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Berlin/Karlsruhe/Baden-Baden Keine Koran-Exemplare verteilt: Radikale Salafisten meiden die Region

Es wirkt so harmlos, doch die Sicherheitsbehörden sind alarmiert: In mehr als 30 Städten wollen radikalislamische Salafisten heute Koran-Exemplare verschenken. Auch in der Region wollte die Gruppe kostenlos Korane verteilen. Die geplanten Infostände in Karlsruhe und Baden-Baden wurden jedoch entgegen aller Ankündigungen nicht aufgebaut.

Hinter der Aktion steht laut Verfassungsschutz das Netzwerk "Die wahre Religion", das sich um einen radikalen Prediger gebildet hat. CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl bezeichnete Salafisten in der "Bild"-Zeitung als gefährliche Extremisten und Verfassungsfeinde. Mit der Koran-Aktion versuche die islamistische Bewegung, Nachwuchs zu gewinnen.

Geplant waren nach Angaben der Veranstalter ab 11 Uhr Infostände in der Fußgängerzone in Baden-Baden und auf dem Karlsruher Ludwigsplatz. Laut SWR-Informationen erhielt die radikal-islamische Gruppe in Karlsruhe eine Genehmigung, einen Infostand aufzustellen. Für die Verteilung der Korane sei dagegen keine Erlaubnis erforderlich, wird die Polizei zitiert.

Die umstrittene Verteilung wird von der Polizei überwacht. "Die örtlichen Polizeibehörden werden die Infostände von Salafisten genau im Auge behalten", kündigte Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Freitag in Stuttgart an.

Aktualisierung 14:30 Uhr:

Keine Infostände in Karlsruhe und Baden-Baden

Nach dpa-Recherchen fand die Aktion in weniger Städten statt als im Internet angekündigt. Neben Städten wie Hamburg, Stuttgart, Mainz und Wiesbaden verteilten auch in Karlsruhe und Baden-Baden bisher keine Salafisten Ausgaben des Koran. Das bestätigte die Polizei.

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