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"Killerspiele": Ohne Amokläufe kein so heißes Thema [8]

Karlsruhe (tan) - Am Dienstagabend hatte die Stadt Karlsruhe zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Computerspiele ins Jubez geladen. Vor etwa 80 Zuschauern stellten drei Experten den aktuellen Forschungsstand vor und initiierten die Diskussion, die den Kern der Veranstaltung bildete.

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Gewinner der 13. ESL Pro Series Finals, Daniel "cyx" Daniloski mit seinem Team "mousesports
Foto: Philipp Saedler, ESL

Ganz bewusst wurde das Podium mit Experten aus der Wissenschaft besetzt. So sollte gewährleistet sein, dass sie keine persönliche Meinung vertreten, sondern sachlich über den Forschungsstand zum Thema "Wirkung von Gewalt in Computerspielen" informieren würden.

Tobias Rothmund von der Universität Koblenz-Landau war einer der drei Experten, die das häufig sehr emotionale Thema von der wissenschaftlichen Seite beleuchten sollten. "Ich habe dabei versucht, zwei Fragen zu klären. Erstens, wieso das Thema in der Gesellschaft gerade so heiß diskutiert wird und warum so große Besorgnis herrscht. Zweitens, was die Wissenschaft zu der Diskussion beitragen kann", berichtete Rothmund im Gespräch mit ka-news.

Laut Studien beeinflussen Computerspiele Gefühle und Verhalten 

Im Zuge der Amokläufe sei der Verdacht entstanden, Gewalt in Computerspielen hätte etwas mit den Taten zu tun. "Hätten die Amokläufer nicht diese Computerspiele gespielt, wäre die Gewalt in den Spielen jetzt nicht so ein heißes Thema", gibt der Medienpsychologe zu bedenken. Die Nutzung von Computerspielen sei in den letzten Jahren bei Kindern und Jugendlichen stark gestiegen - ein hoher Prozentsatz der Spiele hätte die virtuelle Tötung eines Menschen oder anderen Lebewesen zum Ziel. Dass Eltern deshalb besorgt wären, sei normal. "Außerdem können die Spiele gute Lehrer sein, da beispielsweise viel mit Belohnungen gearbeitet wird oder auf Leistungssteigerungen eingegangen wird", erklärt Rothmund.

Die Wissenschaft sieht er häufig - gerade in Zeitungsartikeln - so dargestellt, als sei sie in der Thematik ratlos. Dabei biete die empirische Medienforschung viele unterschiedliche Studien dazu an. Um sich einen Überblick zu verschaffen, könnte man auf sogenannte Meta-Analysen zurückgreifen. "Eine solche besagt, dass es durchaus Effekte von Computerspielen auf Gedanken, Gefühle und Verhalten der Spieler gibt", so Rothmund. Das bedeute aber nicht, dass ein spielender Jugendlicher aggressiv werden muss.

Diskussionen am Dienstagabend zum Teil hitzig

"Für Aggressivität gibt es eine Vielzahl an Risikofaktoren und meistens kommen viele davon zusammen", erläutert der Medienforscher, "die Mediengewalt ist eben ein Faktor. Dieser alleine muss aber keinen Einfluss haben." Die Erkenntnisse der Forschung zu Risikofaktoren von Aggressivität basieren auf empirischen Ergebnissen. Dabei wird jedoch meistens aggressives Verhalten im Allgemeinen untersucht. "Amokläufe sind jedoch etwas ganz Spezielles - sie sind sehr schwer zu untersuchen", wendet Rothmund ein und gibt zu bedenken, dass hierfür nicht die üblichen Methoden anwendbar sind.

"Es herrscht eben viel Unverständnis für diese Taten und die Menschen suchen nach Antworten. Diese sollen möglichst einfach sein - aber einfache Antworten gibt es bei einem Amoklauf nicht", sucht Rothmund nach Erklärungen für die Ausmaße, die die Thematik inzwischen angenommen hat. Die Diskussion im Jubez am Dienstagabend hat er als zum Teil sehr hitzig empfunden. Neben extremen Positionen, die zur Sprache kamen, sei auch versucht worden, gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, was der Medienexperte "in den Ansätzen gut" fand.

Die Stadtverwaltung zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden, es seien sogar über den gesetzten Zeitrahmen von 20 bis 22 Uhr hinaus rege Gespräche geführt worden. Unter den Zuschauern hätten sich viele Eltern und Pädagogen befunden, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene, die selbst die betreffenden Computerspiele konsumieren, so das Presseamt der Stadt Karlsruhe. Der Diskussionsbedarf zum Thema Computerspiele und Gewalt sei hoch gewesen.

Mehr zu: Killerspiele Jubez Amoklauf

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Kommentare [8]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (117 Beiträge) | 23.07.2009 17:09
    Alles gut und schön...
    ...nur leider interessiert sich für solch eine Veranstaltung kein einziger Politiker - oder täusche ich mich? Wieviele Politiker die vorher einen eSport Event abgesagt haben waren da? Lasst mich raten - 0,00?
    Das einzige - und das ist ein Fakt - das einzige wofür sich "Politiker" interessieren ist ihr Platz im Bundes-, Land-, Stadt- ect. Rat damit das Geld und die "Köfferchen" weiter fließt bzw. fließen. Ich glaub diesem Absch...m kein Wort mehr!
  • (947 Beiträge) | 23.07.2009 17:40
    Jetzt sagen Sie bloß
    ...Sie haben zuvor Politikergeschwätz Glauben geschenkt?

    Wahrscheinlich sind Sie noch sehr jung, daß Ihnen die Erkenntnis erst bei solch einem Anlass kommt.
  • (117 Beiträge) | 23.07.2009 19:56
    @daisy
    ich wollts ja nicht an die große Glocke hängen aber ja ich halte mich noch für recht jung - das ist ja das schlimme grinsen
    Das Problem ist, es juckt die nen Dreck ob ihnen geglaubt wird oder nicht. Sie stellen sich bei "Wahlen" hin und feiern ihren "Sieg" bei 40% Wahl"beteiligung" und meinen damit zu wissen was "das Volk" möchte.
    Das ist also eure tolle "Demokratie"? Na danke auch...
  • (536 Beiträge) | 23.07.2009 22:30
    völlig nichtssagend
    ist dieser Artikel!

    Was ist denn das Ergebnis der Veranstaltung?
    Welche Schlüsse zieht die Stadtverwaltung?
    Werden weiterhin e-Sport-Veranstaltungen zu "unerwünschten" Events erklärt?
  • (13748 Beiträge) | 24.07.2009 00:36
    @marchh
    'Eure tolle Demokratie'? Wer ist 'euer'?
  • (16 Beiträge) | 24.07.2009 00:44
    Demo am Samstag
    Passend zum Thema findet am Samstag eine Demo in Karlsruhe (und anderen Städten) statt.

    Infos dazu unter http://wirsindgamer.de/
  • (13748 Beiträge) | 24.07.2009 01:54
    Demo
  • (21 Beiträge) | 24.07.2009 07:44
    @marchh
    leider warst Du nicht da.
    Wenn Du da gewesen wärst hättest Du die Begrüßung einer Landtagsabgeordneten und 6 Stadträten/innen mitbekommen
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