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Karlsruhe Volle Tierheime: Liebe Halter, zum Kuscheln gibt es Plüschtiere!

Diese Meldung jährt sich mit trauriger Regelmäßigkeit: Tausende Tierheime kommen an ihre Belastungsgrenzen, da sie ausgesetzte und abgegebene Tiere versorgen müssen- so auch in Karlsruhe. Dabei ist dieses Phänomen nur ein Symptom für eine zunehmende Verantwortungslosigkeit von Tierhaltern. ka-news-Reakteurin Ramona Holdenried appelliert daher an alle Tierfreunde: "Werdet euch eurer Verantwortung bewusst!"

Liebe Tierliebhaberinnen und Tierliebhaber, 

lassen Sie uns über das Thema Verantwortung sprechen. Ganz offen, von Tierfreund zu Tierfreund. Der Anlass hierfür ist eine Meldung des Karlsruher Tierschutzvereins. Wie auch schon in den vergangenen Jahren wird dort über Tierhalter geklagt, die ihre Schützlinge zur Urlaubszeit abgeben oder noch schlimmer einfach aussetzen. Man könnte nun mit den Schultern zucken. War das nicht schon immer so?

Dennoch möchte ich gerne über dieses Thema sprechen, denn schon seit einiger Zeit bereitet mir das Verhalten so mancher Tierhalter Bauchschmerzen. Nachrichten über Tiere, die einfach am Straßenrand stehen gelassen werden, Sorge von Tiertrainern, die immer öfter "hoffnungslose Fälle" annehmen müssen oder öffentliche Appelle von Veterinären, die darum bitten, an Impfungen gegen gefährliche Krankheiten zu denken- da muss doch die Frage erlaubt sein: Wissen Tierhalter eigentlich noch um die Verantwortung, die mit der Anschaffung eines Haustieres einhergeht?

Als jemand, der mit Tieren aufgewachsen ist, kann ich den Wunsch nach einem tierischen Begleiter durchaus nachvollziehen. Aber liebe Tierliebhaber: Ein Tier ist kein Spielzeug, sondern ein abhängiges und leidensfähiges Wesen. Wer Bello oder Mieze zu sich holt, muss zuvor so einiges bedenken. Dazu gehört ganz Alltägliches wie die Futter, Unterbringung, Auslauf oder, ja, eben die lästige Beseitigung von Häufchen. Aber auch Kosten für den Tierarzt, mögliche Abgaben oder die Unterbringung während der Urlaubszeit gehören zu den Pflichten eines Tierhalters. 

Sie können einen Punkt auf dieser Liste nicht erfüllen? Dann tut es mir leid, aber dann sollten Sie vielleicht besser kein Tier zu sich holen! Zum Kuscheln gibt es tolle Plüschtiere. Und Apps für virtuelle Haustiere finden Sie auch en masse. Ansonsten freuen sich die Tierheime in der Region über engagierte Helfer. Es gibt kein Grundrecht auf den Besitz eines Tieres, komme was wolle.

Daher meine Bitte, liebe Tierliebhaber: Werden Sie sich bitte wieder mehr Ihrer Verantwortung bewusst! Dann könnten die Tierheime auf Ihre traurigen Nachrichten nach Weihnachten und vor den Sommerferien vielleicht verzichten. Wäre das nicht schön?

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Ramona Holdenried

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Kommentare (10)
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  •   suedoschtkarle
    (142 Beiträge)

    Wir haben keine...
    Tiere, denn wir lieben sie. Punkt.
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  •   Aussie
    (541 Beiträge)

    Noch eine Pflicht eines Tierhalters:
    Viel Zeit haben!
    Ein Tier braucht Beschäftigung und "Erfolgserlebnisse" um sich wohl zu fühlen.
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  •   NeoTiger
    (418 Beiträge)

    Vielleicht sollte der Aufruf eher an die Züchter gehen
    Schließlich sorgen diese aus rein finanziellem Interesse für immer neuen Nachschub an Haustieren an unerfahrene Möchtegern-Tierhalter, die dann letztlich in Tierheimen enden wenn ihre Herrschen feststellen, dass die neue Rassekatze sich nicht mit den Tapeten verträgt oder "Bello" tatsächlich seinem Namen Ehre macht.

