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Karlsruhe Ramsch gegen Kult: Erste Karlsruher "Givebox" am Lidellplatz

In Ihrem Keller stapeln sich Relikte aus alten Tagen, die niemand mehr benutzt? Keine Lust sich mit Flohmarkt, Secondhand Laden und Co. auseinander zu setzen? Wie wär's mit einem Abstecher zum Karlsruher Lidellplatz - neben dem bewährten Bücherschrank hängt hier nun eine kleine Kiste, in deren Innerem sich Gegenstände aller Art aus zweiter Hand verbergen. Hineinlegen, heraus nehmen - so funktioniert die erste Karlsruher "Givebox"

Dem aufmerksamen Fußgänger springt seit dem 25. November, eine kleine, recht unscheinbare Box am Lidellplatz ins Auge. Während der ein oder andere an dem knallroten Bücherschrank Halt macht und in der Auslage stöbert, hängt die "Givebox" noch in seinem Schatten am Zaun des Kinderspielplatzes.

"Hinein darf alles, was kein Müll ist"

Die "Givebox" ist das "Baby" von Robert Orzanna. Nach der Rückkehr von mehreren Auslandsaufenthalten fand sich der 22-Jährige nach eigenen Angaben zu Hause von einem Haufen materieller Dinge überflutet, die für ihn keine Wichtigkeit mehr hatten. Wegschmeißen wollte er die Besitztümer jedoch nicht - schließlich könnte so manches für andere Menschen noch einen Nutzwert haben.

Doch statt sich auf den Weg zum nächsten Flohmarkt und Secondhandladen zu machen oder alles im Internet zu versteifern, fiel Orzanna ein Konzept ein, dass ursprünglich aus Berlin stammt: Dort hatte man vor einigen Jahren einen Kasten entworfen, mit dem Ziel, die Leute zum unkonventionellen Schenken zu motivieren. Passanten können die verschiedensten Dinge in die "Givebox" legen und sich im Umkehrschluss ein anderes Präsent, für das sie mehr Verwendung finden, heraus nehmen. Die einzige Regel lautet: "Hinein darf alles, was kein Müll ist" - klar ist, dass es hierbei auf die Definition ankommt.

Die Idee des Tauschens scheint bereits in Karlsruhe Anklang gefunden und das Potential zum Selbstläufer zu haben, denn schon einen Tag nach dem Aufhängen der Box warteten ein paar Christbaumkugeln sowie eine Strickmütze auf einen neuen Besitzer. Auch Orzanna selbst legte ein gebrauchtes, aber gut funktionierendes Fahrradlicht in die Kiste. Selbst der Bau der "Givebox" konnte ohne finanzielle Mittel sowie mit geringer "Manpower" bewerkstelligt werden, wie der Erfinder stolz erzählt. Um das Äußere noch ein wenig aufzupeppen und Aufmerksamkeit zu bekommen, sei außerdem ein selbst gespraytes Logo geplant.

Auch eine zweite Station sei vorgesehen - allerdings dann in Form eines begehbaren Kleiderschranks. "Visionen sind da", lächelt Orzanna mit Blick auf die erste "Givebox" Karlsruhes. An der Realschule in Durlach soll demnächst sogar eine "Givebox"-AG gegründet werden, die sich um eine eigene Box auf dem Schulhof kümmern kann - darüber hinaus ist eine breit angelegte Kooperation mit badischen Schulen geplant

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Kommentare (8)
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  •   mkalle
    (42 Beiträge)

    10.12.2012 05:19
    Naja
    Also ich versteifere meine Sachen immer noch lieber im Netz!
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  • 0
    unbekannt
    (3 Beiträge)

    10.12.2012 09:15
    Vorzüge Givebox
    Hallo mkalle,

    eine Givebox hat dennoch geiwssen Vorzüge:

    - Spontan, es gibt keine festen Termine wie die eines Flohmarkts
    - Unkompliziert, du musst keine Bilder erstellen und dich nicht mit dem Online-Inserieren abmühen
    - Erspart weite Transportwege. Ressourcen verbleiben in der Nachbarschaft
    - Kann sich zu einem festen Treffpunkt in der Nachbarschaft entwickeln. Siehe Düsseldorf: https://plus.google.com/u/0/104427652200808644488/posts/aBgbqJxvRgp
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  •   timo
    (2915 Beiträge)

    09.12.2012 13:26
    Nette Idee, aber
    anders als der Bücherschrank wird das wohl auf längere Sicht nicht funktionieren. So eine Box ist zu unübersichtlich, wird nicht ernst genommen. Am Ende wird wohl wirklich Müll drin landen.

    Lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen grinsen
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  • 0
    unbekannt
    (3 Beiträge)

    09.12.2012 22:24
    Die Anfänge
    Hallo timo,

    mit dem Giveböxchen am Lidellplatz wollten wir uns herantasten und sehen, wie die Idee von den Karlsruhern angenommen wird. Sehr gut muss ich sagen. Bisher habe ich noch keinerlei Müll vorgefunden. Zudem scheinen die Dinge recht frequent den Besitzer zu wechseln, wenn ich jeden 2. Tag vorbeischaue und mir unbekannte Dinge vorfinde.

    Und was die Unübersichtlichkeit angeht. Da legen wir nach. Ich möchte auf jeden Fall mindestens eine große Givebox in Karlsruhe stehen sehen, vorzugsweise im Hinterhof beim Cafe Pan (Kaiserstr.)

    WIr sind auf alle Fälle dran und hoffen natürlich, dass gerade die Idee des Giveböxchens ein Selbstläufer wird und Anwohner selbst welche bauen, um sie bei sich vor das Haus oder an den Gartenzaun zu hängen.

    Also, dann schau am besten mal am Lidellplatz vorbei und stöber. zwinkern

    Grüße

    Robert
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  •   mixe
    (1121 Beiträge)

    10.12.2012 07:08
    super idee
    ich wünsche dem "erfinder" viel erfolg und vlt. gibt es bald mehr davon in karlsruhe. zum glück leben nicht nur vollpfosten in unserer stadt so das der gedanke des tauschens sich verbreitet.
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  •   timo
    (2915 Beiträge)

    09.12.2012 22:59
    Hallo Robert,
    ich wünsche euch bzw. dem Projekt auf jeden Fall viel Erfolg. Solche Ideen braucht Karlsruhe und unsere verschwendungssüchtige Wegwerfgesellschaft erst recht.

    In Berlin sind das doch Kästchen in einem Regal, oder?
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  • 0
    unbekannt
    (3 Beiträge)

    10.12.2012 09:06
    Was ist eine Givebox
    Timo,

    Das was als Givebox typischerweise bekannt ist und was in Berlin seine Ursprünge hat, entspricht eher einem begehbaren Kleiderschrank:

    http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ch/christian-helten/text/regular/859395.jpg

    Einen solchen möchte ich wie gesagt noch in der Kaiserstr. haben - schön sichtbar für alle. grinsen
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  •   Saturnknight
    (140 Beiträge)

    09.12.2012 18:22
    Bücherregal
    ja, das fürchte ich auch. Offene Bücherschränke nutze ich gerne, man findet immer wieder ein interessantes Buch.

    Und selbst da hab ich schon manches erlebt. Es gibt, Leute die ein Buch rausnehmen, kurz reingucken und dann einfach wegwerfen, im Regen liegen lassen, oder Seiten rausreißen ... alles schon gesehen.
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