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Karlsruhe Konstanter Rückgang: Weniger Teenie-Mütter in Karlsruhe

Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften bei Minderjährigen geht bundesweit zurück - auch in Karlsruhe. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Zu Beginn des Jahrhunderts gab es noch deutlich mehr Babies von U20-Müttern. Karlsruhe liegt im Vergleich unter dem Landesdurchschnitt - ein sichtbarer Erfolg von Aufklärungskampagnen bei Jugendlichen?

2014 stammten in Baden-Württemberg 1,5 Prozent der Neugeborenen von Müttern unter 20 Jahren. Damit belegt das Bundesland gemeinsam mit Bayern deutschlandweit den letzten Platz. Den höchsten Anteil im Ländervergleich hat Sachsen-Anhalt mit 3,6 Prozent - deutlich mehr als bei Schlusslicht Baden-Württemberg mit seinen 1,5 Prozent. "Wir sind ein relativ reiches Bundesland", erklärt sich Irene Kittler-Nieden, Leiterin der Karlsruher Beratungsstelle von pro familia, diese Platzierung.

Zu Beginn des Jahrhunderts gab es noch deutlich mehr Babies von U20-Müttern in Baden-Württemberg. Während 2014 1.409 zur Welt kamen, war der Wert im Jahr 2000 mit 2.819 fast doppelt so hoch. Lediglich im Vergleich mit 2013 ist der Wert von 2014 höher - jedoch nur um 15 Babies. 

Laut einer Studie im Auftrag von pro familia - dem Verband für Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung - erhöhen ein niedriger Bildungsstand, Arbeitslosigkeit und soziale Benachteiligung das Risiko, ungeplant schwanger zu werden. Im deutschlandweiten Durchschnitt liegt der Anteil der Babies von U20-Müttern an allen Neugeborenen bei 2,2 Prozent.

Die Zahlen für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe

Das Statistische Bundesamt hat nicht nur alle deutschen Bundesländer in Sachen Neugeborene von jungen Müttern unter die Lupe genommen, sondern auch die Stadt- und Landkreise. Hier liegen allerdings keine einzelnen Jahreswerte vor, sondern ein Durchschnitt von 2012 bis 2014, damit Zufallsschwankungen nicht so stark ins Gewicht fallen. Dabei kam der Stadtkreis Karlsruhe im Durchschnitt auf 1,8 Prozent - 0,3 Prozentpunkte mehr als der baden-Württembergische Mittelwert für 2014. Diesen hat der Landkreis Karlsruhe mit 1,4 Prozent dagegen knapp unterboten.

In absoluten Zahlen sind das für den Stadtkreis 51 Babies 2012 sowie jeweils 50 in den Jahren 2013 und 2014. Im Landkreis dagegen gab es Schwankungen von 64 Neugeborenen von U20-Müttern 2012, 39 in 2013 und 54 in 2014. In Sachen Aufklärung ist Karlsruhe scheinbar vergleichsweise gut aufgestellt. "Seit drei Jahren haben wir ein bundesweit einzigartiges Projekt: Eine sexualpädagogische Sprechstunde an 18 Schulen in der Stadt", berichtet Irene Kittler-Nieden.

Karlsruher Aufklärungs-Projekt

Dieses pro familia-Projekt nennt sich "Let's talk about Duweistschonwas". "Wir haben die Sprechstunden ins Leben gerufen aus dem Anlass, dass Minderjährige ungewollt schwanger werden und schlecht aufgeklärt sind", meint die Leiterin der Karlsruher Beratungsstelle. Das Angebot werde häufig genutzt, trotz der möglichen Hemmschwelle, dass man sich vom Unterricht abmelden muss, um an der Sprechstunde teilzunehmen. "Die Schüler kommen gerne zu Mehreren", erzählt Kittler-Nieden. 

Den höchsten Anteil von Babies von U20-Müttern an allen Neugeborenen in Baden-Württemberg hatte der Stadtkreis Pforzheim zu verbuchen - mit 3 Prozent. Das sind 1,2 Prozent mehr als im Karlsruher Stadtkreis. Am niedrigsten war der Prozentsatz vom Stadtkreis Heidelberg und Landkreis Tübingen mit jeweils 0,9 Prozent. 

Babies von Teenie-Müttern im Ländervergleich

Für Babies von minderjährigen Müttern liegen lediglich landesweite Werte vor. Hier belegt ebenfalls Baden-Württemberg gemeinsam mit Bayern den letzten Platz im Ländervergleich - mit einem Anteil von 0,4 Prozent der Babies von Teeniemüttern an allen Lebendgeborenen. Das sind für Baden-Württemberg 359 Neugeborene mit minderjähriger Mutter im Jahr 2014. Wie auch bei den Babies von U20-Müttern ist die Anzahl seit Beginn des Jahrhunderts sehr deutlich gesunken, im Vergleich zu 2013 aber leicht gestiegen. 

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