Sattelzüge im Einsatz sind", erklärt Björn Weiße. In vielen Beschwerdefällen wende sich das Ordnungsamt an die Speditionen, die in der Folge die Fahrer ermahnen sollen. "Ein anderes Mittel gegen solche Störfälle haben wir bislang nicht gefunden."

Der Grund der vermehrten "Wohngebiet-Parker": Heutzutage gäbe es viele Subunternehmer, sogenannte "Springer", die bei keiner Firma fest beschäftigt sind. Demnach gäbe es für diese auch keinen Betriebshof, auf dem die Lkw über Nacht abgestellt werden können. "Oft nehmen die Fahrer ihre Dienstwagen mit Heim - zwangsläufig parken sie also vor ihrer Tür in einer Wohngegend", so Weiße. "Zwar stellen die lärmenden Lkw in Karlsruhe kein übermäßig großes Problem dar, jedoch merken wir, dass es die Stadt bewegt", bemerkt der OA-Chef.

Siehe auch:

Lkw-Lärm in Eckenerstraße: Fleischwerk Rheinstetten unter Verdacht

Lärmschutz in der Region: Weniger Krach bei Rheintalbahn und Flughafen

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