Kreiswehrersatzamt Karlsruhe schließt: "Wir sind dann mal weg"
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Karlsruhe (trs) - Die Nachwehen der Bundeswehrreform warfen seit einigen Monaten ihre Schatten voraus - trotzdem kam die Nachricht im Oktober für alle überraschend: Das Kreiswehrersatzamt (KWEA) Karlsruhe wird aufgelöst. Während am Donnerstag bereits eine Verabschiedungsfeier für alle Angestellten stattfand, wissen viele von ihnen noch nicht, wo es sie hin verschlagen wird.
"Die grobe Richtung wird Stuttgart oder Mannheim sein", erläuterte Michael Brod, Präsident der Wehrbereichsverwaltung Süd. Noch wisse man zwar keine Details, wo die Mitarbeiter unterkommen werden - man suche aber nach "sozialverträglichen" Lösungen.
"Bundesbeamte müssen versetzungsbereit sein"
"Dabei hoffen wir natürlich auch auf die Solidarität in der Region", betonte er. Die Verwaltungsfachangestellten und Beamten des mittleren und gehobenen Dienstes könnten sich aufgrund ihrer Qualifizierung genauso gut bei der Stadt Karlsruhe, beim Regierungspräsidium oder an den Hochschulen und Museen bewerben. Ebenso können Ärzte, Sanitätsmitarbeiter und Psychologen außerhalb der Bundeswehr eine Anstellung suchen.
"Grundsätzlich müssen Bundesbeamte aber natürlich versetzungsbereit sein", ergänzte Brod. 117 Mitarbeiter des KWEA schauen derzeit einem neuen Arbeitsplatz entgegen. Brod weist trotzdem daraufhin, dass die Wehrpflicht lediglich ausgesetzt sei und der behördliche Apparat theoretisch eines Tages wieder benötigt werden könnte.
Eine gemeinsame Verabschiedung haben die Mitarbeiter am Donnerstag trotzdem bereits organisiert. "Denn unser Haus wird ständig leerer", berichtete die Leiterin des KWEA Karlsruhe, Sylvia Jahnz. Sorgen mache sie sich um die vielen Teilzeitbeschäftigten des Hauses, die vor allem auf eine neue Anstellung in der Region angewiesen seien. "In der Veränderung liegt aber auch eine Chance. Es liegt nun an uns, wie wir damit umgehen", so Jahnz. Sie bedankte sich herzlich bei ihren Mitarbeitern: "Ihr seid eine großartige Truppe."
Kreiswehrersatzamt ist "ausgemustert"
Auf diese Wertschätzung verwies auch der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober, der genau wie seine Kollegin Katrin Schütz (CDU) zur Veranstaltung gekommen war. Ebenso wie Brod sieht er das Land als potenziellen Arbeitgeber für die Angestellten des KWEA Karlsruhe und hofft möglichst bald auf eine neue berufliche Perspektive für alle.
Zum Kerngeschäft des Kreiswehrersatzamtes zählte bisher die Musterung und Einberufung wehrpflichtiger Männer. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht sind aber etliche Aufgaben wie Beratungsgespräche, Eignungstests und Untersuchungen weggefallen.
Im Zuge der Bundeswehrreform werden deshalb 31 der bundesweit knapp 400 Standorte geschlossen. 90 weitere sollen drastisch verkleinert werden, das heißt um 50 Prozent oder um mehr als 500 Posten. An 33 Standorten werden dann nur noch weniger als 15 Soldaten oder Zivilisten beschäftigt sein. Die Bundeswehrstandorte Karlsruhe und Bruchsal bleiben zwar erhalten, werden jedoch verkleinert. In Karlsruhe wird es künftig statt 360 nur noch 150 Dienstposten geben. Das Luftwaffenmusikkorps 2 und das Kreiswehrersatzamt werden vollständig aufgelöst. Ebenso muss sich der Standort Bruchsal auf Veränderungen einstellen.Mehr zu: Kreiswehrersatzamt KWEA
- (218 Beiträge) | 01.12.2011 21:01allzeit bereitKlar, man heiratet, bekommt Kinder, kauft ein Haus oder eine Wohnung. Der Arbeitgeber macht den Laden dicht und verlangt den Umzug des Mitarbeiters nach Timbuktu. "Allzeit bereit" - oder "Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort" lautet das Motto. Freunde, soziale Bindungen, all das zählt heute nichts mehr. Aber all diejenigen, die für den Abbau dieser Werte veranwtortlich sind, werden es am eigenen Leibe verspüren, denn im Leben bekommt man bekanntlich alles zurück.
- (3610 Beiträge) | 02.12.2011 08:10AhaWusste das derjenige vorher das es so kommen kann oder hat er gar unterschrieben dafür das er mit dieser Möglichkeit leben muss? Ja sogar eine Residenzpflicht hat. Ja.
Andere finden auch nicht unbedingt ihre Arbeit in direkter Nachbarschaft. Ich glaube nicht das hier jeder seinen Arbeitsplatz im Umkreis von fünf km hat. Oder was an Entfernung wäre ihnen so genehm? - (2673 Beiträge) | 02.12.2011 09:43NajaImmerhin rutschen die Betroffenen nicht in die Arbeitslosigkeit ab. Wenn es ernst wird hat man eben die Wahl, entweder komplett an den neuen Standort zu ziehen (Häuser und Wohnungen kann man auch verkaufen, mit Kindern kann es wegen den unterschiedlichen Schulsystemen etwas schwieriger werden) oder sich am neuen Standort ein Zimmer zuzulegen und nur noch am Wochenende nach Hause zu fahren.
