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Karlsruhe Zugausfälle in Karlsruhe: Fahrgäste kritisieren mangelnde Informationen

Rund 170 Millionen Fahrgäste befördern die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) jährlich. Zwei von ihnen sind mit dem Service aber alles andere als zufrieden. Der Vorwurf: Nicht immer gibt es eine Ansage, wenn Bahnen stehen bleiben oder ausfallen.

"Es ist sehr dreist, wie die AVG mit ihren Kunden umgeht." Zwei ka-Reporter sind regelmäßig mit den Bahnen in und um Karlsruhe unterwegs. Wie sie beschreiben, verläuft ihre Fahrt dabei nicht immer problemlos. Beide meldeten sich innerhalb von zwei Tagen Ende Januar bei der ka-news-Redaktion. Ihr Problem: Sie waren nach eigener Aussage mit der Linie S5 unterwegs - bis ihre Verbindungen ins Stocken kamen.

"Der Service lässt doch sehr zu wünschen übrig"

"Nach einer Stellwerkstörung ging nichts mehr", so einer der ka-Reporter. "Nun standen wir außerhalb der Haltestelle "Hubstraße" mit der S5 für über eine Stunde", berichtet der Fahrgast. Vom Fahrer habe es keine Ansage gegeben. Auch ein Anruf bei dem Kundenservice habe nicht helfen können. "Es gab keine Info", wirft er den Bahnbetreibern vor. "Der Service lässt doch sehr zu wünschen übrig." 

Einem anderen ka-Reporter ging es nur einen Tag später ganz ähnlich. "Ich stand am Bahnhof in Durlach und habe vergeblich auf die S5 gewartet", berichtet er. Er habe auf verschiedenen Kanälen versucht, sich zu informieren. Von einem Ausfall habe er aber nirgends etwas lesen können. "Leider sind Zugausfälle bei der AVG keine Ausnahme", kritisiert er. Manchmal gebe es eine Ansage, oft aber auch nicht. 

Bruchteil der Bahnen in Karlsruhe fällt aus

Wie steht es um die Zuverlässigkeit der Karlsruher Bahnen? Gar nicht schlecht, wie Michael Krauth, Pressesprecher der VBK und der AVG auf Nachfrage von ka-news erklärt. Jährlich betrachte man bei den Verkehrsunternehmen das Verhältnis von der tatsächlich erbrachten Leistung und der Soll-Leistung der Bahnen in Zugkilometern.

Das Ergebnis: "Im Jahr 2015 lag die Zahl der registrierten Fahrtausfälle bei den VBK deutlich unter der Marke von 1 Prozent aller Fahrten", so Krauth. Eine Aussage über die Fahrtausfälle im Jahr 2016 konnte er noch nicht angeben.

Bei der AVG liegt die Zuverlässigkeitsquote nach Aussage des Pressesprechers bei 98,6 Prozent. Die meisten entfallenen Bahnen könnten dabei auf Dienstausfälle oder fehlendes Personal zurückgeführt werden. Bei der AVG beispielsweise könne man 70 Prozent der Zugausfälle auf Personalmangel zurückführen, schildert der Pressesprecher. Konkrete Zahlen, wie viele Zugausfälle gezählt wurden, liegen ka-news nicht vor. 

Fahrer müssen schnellstmöglich informieren 

Dass Fahrgäste bei Ausfällen von den Fahrern nicht unterrichtet werden, sollte so nicht sein, erklärt Krauth "Die Fahrer werden speziell geschult und angewiesen, schnellstmöglich zu informieren", so der Pressesprecher. Komme es zu einer Störung, werde der Fahrer von der Leitstelle in Kenntnis gesetzt. Die Fahrer stünden daher immer im engen Kontakt mit der Leitstelle. Ob es in den geschilderten Fällen zu einem Versäumnis gekommen ist, kann Krauth rückblickend nicht beurteilen. 

Unabhängig von den Ansagen in den Bahnen können sich Fahrgäste aber auch online über Ausfälle informieren. Meldungen über Ausfälle oder Verspätungen würden zeitnah auf der Homepage der VBK oder der AVG veröffentlicht. Darüber hinaus landen die Informationen auch auf Facebook und im Twitter-Kanal des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV). Sowohl die AVG als auch die VBK verfügen des Weiteren über eigene Twitteraccounts. Hier stammen die letzten Beiträge allerdings aus dem Jahre 2015. 

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