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Karlsruhe Keine großen Events mehr: Was wird aus der Karlsruher Europahalle?

Ist jetzt ein für alle Mal Schluss mit Großveranstaltungen? Am Dienstag, 22. März, berät der Karlsruher Gemeinderat erneut über die Zukunft der Europahalle. Der Vorschlag der Stadt: Statt großen Events und Konzerten sollen künftig nur noch Schulsport und Training in der Europahalle stattfinden.

Steht die Europahalle vor dem Aus? In der kommenden Sitzung des Karlsruher Gemeinderats am Dienstag, 22. März, stellen die Probleme mit der Halle die Stadträte vor eine schwierige Entscheidung: Öffnen sich die Pforten wieder für Großveranstaltungen - oder werden dort künftig nur Sportveranstaltungen stattfinden?

Nur noch Sportunterricht statt großer Konzerte?

Die Europahalle ist schon seit einiger Zeit ein großes Sorgenkind der Stadt Karlsruhe. Bereits seit Juni 2014 wird über die Zukunft der Halle diskutiert. Damals hieß es plötzlich: "Die Europahalle steht für Veranstaltungen mit über 200 Personen nicht mehr zur Verfügung." Der Grund für diese Entscheidung: Ein Brandschutzgutachten kam zu dem Ergebnis, dass die Halle nicht mehr dem aktuellen Stand der Sicherheits- und Gebäudetechnik für Großveranstaltung entspreche. Bei Events mit Besucherzahlen über 200 Personen bestünden vor allem in den Bereichen Lüftung und Entrauchung Defizite, so die Erklärung der Stadt.

Seit dem vergangenen Jahr liegen verschiedene Optionen für eine Modernisierung der Europahalle vor. Die Kosten für die unterschiedlichen Varianten reichen von neun bis 80 Millionen Euro. Die kostengünstigste Variante sieht dabei vor, die Halle für den Schul- und Vereinssport zu nutzen. Für diese Variante spricht sich die Stadtverwaltung nun auch in einer aktuellen Beschlussvorlage aus. Nach Vorberatung mit dem Hauptausschuss schlägt sie vor, ein Konzept und Maßnahmen für die Europahalle als Sport- und Trainingshalle inklusive Leichtathletiktraining zu entwickeln und die Umsetzungsschritte zügig anzugehen. 

Das sind die möglichen Szenarien für die zukünftige Nutzung der Europahalle:

1. 27 Millionen für Großsporthalle (Veranstaltungen)
Umsetzung Brandschutzkonzept (18 Millionen Euro), Cateringflächen (1,9 Millionen), Maßnahmen am Hallendach wie Beleuchtung (1,9 Millionen), Modernisierung (5,2 Millionen)

2. 9,1 Millionen für Schul- und Vereinsport (auch Leichtathletikveranstaltungen)
Umsetzung Brandschutzkonzept (3,4 Millionen), Cateringflächen (0 Millionen), Maßnahmen am Hallendach wie Beleuchtung (0,9 Millionen), Modernisierung (4,9 Millionen)

3. Neubau Großsporthalle in gleicher Grundfläche (ohne Grundstück und Erschließungskosten): 75 bis 80 Millionen Euro plus Abbruchkosten Europahalle (3 Millionen)

4. Neubau Dreifeldsporthalle ohne Grundstück und Erschließungskosten (8-9 Millionen Euro) plus Abbruchkosten Europahalle (3 Millionen) - auch in Hinblick auf Ausweichhalle während Schließzeit.

Die Maßnahmen der dafür nötigen Sanierungsmaßnahmen sollen in den Sommermonaten erfolgen, um den Betrieb für Schulen und Vereine weitestgehend aufrecht zu erhalten. Zudem soll der Gemeinderat die Stadtverwaltung beauftragten, die notwendigen Maßnahmen für eine darüber hinausgehende Nutzung der Europahalle als Veranstaltungsort für Events mit bis zu 1.500 Teilnehmern darzustellen, so der Vorschlag der Stadt.

Sanierung bringt Einschränkungen mit sich

Sollte der Gemeinderat dem Vorschlag der Stadtverwaltung zustimmen, stünde die Halle für Großveranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte nicht mehr zur Verfügung. Für ihre Haltung führt die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage mehrere Gründe an. "Um die Europahalle dauerhaft als Versammlungsstätte nutzen zu können, sind Sanierungsmaßnahmen von rund 27 Millionen Euro erforderlich", heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Sanierung würde 18 Monate dauern. Die erforderlichen Brandschutz-Maßnahmen hätten dabei erhebliche Auswirkungen auf die Kapazitäten: Nach der Umsetzung dieser baulichen Maßnahmen wäre dann theoretisch eine Maximalbelegung mit insgesamt 6.500 Besucher baurechtlich möglich, wobei in der Sportebene maximal 2.500 Besucher zulässig wären. "Die Kapazität läge damit deutlich unter der bis 2014 erfolgten Nutzung, bei der Veranstaltungen mit bis zu 9.000 Personen durchgeführt wurden", schildert die Stadt. Ihr Fazit: Ein Großteil der bisher in der Europahalle stattfindenden Veranstaltungen, könnte trotz einer umfangreichen Sanierung nicht mehr dort durchgeführt werden.

