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Karlsruhe Vor Neuanfang: Sandkorn-Theater schließt bis Ende des Jahres

Im Sandkorn-Theater stehen die Zeichen auf Veränderung: Nach dem finanziellen Aus und zähem Ringen soll es mit einer neuen Gesellschaft, neuen Produktionen und einer neuen Geschäftsführung weitergehen - allerdings erst im kommenden Jahr. Bis auf weiteres hält das Haus seine Pforten für Theater-Besucher geschlossen.

Zum Jahreswechsel steht ein Neuanfang im Sandkorn-Theater an. Dann will eine neue Gesellschaft mit komplett neuer Leitung, räumlichen Veränderungen und einem neuen Spielplankonzept die Sandkorn-Idee in die Zukunft führen. Möglich machen wollen das Günther Knappe und Erik Rastetter. Die beiden sind Geschäftsführer der neuen "Das Sandkorn-Gesellschaft", welche die künftige künstlerische Gestaltung und Neuausrichtung in die Hand nehmen soll. 

Zunächst standen allerdings erste Gespräche mit dem Insolvenzverwalter der "alten" Sandkorn-Gesellschaft, der Sandkorn-Theater gGmbH, an. Die Verantwortlichen der "Sandkorn-Gesellschaft" berichten in einem offiziellen Schreiben an die Presse von "harten Verhandlungen und zähem Ringen". Nun steht allerdings fest: Es wird weitergehen im Sandkorn Theater, Rastetter und Knappe übernehmen als künstlerischer Leiter und kaufmännischer Geschäftsführer die Leitung des finanziell angeschlagenen Theaters in der Kaiserallee. 

Sandkorn-Theater bis Ende des Jahres geschlossen 

Zunächst war geplant, den Spielbetrieb bis Ende 2017 aufrecht zu erhalten. Dieser Plan wurde von den Verantwortlichen inzwischen verworfen. Wie Knappe im Gespräch mit ka-news mitteilt, sind die Pforten des Sandkorn-Theaters seit dem 1. Oktober geschlossen- und sollen es für die kommenden drei Monate auch bleiben. "Wir wollten einen sauberen Schnitt und eine ordentliche Vorbereitung für den Neuanfang", erklärt Knappe die Entscheidung. Bereits jetzt ist kein Spielplan mehr auf der Homepage des Sandkorn-Theaters zu finden (Link führt auf externe Seite). 

Nach aktueller Planung soll das Sandkorn-Theater bis Ende Dezember geschlossen bleiben. In dieser Zeit will die "Sandkorn-Gesellschaft" nicht nur räumliche Verschönerungen vornehmen, sondern auch ein neues Spielplankonzept erarbeiten. Pünktlich zum neuen Jahr, so verspricht der neue kaufmännische Leiter, soll es dann aber wieder weitergehen. 

Bekanntes im neuen Gewand 

Der Neuanfang bedeutet allerdings nicht, dass Sandkorn-Besucher künftig komplett auf Bekanntes verzichten müssen. Die Verantwortlichen kündigen an, dass "die inhaltlichen Stärken der Sandkorn-Idee Berücksichtigung finden" sollen. "Beispielsweise nimmt der 'Jugendclub' bereits in der kommenden Woche seine Probenarbeit auf, um im Frühjahr 2018 ein neues Stück zu präsentieren", heißt es. 

Auch "Die Spinner" und die "Schultheaterwoche" sollen in das neue Konzept übernommen werden, wobei der Schwerpunkt noch stärker auf zeitgenössischem Theater, politischem Kabarett sowie Kinder- und Jugendtheater ausgerichtet werden soll. Auch Kooperationen mit Karlsruher Kultureinrichtungen und eine stärkere Zusammenarbeit mit den Partnern im Theaterhaus sind angedacht.

Am 30. August hatte die Karlsruher Kulturszene die Hiobsbotschaft erreicht: Geschäftsführerin Stefanie Lackner hatte die Insolvenz der Sandkorn-Theater gGmbH anmelden müssen. Der Verein "Freundeskreis des Sandkorn-Theaters", der Generalintendant des Badischen Staatstheaters Peter Spuhler wie auch die Karlsruher Stadträte sicherten kurz nach Bekanntwerden der finanziellen Schwierigkeiten Unterstützung zu

ka-news Hintergrund

Knappe ist Inhaber der Kommunikation- und Event-Agentur "Knappe 1a". Zuvor war er als Chefredakteur, Programmdirektor und im Management von verschiedenen Medienunternehmen tätig. Erik Rastetter ist vor allem von der Theaterbühne bekannt: Gemeinsam mit Martin Wacker bildet er das kabarettistische Duo "rastatter & wacker". Daneben ist er noch an weiteren Produktionen im Sandkorn-Theater als Regisseur oder Schauspieler tätig. Rastetter soll künftig die künstlerische Leitung übernehmen.

 

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Kommentare (3)
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  •   MichaelObert
    (157 Beiträge)

    06.10.2017 08:40 Uhr
    Die Bautätigkeiten haben
    damit nichts zu tun, weshalb die anderen beiden Theater im "Theaterhaus", die "Marotte" und das "Jakobustheater" auch ganz normal spielen. Diese sind auch nicht insolvent.
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  •   Darth_Vader
    (527 Beiträge)

    06.10.2017 14:05 Uhr
    Was ist eigentlich mit der Elvis Christmasshow?
    Die war ja schon fast ausverkauft. Findet das statt?
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  •   andip
    (8202 Beiträge)

    06.10.2017 08:29 Uhr
    Könnte es sein
    dass auch die Bauarbeiten, die da seit Monaten gemacht werden, ihren Anteil an der zeitweiligen Schliessung haben?
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