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Karlsruhe Teures Trinkwasser: Steigen die Preise in Karlsruhe?

Das Trinkwasser in Deutschland könnte in einigen Regionen künftig deutlich teurer werden: Und zwar um bis zu 45 Prozent! Das besagt eine aktuelle Studie des Umwelt-Bundesamts (UBA). Der Grund: Ein hoher Anteil an Nitrat - eine chemische Verbindung aus Stick- und Sauerstoff - verunreinigt das Grundwasser. Wie sieht die Lage in Karlsruhe aus, ist hier mit steigenden Preisen zu rechnen?

Nach Aussage des UBA überschreiten derzeit über 27 Prozent der Grundwasserkörper in Deutschland den Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Vor allem in Gebieten, die landwirtschaftlich intensiv genutzt werden, sei das Grundwasser häufig verschmutzt: Durch Gülle und Mist aus der Tierhaltung oder Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau entstehe eine sogenannte "Überdüngung", die wiederum den hohen Anteil an Nitrat im Grundwasser auslöse, so das UBA.

Sollte sich dieser Zustand in Zukunft nicht ändern, müssen betroffene Wasserversorger Konsequenzen ziehen. Eine Möglichkeit wäre der Umstieg auf teure Aufbereitungsmethoden zur Reinigung des Wassers. Die Folge für den Verbraucher wäre dann der starke Anstieg der Trinkwasserkosten. Laut UBA kann solch ein Anstieg eine Preissteigerung von bis zu 45 Prozent bedeuten.

Trinkwasser in Karlsruhe ist sauber

In Karlsruhe kann allerdings Entwarnung gegeben werden: Wie Markus Schneider von den Stadtwerken Karlsruhe bestätigt, bestehe rund um die Fächerstadt keine Gefahr durch Nitrat. Grund dafür ist nicht etwa eine geringe landwirtschaftliche Nutzung in der Region, sondern die geschickte Lage der vier Wasserwerke der Stadtwerke Karlsruhe.

Sie liegen in Waldgebieten rund um die Stadt. Dadurch werde das Wasser nicht von landwirtschaftlicher Arbeit beeinflusst, so Schneider. Konkret gesagt, entspricht der Anteil an Nitrat im Trinkwasser der Stadtwerke Karlsruhe 2016 einem Mittelwert von lediglich knapp 13 Milligramm pro Liter und liegt damit weit unter dem vorgeschriebenen Grenzwert.

Wasserpreis wird leicht steigen

Die Stadtwerke Karlsruhe rechnen in den kommenden Jahren mit einer leichten Steigung der Trinkwasserpreise - in Zahlen um rund zehn Cent. Die anstehende Preissteigerung sei jedoch nicht auf Verunreinigungen oder sonstige Umwelteinflüsse zurückzuführen, erklärt Schneider im Gespräch mit ka-news, sondern auf steigende Personal-, Betriebs- und vor allem Investitionskosten. Die letzte Preiserhöhung hat es im April 2015 gegeben: Der Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser steht seitdem auf 2,14 Euro. Zuvor stieg er im August 2014 auf 2,11 Euro und im August 2012 auf 2 Euro.

Woher kommt die anstehende Preissteigerung? Zum Einen werden vor allem in die Erneuerungen von Wasserleitungen viel investiert: Je nach Alter und Materialverschleiß müssen Leitungen im Stadtgebiet regelmäßig ersetzt werden. Hier wird jede Leitung einzeln geprüft und erfasst. "Wir haben eine Verantwortung gegenüber der nächsten Generation, dass wir konstant in die Leitungen investieren und keinen Scherbenhaufen hinterlassen", so Schneider.

Wasserwerke werden modernisiert

Zum Anderen wird in den kommenden Jahren eine hohe Investitionssumme in das Wasserwerk im Mörscher Wald fließen. Das Wasserwerk soll für den wachsenden Wasserbedarf in der Stadt umgebaut werden: Klimabedingt sind für die Region Karlsruhe zukünftig höhere Tagesspitzenabgaben zu erwarten, bedingt durch mehr heiße Tage mit entsprechend hohem Wasserbedarf, heißt es von den Stadtwerken zum Entschluss die Werke zu modernisieren.