Gleichzeitig fürchte die Karlsruher Sportstätten-Betriebs- GmbH (KSBG) einen Verlust von 20 bis 25 Prozent ihrer Mieteinnahmen. Ein weiterer Grund, der aus Sicht der Stadtverwaltung gegen eine Sanierung spricht: In den rund 18 Monaten Bauzeit könnten weder Schul- und Vereinssport noch das Leichtathletiktraining stattfinden. Die Zukunft der Europahalle bleibt weiter ungewiss. Die endgültige Entscheidung, ob dem Vorschlag der Stadt gefolgt wird, liegt beim Karlsruher Gemeinderat.

ka-news Hintergrund:

9.000 Sitz- und Stehplätze standen bislang für Großveranstaltungen in der Europahalle an der Günther-Klotz-Anlage zur Verfügung. Bei Reihenbestuhlung im Innenraum waren es inklusive Tribünenplätzen immer noch rund 5.100 - genug Platz also für Konzerte und Sportveranstaltungen. Im Juni 2014 machte ein Brandschutzgutachten erhebliche Defizite in den Bereichen Lüftung und Entrauchung deutlich - die Halle war künftig nur noch für 200 Personen zugelassen.

Die Genehmigung der Europahalle als Großsporthalle wurde 1983 auf Basis der Versammlungsstättenverordnung von 1974 erteilt. 2004 wurde eine Nutzungsänderung als Mehrzweckhalle mit bis zu 9.000 Besuchern genehmigt. Bei einer Brandverhütungsschau 2012 dann wurden erhebliche Mängel im baulichen Brandschutz festgestellt. Die Mängel waren so grundlegend, dass ein Gutachter eingeschaltet wurde, dessen erste Ergebnisse das Bauordnungsamt veranlassten, 2014 eine Nutzungsuntersagung auszusprechen.

Von der Verwaltung wurde daraufhin die Entwicklung eines ganzheitlichen Brandschutzkonzepts Europahalle beauftragt mit dem Ziel, die Halle künftig wieder für Großsportveranstaltungen und Veranstaltungen anderer Art nutzen zu können. Seit Mai liegt dieses Brandschutzkonzept vor. Ob diese Gründe den Karlsruher Gemeinderat überzeugen, wird sich bei der kommenden Sitzung im Rathaus zeigen.

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  •   JOSI
    (374 Beiträge)

    16.03.2016 23:35
    Was soll dort brennen? Stahl, Glas, Beton...????
    Ich habe in der EH gute 18 Jahre gearbeitet, wir hatten alle Arten von Veranstaltungen. Im Sommer wurden nach Veranstaltungen alle Notausgänge geöffnet, da keine Garderoben besetzt waren. Die Halle war innerhalb von guten 10-15 Minuten fast leer.
    Wenn was brennen sollte, wäre es nur ein Schmorrbrandt und der breitet sich nicht so schnell aus, wie die Halle geräumt werden könnte.

    Verdächtig ist bei allem, das alles in die NEUE MESSE verlagert wird um dort gute Zahlen zu erreichen. Es sind zur Zeit keine Veranstaltungen in der EH, kaum was in der Schwarzwaldhalle, Stadthalle und Konzerthaus.

    Alles in die neuen Messe verlagert, damit dort die Zahlen stimmen ? und die Messe gut da steht?

    Die Hallen im Stadtkern veröden, die Verantwortlichen schönen damit nur die Zahlen für die NEUE MESSE !!!!
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  •   KA300
    (21 Beiträge)

    08.04.2016 13:25
    Grossveranstaltungen in Karlsruhe?
    sind wir doch mal ehrlich: die hat es in Karlruhe noch nie gegeben. So richtige tolle Sport-Events oder Konzerte? Fehlanzeige. Die sind in anderen Städten und meiden Karlsruhe mangels Lokationen. Dies war in der Ausgabe INKA 03/2016 nachzulesen. Die Agenten machen um Karlsruhe einen grossen Bogen, da die Stadt auf dem letzten Platz für Konzerte rangiert. Geschuldet ist das dem nichtvorhandensein von ordentlichen Hallen. Man muss also, wie bisher, die Konzerte in Mannheim, Stuttgart, Frankfurt und anderswo suchen. Die dm-Arena ist eine totale Fehlplanung und total ungeeignet für Konzerte. Wie kann man nur so einseitig planen? Das, was heute an Messen geboten ist, ist meist nur für Fachpublikum interessant und kein Magnet, der die Stadt und ihre "Vorteile und Sehenswürdigkeiten" in den Mittelpunkt stellt.
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  •   JOSI
    (374 Beiträge)

    11.04.2016 21:14
    Das eine hat mit dem anderen, ja nichts zu tun...aber...
    sie haben teilweise recht. In den 80er und 90er Jahren waren sehr viele Veranstaltungen in der EH.

