93  

Karlsruhe "Rapefugees not welcome": Karlsruher Bahnbetreiber verurteilen Hetz-Sticker

"Rapefugees not welcome" und "Asylbetrüger nicht willkommen": Parolen wie diese wurden in den vergangenen Tagen an Karlsruher Bahnen angebracht - sehr zum Ärger eines ka-Reporters. Die Verkehrsbetriebe stehen dem Problem allerdings relativ machtlos gegenüber.

Dass Sticker an Bahnen, Laternenmasten und Co. angebracht werden, lässt sich in der Fächerstadt immer wieder beobachten. Einige von ihnen sind einem Karlsruher nun aber unangenehm aufgefallen. "Neuerdings tauchen bestimmte Aufkleber an den Bahnen auf", so ein ka-Reporter in einer Nachricht an die Redaktion.

Darauf zu lesen: Botschaften wie etwa "Rapefugees not welcome" (Anm. d. Red.: Bei dem Begriff 'Rapefugees' handelt es sich um eine Verschmelzung der englischen Wörter 'rape' (Vergewaltigung) und 'refugee' (Flüchtling).) Allein an einer Bahn hätten Unbekannte vier dieser Aufkleber angebracht, so der ka-Reporter - und er ärgert sich: "Diese Hetze muss nicht sein."

"Intoleranz und Rassismus haben bei uns keinen Platz"

Auf Nachfrage bestätigt Nicolas Lutterbach, Pressesprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), dass man Kenntnis von der Aufkleber-Aktion habe: "Die Sticker sind in den vergangenen Tagen vereinzelt auf einigen Bahnen der AVG und VBK festgestellt worden." Eine erkennbare Häufung könne allerdings bislang nicht registriert werden.

Anzeige hätten die Verkehrsunternehmen in diesen Fällen bislang nicht erstattet. "Sofern es sich nicht um eine auffällig hohe Zahl des gleichen Stickers handelt, wird in der Regel auch keine Anzeige von uns erstattet", erklärt Lutterbach weiter. Der Grund: Der Aufwand wäre unverhältnismäßig groß.

Bei der Vielzahl an Stickern, die mit ganz unterschiedlichen Botschaften und Motiven auf die Karlsruher Bahnen geklebt würden, könne oft nur Anzeige "gegen Unbekannt" erstattet werden. Daher würden sich die Ermittlungen gegen die Täter entsprechend schwierig gestalten, schildert Lutterbach. So bleibe nicht viel mehr übrig, als sämtliche fremden Aufkleber durch die Fahrzeugreiniger entfernen und entsorgen zu lassen.

Zur inhaltlichen Aussage der Aufkleber beziehen die VBK und AVG ganz klar Stellung: "Pro Jahr befördern die AVG und VBK zusammen rund 170 Millionen Fahrgäste. Dabei machen wir keinen Unterschied, welche Hautfarbe diese Menschen haben, aus welchem Land sie kommen, welche Sprache sie sprechen, welchen Glauben sie ausüben, welche sexuelle Orientierung sie haben oder wie ihre soziale Herkunft ist. Unsere Verkehrsmittel sind ein Ort, an dem sich alle diese Menschen in ihrer wunderbaren Vielfalt begegnen. Vor diesem Hintergrund haben Intoleranz, Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in unserem Unternehmen."

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (93)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Malerdoerfler
    (3595 Beiträge)

    05.02.2017 19:26
    GEnau genommen müsste jeder hier schreiben
    Refugees welcome - Rapefugees not welcome

    Ist doch so - nur ein Wortspiel. Zwar ein heftig böses Wortspiel, aber Herr Böhmermann, der auch immer böse Wortspiele bringt hat eben den Fernsehpreis gewonnen, oder?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eckfaehnchen
    (1834 Beiträge)

    06.02.2017 14:30
    Hoppla,
    und für wen lobt ka-news einen Preis aus ? Wortakrobaten und Worterfinder gibt es ja hier genug.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pack
    (294 Beiträge)

    03.02.2017 13:38
    Werden die Aufkleber auf alle Flüchtlinge oder Asylanten bezogen?
    Im Sinne der gesetzestreuen Mehrheit der Flüchtlinge und Asylanten finde ich persönlich wichtig, dass Asylbetrüger und Vergewaltiger aussortiert und zurückgeschickt werden.
    Wenn dies nicht geschieht, wie soll dann das geübte Auge den Unterschied finden, ohne mit einem Gerneralverdacht zu arbeiten?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (845 Beiträge)

    03.02.2017 17:37
    Sie haben schon recht.
    Wir sollten einfach alle Vergewaltiger und Betrüger aussortieren, nicht nur unter den Flüchtlingen und am besten bevor sie zur Tat schreiten. Es fehlt uns nur die Möglichkeit den Menschen in den Kopf zu schauen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pack
    (294 Beiträge)

    03.02.2017 20:08
    Da man niemand in den Kopf schauen kann....
    Ist es wichtig, dass Betroffene praktische Hilfe erfahren!

