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Karlsruhe Verletzung beim Einstieg: Wie gefährlich sind Bahntüren in Karlsruhe?

Rund 170 Millionen Menschen sind jährlich mit Bus und Bahn im Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) unterwegs. Doch nicht immer geht der Einstieg in Karlsruhe problemlos vonstatten. Ein ka-Reporter wirft den Verantwortlichen vor, nicht genug für die Sicherheit beim Zustieg zu tun.

Der ka-Reporter berichtet in einer Nachricht an die Redaktion, dass eine 85-Jährige Dame von einer schließenden Bahntür getroffen und dabei verletzt wurde. Er wirft den Karlsruher Verkehrsbetrieben mangelnde Aufklärung im sicheren Bahnfahren für ältere Menschen, aber auch ein Unterschätzen der Gefahren im Türbereich vor.

Wenn die Bahntür zu Quetschungen führt 

Was war passiert? Wie er beschreibt, wollte im Winter eine 85-Jährige in eine Niederflurbahn steigen. Dabei hielt sie sich am Haltegriff an der Seite der Tür fest, als sich die Tür in Bewegung setzte. Die Frau habe sich gegen die Tür gelehnt und so das Schließen verhindert, berichtet der ka-Reporter. Dabei habe sie dann eine sieben Zentimeter große Quetschwunde erlitten. 

Der ka-Reporter vermutet einen Zusammenhang zwischen dem natürlichen Alterungsprozess der Haut und den Gummi-Dämpfern, die an den Bahntüren angebracht sind. Seine Frage an die Verkehrsbetriebe: "Hat man bedacht, dass im Winter das Gummi wie Metall wird?" Eine Frage, auf die er nach eigener Aussage bislang noch keine Antwort bekommen hat.

Karlsruher Verkehrsbetriebe verweisen auf Normen

Wie Nicolas Lutterbach, Pressesprecher für die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mitteilt, ist den Unternehmen bekannt, dass sich der Härtegrad der Türgummis bei unterschiedlichen Temperaturen ändern kann. Aber, das betont der Pressesprecher, "halten diese jedoch immer die normativen Vorgaben bezüglich der erlaubten Kräfte ein". 

Diese Kräfte entstehen, wenn sich eine Person in einer schließenden Tür befindet. "Bei einem 'Widerstand', zum Beispiel wenn eine Person zwischen den beiden Türblättern steht, erkennen die Türen diesen 'Widerstand' und öffnen sich dann", beschreibt Lutterbach den Vorgang. Auch eine Belastung der Trittstufen sorge dafür, dass sich die Türen wieder öffnen.

"Zudem sind im Türbereich als weiterer Sicherheitsmechanismus auch die Lichtschranken installiert, die ebenfalls ein Schließen der Türen verhindern, wenn sich eine Person im Einstiegsbereich aufhält", erklärt der Pressesprecher weiter. Alle acht Wochen würden die Türen getestet und die Ergebnisse protokolliert. Aber wie häufig kommt es nun vor, dass sich dennoch Unfälle im Bahntür-Bereich ereignen? 

Unfälle durch Eingreifen in die Tür sind bekannt

Im Vergleich zu anderen Unfällen, wie etwa dem Stürzen nach Bremsungen, hätten Unfälle mit den Bahntüren einen sehr geringen Anteil, so Lutterbach. In den wenigen Fällen, so der Pressesprecher weiter, kämen die Fahrgäste häufig zu Fall, weil sie die Trittstufe nicht mit ausreichend Gewicht belasten könnten. Wenn diese Stufe einfahre, könne es zum Sturz kommen. 

Ein anderer Fall, der sich auch mit den Beschreibungen des ka-Reportes deckt, kommt aber auch häufiger vor: Unfälle, weil die Personen in schließende Türen greifen und sich dann am Holmen an der Türseite festhalten. Dadurch käme es zu einem schrägen Auftreffen der der Tür auf den Arm der betroffenen Person, schildert der Pressesprecher. Konkrete Zahlen, wie oft es zu diesem Fall kommt, wurden gegenüber ka-news nicht genannt. Auch zum vom ka-Reporter geschilderten Fall kann der Pressesprecher keine Angaben machen. 