    Die Veranstalter sind auch immer gerne nach KA gekommen, als aber die SAP-Arena gebaut wurde, haben manche Verantwortliche den "Schwanz" eingezogen und viele Veranstaltungen nach Mannheim abwandern lassen!

    Dann waren wieder ein paar da, die dachten mit einer NEUEN MESSE weit ausserhalb von Karlsruhe kann man mit der DM-Arena die SAP-Arena schlagen. Nur das viele diesen weiten weg, den sie bei der EH nicht hatten. Straßenbahn vor der Türe, schnell überall in der Stadt etc.

    Leider muß man auch sagen, die Halle wurde damals schon von Stuttgart klein gehalten gebaut, damit man große Veranstaltungen nicht bekam. Aber trotzdem bekam KA u.a. mehrmal den DAVIS CUP etc...

    Aber das hat ja mit dem BRANDSCHUTZ nichts zu tun, der wie man jetzt auch an einem Karlsruhe Hotel sieht, sehr kleinlich ausgelegt wird...
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  •   kommentar4711
    (1447 Beiträge)

    17.03.2016 08:59
    Ist egal...
    ... ich glaube die Brandschützer gehen grundsätzlich davon aus, dass alles brennen kann. Wobei ich mal vermute das der Bodenbelag und die Wandverkleidungen in der Tat brennen können.
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  •   JOSI
    (374 Beiträge)

    20.03.2016 22:34
    Ja, wenn die Sportler zu schnell rennen...
    Der Bodenbelag ist auser direkt in der Halle der Boden alles aus Beton oder Pflastersteinen.

    Der Hallenboden ist genauso Brandgehemmt wie die zwischenwände.

    Wie gesagt, es fällt mir schwer zu glauben, das die Halle aus Glas, Beton und Stahl, schneller abbrennt oder sich Rauch entwickelt, wie die Zuschauer die Halle verlassen können.

    Ist nur das die NEUE MESSE mit belegungszahlen gut und besser da steht!
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  •   tomumanu
    (144 Beiträge)

    16.03.2016 19:40
    Max
    2.größte Stadt in BW und keine Kongress bzw.Konzerthalle aber 1000 Baustellen lol
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  •   mein-senf
    (854 Beiträge)

    16.03.2016 15:57
    Halt mal wieder sone typisch Karlsruher Pleite
    wie Ustrab, wie die,tolle, super, duper, mega, tera, Messe etc. etc. etc. etc. etc. und nur lauwarme Entschuldigungen bla bla bla bla
    Anstatt mal denjenigen der die ganze Sache vergeigt hat zur Veranwortung zu ziehen, nö es kommt nur bla bla bla bla bla bla ,

    Man könnte fast meinen, dass sich die Damen ud Herren von der Stadt über den dummen Bürger kaputt lachen , weil der so doof ist alles zahlt ? So kommt es einem fast vor.... Vera.... hoch 3

    Das ist so wie mit Lügen wenn man die oft genug hört glaubt man das schlussendlich auch.

    Schönen Tach auch ...
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  •   mcclaney
    (1325 Beiträge)

    16.03.2016 15:41
    ...
    Seit der Entscheidung, die Europahalle nur noch für max. 200 Personen zuzulassen, sind knapp 2 Jahre ins Land gegangen. Zu mehr als Vorschlägen für die weitergehende Vorgehensweise ist man binnen dieses wahrlich langen Zeitraums nicht gekommen. Das macht schon sprachlos. Vor allem, da es in der Stadt seit geraumer Zeit an einer praxistauglichen Halle für Konzerte in der Größe 1500+ fehlt. Die Schwarzwaldhalle ist dafür nämlich auch nur eine Notlösung.

    Die Argumentation, dass Schnellschüsse auf lange Sicht die unkluge Vorgehensweise sind, greift nicht. Über der dm-Arena wurde lange Zeit genug gebrütet, heraus gekommen ist weder Fisch noch Fleisch. Für mehr als Topflappen-Messen ist sie nicht geeignet, jede dafür notwendige Infrastruktur muss erst teuer gemietet oder gekauft werden.
    Wie schön, dass das Klischee der Beamtenstadt so kräftig kultiviert wird.
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  •   KA300
    (21 Beiträge)

    08.04.2016 13:39
    Europahalle
    frag mich nur, wie Karlsruhe es geschafft hat, für diesen Imagefilm einen der vorderen Plätze zu ergattern.... da kann man nur mit den Zähnen klappern
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  •   Dendoxx
    (1 Beiträge)

    16.03.2016 14:50
    BG
    Spätetens wenn der BG der Aufstieg in die Pro A gelingen sollte, dann sollte man sich um ne Halle kümmern. Die jetzige ist ja nicht Pro A tauglich..

    Überhaupt.. über die BG bzw generell Basketball in KA kommt hier auch nichts mehr oder?
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