Aktuell werden Unterlagen, Gutachten und Untersuchungsergebnisse für die beiden Anträge zusammengestellt, eingereicht und im Nachgang von den Behörden geprüft. Grünes Licht für die Umsetzung der notwendigen Bauaktivitäten erhoffen sich die Stadtwerke im Frühjahr 2018.

Vier Wasserwerke versorgen die Stadt mit Trinkwasser

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Kommentare (19)
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  •   bergdoerfler
    (1529 Beiträge)

    20.06.2017 17:26
    dann vergleicht mal den Preis für 1 l Mineralwasser
    zu 1 l Trinkwasser, bevor hier gemeckert wird. Es gibt übrigens Sprudler, die dann das stille Wasser lauter machen.
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  •   Ozeiger
    (651 Beiträge)

    20.06.2017 22:26
    Es geht
    ja nicht nur ums Trinken. Sondern um Brauchwasser allgemein.
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  •   mixe
    (1112 Beiträge)

    20.06.2017 16:31
    warum nicht die bauern
    verpflichten keine gülle mehr auszubringen und dann sollen die bauern eben bezahlen. warum muss immer der bürger für die garantierten profite einiger einstehen? ich möchte mal die verwaltung hören wenn jeder bürger seien sch.....auf irgendeine wiese wirft.
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  •   andip
    (7902 Beiträge)

    21.06.2017 08:40
    Profite?
    Welcher Bauer macht denn Profit bei den derzeitigen Preisen?
    Nicht mehr als 99 Cent für ein Schnitzel zahlen wollen aber über die Erzeugermethoden meckern.
    Und wohin soll die Gülle, als Dünger für die Felder wird sie nämlich gebraucht.
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  •   Gast68
    (822 Beiträge)

    20.06.2017 07:34
    Trinkwasser braucht jeder
    und eignet sich daher hervorragend um die klamme Stadtkasse zu füllen damit auch weiterhin die Prestigeprojekte unserer an "Visionen" leidenden Politkaste zu finanzieren ....
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  •   zahlenbeutler
    (784 Beiträge)

    20.06.2017 10:17
    deshalb besser
    Wasser privatisieren, Wasserwerke an Montesanto oder so verkaufen, dann wirds billiger und vor allem machen die dann Geschmacksverstärker und so rein, mmhh...
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  •   kamaraba
    (613 Beiträge)

    20.06.2017 08:06
    Kostendeckungsprinzip
    Beim Wasserpreis gilt das Kostendeckungsprinzip, bei den Stadtwerke Karlsruhe das Kostenüberdeckungsprinzip.
    Einfach die "moderate Preisanpassung" nicht bezahlen bzw. kürzen. Seit Mergen werden im Geschäftsbericht die Gewinne aus Wasserverkauf nicht mehr veröffentlicht. Da müssen die Stadtwerke dann den Beweis antreten.
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  •   hajmo
    (3719 Beiträge)

    20.06.2017 08:58
    Sparpotenzial
    Erhöhung 10 Cent/cbm. 4-köpfige Familie dürfte so 150 cbm im Jahr verbrauchen.

    Müsst ihr jetzt leider selbst ausrechnen - mein Taschenrechner funktioniert nicht mehr.
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  •   Waterman
    (5723 Beiträge)

    20.06.2017 11:28
    Da steht aber:
    "...in den kommenden Jahren"; also nicht pro Jahr, wie insinuiert.

    Hervorragendes, gut schmeckendes Wasser, das man ab Hahn trinken kann. 0,00214 ct./l. Wer will, kann selbst berechnen, was er spart, wenn man sich einen Liter im Kühlschrank kalt stellt.
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  •   Ozeiger
    (651 Beiträge)

    20.06.2017 15:41
    Hahnewasser
    ist halt eine ziemlich dröge Angelegenheit und hat keinerlei Erfrischungswert sondern macht eher noch mehr Durst. Genauso wie die ganzen stillen Quellwasser, mir ein Rätsel wie man sowas trinken kann, sofern man nicht grade am Verdursten ist.
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