Älteren Fahrgästen empfiehlt Lutterbach, den Taster in Anspruch zu nehmen, welcher mit einem Kinderwagen-Symbol versehen ist. "Mit Betätigung dieses Tasters ist der automatische Schließablauf außer Kraft gesetzt und dem Fahrpersonal wird mit einem gelb blinkender Leuchtmelder an der Armaturentafel signalisiert, dass dieser Taster betätigt wurde", so der Pressesprecher. Dann würde die Tür erst auf manuellen Befehl des Fahrpersonals schließen, "bei neueren Fahrzeugen nach Ablauf der eingestellten Zeit von einer Minute nach dem Freiwerden der Sicherungseinrichtungen."

ka-news Hintergrund:

Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) bietet in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) am Samstag, 20. Mai, ein Mobilitätstraining für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs an. Teilnehmen können mobilitätseingeschränkte, aber auch ältere Menschen, die aus fehlender Erfahrung bei der Nutzung von Straßenbahnen oder Bussen unsicher sind. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. Telefonnummer: 0721/61075885

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Kommentare (36)
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  •   brueuepolker
    (26 Beiträge)

    19.05.2017 18:46
    So ein RODDEN !
    wan hat die baahn keinen tür Dan es pasieren solchen unfelle nüsch
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  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    09.05.2017 20:17
    170 Millionen?
    Rund 170 Millionen Menschen sind jährlich mit Bus und Bahn im Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) unterwegs
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  •   Crackerjack
    (1162 Beiträge)

    09.05.2017 17:10
    "Hat man bedacht, dass im Winter das Gummi wie Metall wird?"
    Ja dessen war ich mir bewusst. Deshalb habe ich in kalten Naechten, waehrend wir auf dem Ruecksitz meines Autos zu gange waren, immer die Heizung mit laufendem Motor eingeschaltet.
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  •   bergdoerfler
    (1529 Beiträge)

    09.05.2017 12:19
    Vorschlag: zurück in die Vergangenheit
    TW 100
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  •   peddersenn
    (611 Beiträge)

    09.05.2017 12:41
    damals war Schlaraffenland
    Tja, "damals" war die eingebaute Sicherheitsfunktion der Schaffner. Der klingelte, wenns weitergehen konnte. Und bei dem konnte man auch im Sitzen seinen Fahrschein lösen.

    Ich gesteh ja zu, daß die reine "Umschlagsmenge" heutzutage - ob beim Personentransport oder beim Wareneinkauf - von den früheren Techniken und Verfahrensweisen wohl nicht mehr bewältigt werden könnte.

    Trotzdem ist heutzutage eine immer weitergehende aufgedrängte Unbequemlichkeit für die Kunden zu beobachten. Die merkens halt eben nicht und sie machen begeistert mit, weil sie stolz drauf sind, einen Kartenautomaten bedienen zu können, bei Ikea selbst ihre Waren einscannen können und nen Bankschalter oder ne Äpp bedienen können.

    Alles mit eigener Zeit, eigener Anstrengung und mit teils eigenem Equipement.

    Wir sind eine Gesellschaft der Anspruchslosen geworden. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo man beim Tanken, in der Bank oder beim Einkauf seine Wünsche "live und vor Menschen" äußerte und bedient wurde
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  •   dope
    (65 Beiträge)

    09.05.2017 11:57
    manche Leute sind einfach nicht...
    mehr fähig sich im freien oder im öffentlichen verkehr zu bewegen...manche rentner überschätzen evtl. auch ihre fähigkeit, sich noch problemlos in öffentlichen verkehrsmitteln zu bewegen. ganze ehrlich, was versuchen leute auch so oft das schließen einer tür durch dazwischengreifen zu verhindern?
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  •   NeoTiger
    (351 Beiträge)

    09.05.2017 11:51
    Mangelnde Aufklärung?
    Die Treppenindustrie tut ja auch nichts um alte Menschen aufzuklären, und die haben nicht mal elektronische Sicherheitsvorkehrungen verbaut.

    Hauptsache mal wieder was gefunden um zu meckern, oder?
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  •   JaHe
    (7 Beiträge)

    09.05.2017 11:57
    Ich wäre zudem ...
    ... für Warnschilder, die vor einem zu starkem Gefälle auf Gehwegen warnt.
    Man stelle sich vor, dass die Bremsen an einem Rollator versagen!
    Chaos und Katastrophe vorprogrammiert!
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  •   JaHe
    (7 Beiträge)

    09.05.2017 11:49
    Gefahren, überall Gefahren...
    ... ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ich Angst vor Gummi haben muss.
    Kann man die Gummidämpfer nicht durch wattierte Gummdämpfer ersetzen? Zudem ein Bewegungsmelder, der die Türen offen hält, sobald man sich in einem 1,5 Meter Radius zur Tür befindet?
    Außerdem kann man den Innenraum noch mit Polstern verkleiden!

    Als ich damals mit Bus und Bahn unterwegs war, hat man noch annähernden Menschen die Tür aufgehalten...

    Ich frage mich eher, warum der ka-Reporter nur zugeschaut hat, statt die Situation zu verhindern. Wenn sowas öfter vorkommt, hätte er durchaus den Unfall vorhersehen können... schade...

    Mein Lieblingsteil ist übrigens "Zusammenhang zwischen dem natürlichen Alterungsprozess der Haut und den Gummi-Dämpfern". Brachte mich zum schmunzeln.
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  •   motzki
    (658 Beiträge)

    18.05.2017 14:51
    geht nicht,
    ich hab ne watteallergie... grinsen maaaaan, ist das alles bescheuert
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