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Karlsruhe Süchte in Karlsruhe: Fast 2000 Menschen beanspruchen 2016 Hilfe

Insgesamt 1935 Personen besuchten im Jahr 2016 die Fachstellen des Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (bwlv) in Karlsruhe und Bruchsal. Dies geht aus dem veröffentlichten Jahresbericht 2016 hervor.

Nach Angaben des bwlv benötigte der Großteil (1092 Klienten) aller Personen, die die Fachstellen des bwlv in Karlsruhe und Bruchsal aufsuchten, Hilfe aufgrund eines Alkoholproblems. 625 weitere Menschen seien mit illegalen Drogen in Berührung gekommen, davon 335 unter anderem mit Cannabis.

Des Weiteren wurde oftmals Beratung rund um die Themengebiete des Glücksspiels (160 Personen) sowie des exzessiven Medienkonsums (58 Hilfesuchende) angeboten.

Cannabiskonsum steigt wieder stetig

Dass sich insgesamt 335 Menschen aufgrund von Cannabiskonsum in den "Fachstellen Sucht" in Karlsruhe und Bruchsal an Ansprechpartner richteten, sei nicht erstaunlich, heißt es in der Pressemeldung weiter. Denn "die Rauschgiftdelikte in Verbindung mit Cannabis sind in Deutschland seit einem Tiefpunkt im Jahre 2010 stetig wieder angestiegen", so der bwlv.

Wegen der neu entfachten Legalisierungsdebatte um Cannabis erlebe die Droge vor allem in öffentlichen Diskussionen ein erneutes Aufkommen. Der Verband sieht einer möglichen Freigabe des Rauschgiftes kritisch entgehen: "Angesichts der immensen Folgen des jahrelangen Konsums bei Jugendlichen erscheint eine allgemeine Freigabe als ein fatales Signal."

Die Stadt Karlsruhe hat im letzten Jahr aufgrund des Antrages einer Stadtratsfraktion zur Legalisierung von Cannabis eine "Drogenkommission" einberufen. Der Leiter des bwlv-Zentrums Andreas Wendlinger nimmt dort als "Liga der freien Wohlfahrtspflege-Vertreter" teil.

Glücksspiel als Unglücksbringer

Und auch im Bereich des pathologischen Glücksspiels, in dem Spielen zur Sucht wird, schauten die Mitarbeiter der Fachstellen nicht weg. In dem seit letztem Jahr bestehenden ambulanten Therapieangebot für pathologische Glücksspieler seien 2016 insgesamt 20 Betroffene behandelt worden, teilte der Landesverband mit.

Von diesen Teilnehmern konnten zwei vorzeitig und acht Personen regulär entlassen werden. Zehn Personen sind weiterhin in Behandlung. Aktuell befinden sich elf Patienten in der ambulanten Therapiegruppe "Pathologisches Glücksspiel".

BESS – Beratungs- und Informationsstelle für Essstörungen

Wird das Essen zur Sucht und Informations- oder Motivationsgespräche gesucht werden, bietet der bwlv auch hier eine geeignete Kontakt- und Anlaufstelle in der Region. Die Beratungs- und Informationsstelle bei Essstörungen (BESS) steht mit ihrem Angebot inzwischen seit 3 Jahren Betroffenen und deren Angehörigen aus Stadt und Landkreis Karlsruhe zur Verfügung.

Laut einer aktuellen Dokumentation besuchten von Januar bis September 2016 insgesamt 109 Personen die Beratungsstellen in Karlsruhe und Bruchsal. Nach eigener Aussage nutzten 19 Angehörige und 90 Betroffene in dieser Zeit das Angebot, bei 16 Klienten wurden die Angehörigen im Laufe der Beratung mit einbezogen. Bei 41 Prozent der Essstörungen dokumentierte der Landesverband "Anorexia Nervosa" - also Magersucht - als Krankheitsbild.

Die Fachstellen Sucht in Karlsruhe und Bruchsal stehen nicht nur zu diesen thematisierten Suchtbereichen, sondern bei jedem Abhängigkeitsproblem helfend zur Seite.

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Kommentare (7)
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  •   mcclaney
    (1324 Beiträge)

    22.04.2017 13:33
    ...
    Wie viele der 335 "abhängigen" Cannabis-Konsumenten sind durch gerichtliche Weisung zur Maßnahme gezwungen worden?
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  •   timo
    (2912 Beiträge)

    22.04.2017 11:24
    immensen Folgen des jahrelangen Konsums bei Jugendlichen
    Wer möchte denn Cannabis für Jugendliche freigeben?

    Dass die Alkis hier gleich den Blick auf Cannabis lenken wundert mich nicht, die interessieren die Daten (1092 vs 335) nicht.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    22.04.2017 12:42
    Lies
    meinen Kommentar weiter unten. Bring mir einen Kiffer der nicht auch normale Zigaretten raucht und keinen Alkohol trinkt. Du wirst keinen finden.
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  •   Rambazamba
    (189 Beiträge)

    23.04.2017 09:13
    Außer pauschalisiertem Gelaber kommt nichts...
    naja, was soll man am ganz frühen Sonntag Morgen auch erwarten? Wenn Sie jeden Tag Schmerzen haben, sollten Sie etwas dagegen unternehmen. Aber vermutlich sind die auch Schuld daran, dass Sie so gereizt und bockig reagieren. Übrigens: Ich trinke keinen Alkohol, rauche kaum noch und inhaliere erst Abends. Niemals würde ich das in der Öffentlichkeit tun, es an Jugendliche geben oder danach Auto fahren. Aber bei der Flexibilität Ihrer Gedanken, kann ich mir meine Worte wohl sparen, denn Ihre Meinung ist ja in Zement gegossen, nicht wahr? Mein Gott! Vorverurteilungen sind echt trendy - egal, um welches Thema es geht!
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  •   Rambazamba
    (189 Beiträge)

    22.04.2017 09:41
    Cannabis als Medizin
    Es scheint einigen noch nicht klar zu sein, dass Cannabis für viele Menschen ein Schmerzmittel ist. So auch für mich. Ich leide seit Jahren unter Migräne und musste beinahe einmal im Monat mit einer Attacke rechnen. Dazu kam außerhalb der Attacken eine Art "Dauerbrummschädel". Was das mit der Lebensqualität macht, kann man sich sicher vorstellen. Seit ich Cannabis rauche (jetzt inahliere), geht es mir viel besser und die Attacken kommen meist nur noch alle sechs Monate und sind dann auch nicht mehr ganz so heftig. Klar, in der Zeit bin ich zu nichts fähig, aber mit viel Glück kann ich mich in den Schlaf rauchen und die Schmerzen wegschlafen.
    Auch die gesetzliche Änderung hat nichts geändert, denn die Ärzte trauen sich noch nicht, Cannabis zu verschreiben. Opium, Morphium, chemische Keulen mit immensen Nebenwirkungen bekommt man ungefragt und ohne mit der Wimper zu zucken sofort verschrieben - aber das natürlichste aller Schmerzmittel nicht. Was bleibt also? Man macht sich strafbar.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    23.04.2017 00:33
    Ich hab
    auch jeden Tag wahnsinnige Schmerzen, hör auf zu jammern. Schreiben kannst du ja noch...
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    22.04.2017 00:07
    Mit Cannabis
    fährt man nachweislich besser Auto, ist immer friedlich, raucht natürlich keine normalen Zigaretten und verteufelt den Alkohol.

    HAHAHAHAHA!

    Das Scheinheiligste seit der Erfindung des Begriffs Doppelmoral. Immer wie mans braucht.

    Marlööööönnnn!
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