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Karlsruhe Treffpunkt Südweststadt: Gibt es genug Angebote im neuen Bürgerzentrum?

Vor etwas mehr als einem Jahr feierte die Karlsruher Südweststadt die Eröffnung ihres neuen Bürgerzentrums. Heute ist jedoch klar: Das Zentrum wird laut der Stadtverwaltung nicht in dem vorgesehenen Umfang genutzt. Wo die Probleme liegen und was man tun könnte, darüber beriet am Dienstag der Hauptausschuss.

Die Entscheidung, dass es in der Südweststadt ein neues Bürgerzentrum geben soll, fiel bereits im Oktober 2015. Das neue Zentrum ist im Friedensheim des Badischen Landesvereins für Innere Mission (BLV) angesiedelt. Am 1. März des vergangenen Jahres fand dann die feierliche Eröffnung statt. Von der Stadt gab es einen Zuschuss für die Mietkosten in Höhe von monatlich rund 1.300 Euro. Doch soll das auch in Zukunft so bleiben? Um diese Frage zu beantworten, wurde die Verwaltung beauftragt, die jetzige Situation und die Zuschusshöhe für das Jahr 2017 erneut zu prüfen.

"Anzahl der Angebote ist noch gering"

Diese Prüfung erfolgte jetzt bei der vergangenen Sitzung des Hauptausschusses. "Die Anzahl der regelmäßig im Bürgerzentrum Südweststadt stattfindenden Angebote und Aktivitäten für die ganze Stadtteilbevölkerung ist noch gering", so das Fazit der Stadtverwaltung nach mehr als einem Jahr.  Im Durchschnitt fänden im Bürgerzentrum pro Monat an zehn Terminen Angebote und Veranstaltungen statt, die für die ganze Stadtteilbevölkerung offen seien.

Es gibt laut Stadt durchaus noch weitere Angebote, diese wären aber größtenteils auf die Heimbewohner ausgerichtet. Zudem würden Angebote, die der Träger in seinem Antrag zur Förderung für das Bürgerzentrum vorgesehen hatte, nach Angaben der Stadt dort nicht mehr ausgeführt. Das bedeutet: Spielangebote, Konversationskurse oder ähnliches finden laut Beschlussvorlage im "Mitmach-Laden" in der Mathystraße und eben nicht im Bürgerzentrum statt.

Hemmschwelle durch Lage des Bürgerzentrums?

Gründe dafür diese Entwicklung sieht die Verwaltung zum einen in einer möglichen Hemmschwelle, die entsteht, wenn man zu Aktivitäten in ein im Seniorenheim gelegenes Bürgerzentrum gehen soll. Zum anderen sei der "Mitmach-Laden" zentraler gelegen und dafür attraktiver für die Bürger.

Und die Zuschüsse? Obwohl sich das Bürgerzentrum in der Südweststadt bislang nicht "als stadtteilbezogener, generationenübergreifender Treffpunkt" verankern konnte, wurde am Dienstag vom Hauptausschuss beschlossen, die Zuschusshöhe für die Mietkosten auf dem Stand von 2016 zu belassen. Außerdem kündigte Oberbürgermeister Frank Mentrup an, Anregungen aufzugreifen, dahingehend, dass die Stadt noch einmal mit dem Träger sprechen möchte, inwieweit Mieteinnahmen von Auswärtigen erzielt werden können.

Träger ist dankbar, aber ganz anderer Meinung

Der Träger des Bürgerzentrums zeigt sich über die weiterhin verbleibenden Zuschüsse im Gespräch mit ka-news sehr erfreut und dankbar. Mit dem Fazit der Stadt, was die Nutzung der Einrichtung angeht, ist man aber nicht einverstanden. Nach Einschätzung des Trägers wird das Bürgerzentrum - entgegen der Feststellung der Stadt - auch sehr häufig von Externen genutzt.

So würden sich beispielsweise Vereine in diesen Räumlichkeiten treffen, die dann als "nicht öffentliche" Veranstaltungen trotz der Beteiligung der Bürger ausgezeichnet würden. Auch externe Veranstaltungen, wie Geburtstage, Taufen oder auch Hochzeiten hätten schon häufiger im Bürgerzentrum stattgefunden. Außerdem kann die mögliche Hemmschwelle, die die Stadtverwaltung formulierte, vom BLV nicht bestätigt werden. Ohne weitere Wege durch das Altenheim komme man direkt vom Eingang aus in den Raum des Bürgerzentrums, heißt es gegenüber ka-news.

"Mitmach-Laden" als Ergänzung statt Konkurrenz

Auch was die Konkurrenz durch den "Mitmach-Laden" betrifft, kommt der Träger zu einem Schluss. Ihm ist es insgesamt wichtig, dass man seine beiden Einrichtungen nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Ergänzungen verstehe.

Denn nach den Aussagen des Trägers kommen immer wieder zum Beispiel "Organisationsforen" im Bürgerzentrum zusammen, die sich bei späteren Terminen möglicherweise im "Mitmach-Laden" treffen. Diese zählen, so erklärt der BVL im Gespräch mit ka-news, dann fälschlicherweise nicht zu der Nutzung des Bürgerzentrums, obwohl dieses zur Planung zur Verfügung stand.

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Kommentare (4)
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  •   AndreaFr
    (3 Beiträge)

    17.07.2017 17:05
    Bürgerzentrum
    Endlich gibt es mal ein Zentrum für die Bürger, da wird was gemacht und geboten.Wenn das alles nix wäre, würde die Stadt auch nicht den weiteren Zuschuss bezahlen?! Bei den Quartiersgesprächen und Quartiersabenden im Bürgerzentrum kommen viele aus der Südweststadt zusammen, letzte Woche grad gings um Unterstützung für junge Familien.
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  •   kuba
    (831 Beiträge)

    16.07.2017 19:51
    Bürgerzentrum?
    Der Raum ist ja wohl der Speisesaal und Aufenthaltsraum des Pflegeheims. Dessen Bau und Einrichtugn ist doch wohl schon durch das Heim finanziert, oder. Dass die Stadt dafür die Miete zahlt ist merkwürdig und wohl eine Umwegfinnazierung, denn ander Kosten übernimmt sie nicht und das ist der Wegfehler des ganzen.
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  •   Malerdoerfler
    (3502 Beiträge)

    15.07.2017 17:35
    Ja!
    !
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  •   ka-lex
    (1385 Beiträge)

    15.07.2017 15:40
    Sieht schon ein bisschen so aus,
    als hätte der BLV da Fördermittel abgegriffen und das Ganze dann anstandshalber "Bürgerzentrum" genannt.
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