- (391 Beiträge) | 01.12.2011 21:04SOEine Amt hat 1977 junge Soldaten,flott gemacht,eingezogen
gesundheitliche Probleme ignoriet,sie wieder eingezogen,zu
Wehrübungen,15 Monate im Leben eines jungen Mann verschenkt.
Gott sei Dank, macht dieser Haufen zu - (717 Beiträge) | 01.12.2011 23:20tja und böse Zungen hehaupten,dass der ein oder andere jetzt sogar mal richtig arbeiten lernen muss, und dass ohne das süße Gefühl der Mächtigkeit..
- (391 Beiträge) | 01.12.2011 23:31Genauso ist das,man sieht sich immer wieder im Leben......
- (20148 Beiträge) | 01.12.2011 23:48Hättest javerweigern oder nach Berlin ziehen können.
- (391 Beiträge) | 01.12.2011 23:55Dasging nicht so einfach,da hätte man den Pfarrer gut kennen müssen
oder einen auf blöd,machen,das ging nicht...... - (20148 Beiträge) | 02.12.2011 00:01Klar,ch wollte damit auch nur sagen, dass die dort eben als Angestellte ein Gesetz umgesetzt haben. Oder weniger geschwollen: Die haben auch nur ihren Job gemacht.
Zu meiner Zeit dann (1984) war das Verweigern wohl schon etwas einfacher, aber immer noch schwierig. Und wehe...
Zu Übungen musste ich zum Glück nie, ich hab den Krempel ein Jahr später in Bruchsal abgegeben und dann war gut. - (8701 Beiträge) | 02.12.2011 03:45Gut so!In Karlsruhe wo man ohnehin Wohnungs- und Flächenmangel hat braucht man keine Bundeswehr. Die Bundeswehr ist eine der wenigen "Firmen" wo der Staat entscheiden kann wo sie Arbeitsplätze, also Kasernen einrichtet.
Und das sollte man dann sinnigerweiße in strukturschwachsen Gebieten tun, damit die Einwohner was davon haben. Bei uns in der nähe Wäre das z.B. Pirmasens, Saarbrücken, Schwarzwald (Falls die Franzosen uns angreifen
).
- (1075 Beiträge) | 02.12.2011 06:34Wehrdienst adeGut so. Aber ich bin für eine allgemeine Dienstpflicht von einem Jahr. Diese könnte dann nach eigener Entscheidung in Alters- /Pflegeheimen, Krankenhäusern, kommunalen oder sozialen Einrichtungen abgeleistet werden, damit ein Einblick in soziale Belange erfahren werden. Und allgemeine Dienstpflicht soll heißen, dass sie für beide Geschlechter gelten soll. Denn die Besonderheiten des weiblichen Geschlechts werden heute durch viele andere Regelungen bereits ausgeglichen. Und schadet es einer jungen Frau vor einer Kindererziehungszeit ein Jahr auf einer Säuglingsstation oder in einer KiTa tätig gewesen zu sein? Auch Erfahrungen mit Kranken oder Alten lassen diese Gruppen dann für die Dienstleistenden vielleicht in einem anderen Licht erscheinen. Und für andere Menschen mal was leisten und nicht nur an sich zu denken, schadet bestimmt nicht. Gleichzeitig hätten die sozialen Bereiche wieder die fehlende personelle Unterstützung.
- (8701 Beiträge) | 02.12.2011 07:37Gute IdeeAber im ökologischen und kulturellen Bereich sollte es auch möglich sein, für Leute die keine so ausgeprägte soziale Ader haben aber dafür sich für andere Bereiche interessieren.
Sowas wie der Bundesfreiwilligendienst. Aber Pflicht sollte es nicht sein, es bringt nichts wenn Leute im Altersheim rumhocken die damit nichts am Hut haben, außerden vernichtet es reguläre Arbeitsplätze - ich denke ein Anreiz, z.B. etwas höhere Rente wäre sinnvoller - aber darüber läßt sich streiten.
Wäre ein gutes Thema für eine Ka-news-Umfrage... - (3610 Beiträge) | 02.12.2011 08:24Bei angemessener Bezahlung wäre das ja ok.Und viele würde das sicher auch machen, bzw. mehr als es eh schon machen.
Aber wer arbeitet denn schon zu teils echt harten Arbeitszeiten in teils echt harten Jobs für ein H4 Gehalt? Da müssen die Dienstleister halt ihr Gewinnspanne mal überdenken und nicht nur absahnen mit billigen und lustlosen Zivis wie "früher". - (1075 Beiträge) | 02.12.2011 19:11freiwillif?Freiwillig geht das schon heute. Doch wie viele machen das? Nein, es sollte bewusst eine Verpflichtung gegenüber den Rest der Gesellschaft sein, die diese auch erwarten kann. Um die falschen Leute am falschen Platz zu haben, soll deshalb ja jeder sich für die zu ihm passende Aufgabe entscheiden, sich aber nicht drücken können. Und genau die Profitgier (Stundenarbeitslohn) soll keine Chance bekommen, wie beim Zivildienst.
Eine Vernichtung von Arbeitsplätzen erfolgt eben nicht, da in diesen Bereichen Arbeitskräfte meistens fehlen. Aber vielleicht bekommt der eine oder andere einen Appetit auf die eine oder andere Tätigkeit. Auf jeden Fall besser als frustriert herumsitzen, da z. B. kein Schulabschluss.




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