    Grundsätzlich ist nichts dagegen zu sagen, wenn sich Menschen zum ersten Mal ein Tier anschaffen wollen. Aber sie sollten sie aus Tierheimen holen und nicht von Rasse-Züchtern.
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  •   Route66
    (841 Beiträge)

    Das wird nicht viel helfen
    Wenn jemand dem Züchter zusagt, dass er das Tier gut behandeln wird, ist das nichts wert. Für mich ist das einzigst Richtige, dem Tier einen Chip mit Kauf zu verpassen, alles in einem elektronischem Register für Tierheime und Polzei zur Verfügung zu stellen und wenn das ausgesetzte Tier aufgegriffen wird ganz hart bestrafen. Und nie wieder ein Tier an diese Person, nie wieder.
    Nennen diese gewissenlosen Menschen ihre Tiere eigentlich to go?
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  •   NeoTiger
    (418 Beiträge)

    Keine gute Lösung
    Wenn ein Tierhalter, der damit rechnen muss, dass ein ausgesetztes Tier zu ihm zurückzuverfolgen ist, wird dieser evtl. noch für das Tier viel schlimmere Maßnahmen ergreifen um es los zu werden.

    Ich bleibe dabei: solange die Tierheime voll sind, sollten keine neuen Tiere nachgezüchtet werden. Natürlich ist eine reinrassige Katze für oberflächliche Halter immer attraktiver als ein Tierheim-Mischling mit evtl. leidigen Erfahrungen. Und solange wir erlauben, dass im Grunde jeder Haustiere nachzüchten und anbieten kann, solange wird das auch so weitergehen und die Tierheime und Tiere darunter leiden.

    Gewerbliche Tierzucht sollte zum Wohle des Tieres genauso reguliert werden wie die Jagd: Züchter sollten behördlich registriert sein und sich an Quoten zu halten haben. Allen anderen sollte das Anbieten von Haustieren für Geld über Inserate in Zeitungen und Internet verboten werden. Lediglich Aufwandsentschädigungen für Tierarztkosten gegen Kosten-Nachweis sollten ihnen noch gestattet sein.
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Ganz ehrlich,
    was soll an Rassetieren so besonders sein? Dass man damit angeben kann wie teuer sie waren? Wer sowas braucht soll sich ein entsprechendes Auto kaufen.
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  •   Rambazamba
    (237 Beiträge)

    Prestige, mehr nicht
    Mein Haus, mein Auto, mein Hund! Ganz einfach! Die meisten Leute schaffen sich ihren Hund nach Aussehen an - sprich: Der Hund muss äußerlich zum Lifestyle passen. Wunschkonzert im Tierheim: "Haben Sie auch Chiwawas?" / "Ich will den Größten, den Sie haben!" / "Ich will einen weißen Hund!"
    Ein Beagle ist ein schöner Hund, angeschafft um festzustellen, dass es - ups - ein Jagdhund ist, der rennen will. Ein Dalmatiner angeschafft, Pünktchenhund, wie im Film, angeschafft um festzustellen, dass diese Hunde saumäßig intelligent sind und nicht nur physisch sondern auch psychisch beschäftigt werden wollen. Da das der erste Hund ist, ist man mit dem "Dekohund" sehr schnell überfordert und gibt ihn ab - immerhin ist es ein Problemtier, das die Möbel zerstört, in die Wohnung pinkelt oder oder oder...
    Ist der Problemhund weg, will man ja einen neuen haben - diesmal einen kleinen, den man einfach hinter sich herziehen kann, den man nicht erziehen muss... und so weiter und so weiter....
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  •   Route66
    (841 Beiträge)

    Na ja
    vielleicht holen sich dann aber diese Wegwerf-Tierhalter erst gar kein Tier, wenn sie wissen, dass das zurückverfolgt wird. Es ist immer einfacher und feiger ein Tier einfach auszusetzen, als es letztendlich zu töten. Da brauchts schon was für.
    Und Du darfst die ganzen Tiere, die mittlerweile von gewissenlosen Schnellzüchtern aus dem Kofferraum verkauft werden, nicht vergessen. Dieser Schwarzmarkt ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Und gelinde gesagt haben die sich bei der Aufzucht schon nicht um das Tierwohl geschert und werden auch weiterhin verkaufen. Hauptsache der Rubel rollt, schlimm.
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Und dann
    noch die Ostblockhunde mit denen sie die Krankheiten mitimportieren.
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  •   Route66
    (841 Beiträge)

    Die meinte ich
    als ich Kofferraum schrieb. Ich hab mal einen Bericht gesehen wie diese Tiere "aufgezogen" werden, kam gleich nachdem diese leidenden Nerze gezeigt wurden. Grauenvoll. Die haben null Mitgefühl oder Mitleid. Das ist nur ein Produkt und fertig. Wer aus dem Kofferraum kauft ist dafür direkt mitverantwortlich. Und da gibt es keine Ausrede von wegen nicht gewusst und so. Aber Hauptsache die Kinderaugen leuchten vor dem Weihnachtsbaum. 😡😡😡
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