    Ich denke einfach, dass jemand der Hilfe und Schutz sucht, sich gesetzestreu verhält, oder?

    Die "gesetzlosen BRD-Bürger" - mit denen MÜSSEN wir leben!

    Die Zuwanderung muss unter dem Aspekt der tatsächlichen Hilfebedürftigkeit und unter dem Aspekt der Bedarfe der Wirtschaftsunternehmen erfolgen!

    Die versch. Ursachen müssen differenziert betrachtet werden.

    Ich persönlich möchte diese Aufkleber nicht überbewerten, da ich weiß, dass sich die Mehrheit der Flüchtlinge an die Gesetze hält!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Liessl
    (262 Beiträge)

    02.02.2017 18:38
    ich frag mich
    Ist die Bebberei allgemein net lästig?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (845 Beiträge)

    02.02.2017 08:51
    Schmuddelecke
    Es ist unstrittig, dass es sich bei diesen Aufklebern nicht nur um Provokationen handelt, sondern dass es eine pure Hetzkampagne ist. Betrachtet man die Vertriebswege (Bsp.: Nationales Versandhaus oder Druck 18) über das Internet für diesen Schund, so weiß man auch von wem diese Hetze ausgeht. Eindeutiger geht es nicht. Trotzdem gibt es hier wieder zahlreiche Kommentatoren die dies versuchen zu relativieren oder sogar abstreiten. Wenn man diese nun als das bezeichnet was sie sind, regen sie sich künstlich auf. Dabei stellen sie sich selbst in die rechte Schmuddelecke und ich bin mir sicher, dass sie insgeheim stolz darauf sind sich dort zu befinden .
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Irgendwas_mit_Medien
    (542 Beiträge)

    02.02.2017 21:30
    In diesem Zusammenhang
    Schauen Sie sich doch bitte mal diese paar Minuten aus dem Landtag in Meckpomm an. Und dann sagen Sie mir doch bitte mal - als jemand , der sich ja wohl zumindest mal etwas mit einer bestimmten Epoche der deutschen Geschichte beschäftigt hat...
    Stellt sich bei Ihnen dabei das gleiche mulmige Gefühl wie bei mir ein?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (845 Beiträge)

    03.02.2017 09:54
    Höflichkeit
    Es fehlt diesem Vertreter der AfD offensichtlich nicht nur Höflichkeit, sondern auch der Respekt vor dem Parlament. Insofern kann ich der Präsidentin nur zustimmen. Ein anderes Mitglied seiner Fraktion hatte ja das Wort erhalten. Ihre Anspielung ist nicht nur unverschämt, es passt auch in das Schema der Rechten sich als Opfer zu sehen und unsere demokratischen und rechtsstaatlichen Gepflogenheiten und Regeln mit dem Unrechtssystem der Nazidiktatur gleichzusetzen. Einfach schäbig.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Irgendwas_mit_Medien
    (542 Beiträge)

    03.02.2017 11:46
    Schade, dass Sie gleich wieder solche Geschütze auffahren
    "Unverschämt, schäbig etc.."
    Da meine Frage aber sehr allgemein gehalten war, kann man jedenfalls Ihrer Antwort entnehmen, dass Sie das Problem erkannt haben - und das ist positiv einzuschätzen.
    In dem speziellen Fall scheint es mir erstmal egal, welcher Fraktion der Abgeordnete angehört. Es geht hier wohl um den Punkt, ob es statthaft ist - legal wie auch sagen wir "moralisch", Frau Präsident zu sagen.
    Was das Legale anbetrifft, gehe ich davon aus, dass ein Juraprofessor dies entscheiden kann. Bleibt die "moralische" Ebene.
    Ich persönlich hätte kein Problem damit, Frau Präsidentin zu sagen (weil ich es in dem Fall einfach für "flüssiger" halte).
    Wenn jedoch Frau Präsident über Jahrzehnte die gültige Bezeichnung! war und es keine rechtsverbindlichen Festlegungen dahingehend gibt, dass diese Bezeichnung auf einmal beleidigend, würde- oder respektlos sein soll, dann kann man meines Erachtens nicht mit Wortentzug sanktionieren.

    Siehe auch: Frau Doktor vs Frau Doktorin ??
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 (10 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben