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Karlsruhe Sorge am Alten Friedhof: Tierfreund will Karlsruher Eichhörnchen retten

Vor rund vier Jahren sorgte ein engagierter Eichhörnchenfreund in Karlsruhe für Aufsehen. Der passionierte Tierschützer setzte sich für die Zukunft und das Wohlergehen der Eichhörnchen am Alten Friedhof ein - allerdings anonym. Nun hat sich sein selbst ernannter Nachfolger gemeldet.

Mark S. ist Tierfotograf und Autor. Ein Thema liegt ihm dabei besonders am Herzen: die Eichhörnchenfamilie am Alten Friedhof in Karlsruhe. Über sie hat der Autor sogar schon ein Buch geschrieben. Der 41-Jährige aus Berghausen entdeckte durch einen Tipp und über sein Hobby, die Tierfotografie, den kleinen Park und Spielplatz in der Karlsruher Oststadt.

Das abenteuerliche Leben eines Eichhörnchenclans in Buchform

"Ich hatte bereits ein paar Sätze zu meinen Eichhörnchenfotos verfasst, als mich mein Vorgänger, der Mann, der sich vor meiner Zeit intensiv um die Tiere gekümmert hatte, dazu ermutigte, ein Buch zu dem Thema zu schreiben", erzählt der Tierfreund im Gespräch mit ka-news. Es habe sich aufgrund der vielen Fotos der kleinen Nager geradezu angeboten. "Es war mein erstes Buch, aber ich habe bald vor, ein zweites Werk mit tierischen Kurzgeschichten zu veröffentlichen", erzählt Mark S. im Gespräch mit ka-news.

"Die Eichhörnchen vom Alten Friedhof" erzählt Geschichten aus dem Leben von "Schwarze Power", "Oranje" oder "Hörnchen von der Mauer" – Mark S. erkennt jedes Tier und hat allen einen charakterisierenden Namen gegeben. Ihre Futtersuche, die Gefahren ihres Alltags aber auch die Erlebnisse mit den Menschen gibt Mark S. in seiner Erzählung wieder – kombiniert mit seiner  Fotografie.

 Eine Fortsetzung von "Die Eichhörnchen vom Alten Friedhof" wird es allerdings nicht geben. Denn das Ende der Eichhörnchen auf dem Alten Karlsruher Friedhof stehe kurz bevor, da ist sich der Autor sicher. 

Die Eichhörnchen vom Alten Friedhof - vom Aussterben bedroht

Schon 2013 hatte ein Mann – eben jener mysteriöse Eichhörnchenfreund – Alarm geschlagen und auf das Aussterben der Tiere dort erstmals aufmerksam gemacht. "Damals gab es noch mindestens 16 Eichhörnchen. Ich begleitete die Tiere seit Ende 2015 und da waren es im Schnitt immer etwa fünf bis acht Eichhörnchen. Inzwischen leben auf dem Alten Friedhof lediglich noch drei Tiere", berichtet der engagierte Tierfreund.

Wie es so weit kommen konnte? Auch darauf hat Mark S. eine Antwort: "Das Aussterben der Eichhörnchen war mit der veränderten Infrastruktur rund um die Ludwig- Erhard-Allee beschlossene Sache. Den possierlichen Nagern wurden die Verbindungen in den Wald genommen. Sie waren fortan eine 'geschlossene Gesellschaft', die sich nur noch untereinander paaren konnte."

Als Eichhörnchen führe man auf dem Alten Friedhof ein stressiges Leben. "Dafür sorgen auch viele Hundehalter, die trotz Leinenpflicht ihren Hund frei laufen lassen. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Eichhörnchen sich ständig in akuter Lebensgefahr befinden", schildert der Autor. Er schätzt, dass 50 Prozent der Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen würden. 

Das ärgert den Tierfreund: "Trotz meiner freundlichen Bitten, zeigte keine einzige Person Verständnis. Es gibt dort sogar einen Mann, der seinem Hund die Eichhörnchen zeigt und auf sie hetzt. Er freut sich, wenn sein Vierbeiner etwas 'Abwechslung' erleben darf. Führt man Gespräche, stößt man im besten Falle nur auf Ignoranz." Und dennoch lässt Mark S. sich nicht unterkriegen. "Ich bin noch immer auf dem Alten Friedhof in Karlsruhe und füttere die kleinen Nager", sagt er. "Wobei es in Zukunft vielleicht seltener der Fall sein wird."

Der Eichhörnchenfreund
Mark S. hat ein Buch über die Eichhörnchen vom Alten Friedhof in der Karlsruher Oststadt geschrieben | Bild: privat
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Kommentare (13)
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  •   Markkk
    (28 Beiträge)

    05.03.2017 17:57
    Um mich zu korrigieren...
    Natürlich weiß ich nicht, was einzelne Eichhörnchen alles fressen, aber sicher stehen Vogeleier i.d. R. nicht ganz oben auf dem Speizezettel. Vermutlich tut es ein Großteil überhaupt nicht.
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  •   sorry55
    (819 Beiträge)

    05.03.2017 12:00
    Lebensraum
    In den Hinterhöfen zwischen Durlacher Allee und Gerwigstr. leben auch Eichhörnchen. Dort wird in Kürze das neue Finanzamt gebaut. Es geht ja nicht nur um Eichhörnchen sondern auch um allerhand Vögel und andere Kleintiere. So nach und nach werden die kleinen grünen Oasen eben zugebaut.
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  •   Kscmaus2015
    (114 Beiträge)

    05.03.2017 11:37
    Also
    Bei meiner Bekannten im Hinterhof in Durlach gibt es auch viel Eichhörnchen. Die sogar bis ans Fenster kommen.
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  •   felino
    (301 Beiträge)

    05.03.2017 10:25
    in der südstadt
    richtung stuttgarter straße gibt e jede menge eichhörnchen, vielleicht die neuen studienobjekte... niedlich sind sie allemal. die hängen dort auch als in den abfalleimern und suchen nach "leckereien"
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  •   Aussie
    (314 Beiträge)

    05.03.2017 09:39
    Das liest sich ja recht nett,
    aber es gibt keine "Eichhörnchenfamilien". Eichhörnchen sind absolute Einzelgänger.
    Der eigentliche Lebensraum sind boreale Nadelwälder. Als Kulturfolger haben sie sich in Parks und ähnliche Anlagen ausgebreitet. Gefährdet sind sie nicht.
    Es wäre zwar schade, wenn sie im Alten Friedhof nicht vorhanden sind, aber das wäre der natürliche Normalzustand.
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  •   M.S.
    (143 Beiträge)

    05.03.2017 08:21
    schon Schade
    dass auf dem doch recht großen Gelände nur 3 Eichhörnchen leben.
    Ich sollte mal das von unserem Baum pflücken und mitbringen :-D
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  •   hajmo
    (3719 Beiträge)

    05.03.2017 17:30
    Es gibt dort leider zu wenige Vogelnester,
    die sie plündern können.
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  •   Markkk
    (28 Beiträge)

    05.03.2017 17:48
    Schonmal ein Eichhörnchen auf dem Alten Friedhof gesehen....
    ..dass dort ein Vogelnest geplündert hat? Die Frau einer Karlsruher Aufzuchtstation hat mir einmal verraten, dass sie es sogar mal darauf angelegt hatten, ( was ich nicht gut heiße) Eichhörnchen mit Vogeleiern in Berührung zu bringen, um festzustellen, ob sie sich daran zu schaffen machen. DIe Eichhörnchen hatten 0 Interesse gezeigt. Es wird behauptet, dass Eichhörnchen auch an Vogeleier gehen, aber die Aussage ist viel zu allgemein. Ich denke, dass sie sich vielleicht eher dann daran zu schaffen machen, wenn sie nichts anderes finden und es an ihre Existenz geht. Eher durchwühlen sie die Erde nach Essbarem, nagen Zweige ab und durchsuchen Mülltonnen.
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  •   hajmo
    (3719 Beiträge)

    06.03.2017 08:36
    ...wenn sie nichts anderes finden ...
    Zitat:

    Auch im Frühjahr, wenn die Nahrungsverstecke geleert sind, müssen die kleinen Nager Eiweiß zu sich nehmen. Die Fortpflanzung steht bevor. Das kostet Energie."Da pflanzliche Quellen nicht mehr zur Verfügung stünden, komme nur noch tierisches Eiweiß in Frage, das in Singvogeleiern und Jungvögeln "reichlich enthalten ist.
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  •   Malerdoerfler
    (3376 Beiträge)

    05.03.2017 07:34
    Ja ja,
    die Hundebesitzer. Immer negativ auffallen, aber das hatten wirhier schon mal.
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