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Karlsruhe Protest gegen Bau-Pläne: "Rettet Karlsruhes Kleingärten!"

Karlsruhe braucht zusätzliche Flächen, auf denen in den kommenden Jahren neue Wohnungen gebaut werden können. Mehrere Flächen sind aktuell in der engeren Auswahl für eine Bebauung - sehr zum Ärger der betroffenen Kleingärtner. Sie wollen sich gegen die Pläne wehren.

"Hände weg von unseren Kleingartenanlagen!" Die Forderung der Gartenfreunde in Karlsruhe ist klar. Sie sorgen sich um ihre Parzellen. Der Grund: Die Stadt schlägt vor, Kleingartengebiete für potentielle Wohnbebauung in Betracht zu ziehen. Insgesamt drei Kleingärten stehen nach aktueller Planung zur Diskussion: die Kleingartenanlage nördlich des städtischen Klinikums, die Anlage südlich des Rüppurrer Schlosses sowie die Kleingartenflächen an der Pulverhausstraße. 

"Ein Umzug ist nicht für alle eine Option"

Die betroffenen Kleingärtner müssten in diesem Fall die Fläche räumen und an eine andere Stelle umziehen. Beschlossene Sache ist das Ganze noch nicht. Bei dem "Flächennutzungsplan 2030" handelt es sich aktuell noch um einen Entwurf. Nicht alle Flächen, die darin genannt werden, werden am Ende auch in einem Bebauungsplan auftauchen, verspricht Bau-Bürgermeister Michael Obert Anfang Februar

Allein der Vorschlag, Kleingartegelände als Bauland zu nutzen, sorgt bei Alfred Lüthin für Unverständnis. Er ist der Vorsitzende und Geschäftsführer der Gartenfreunde Karlsruhe - und will zusammen mit anderen Parzellen-Besitzern für die Anlagen kämpfen. "Das ist nicht akzeptabel", sagt er im Gespräch mit ka-news. Die Kleingärten seien wichtig für das Klima und die Aufenthaltsqualität in der Stadt.

Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass ein Umzug nicht für alle Kleingärtner eine Option ist. "Wir haben viele ältere Pächter", erinnert er, "manche sind körperlich nicht in der Lage, etwas Neues aufzubauen." Das Argument der Stadt, dass die Kleingärten verkehrstechnisch günstig liegen, lässt Lüthin ebenfalls nicht gelten. "Es gibt genug andere Flächen", ärgert er sich. Bei diesen sieht Lüthin die Stadt in der Pflicht, die nötige verkehrliche Anbindung an die potentiellen Wohnflächen zu schaffen. 

Kann eine Petition die Wende im Streit bringen?

Aus diesem Grund haben die Gartenfreunde eine Petition ins Leben gerufen. Rund 2.000 Unterschriften habe man bereits gesammelt, berichtet Lüthin. Eine Petition könnte hier ein erster wichtiger Schritt sein - die Lösung des Problems ist sie aber nicht. Karlsruhe hat keinen eigenen Petitionsausschuss, den gibt ausschließlich auf Bund- und Länderebene. Eine Petition gibt eine Stimmung in der Bevölkerung wieder, rechtlich bindend ist sie aber nicht. 

Mehr Erfolg verspricht hier ein Bürgerbegehren. Hierfür gibt es strenge Regeln: Die Initiatoren müssen ein Anliegen formulieren, das im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegt. Nicht alles darf zur Diskussion gestellt werden. Ausgeschlossen sind beispielsweise Wirtschaftspläne, Tarife, Entgelte oder örtliche Bauvorschriften. Darüber hinaus müssen Vertrauenspersonen benannt werden.

Jeder siebte Karlsruher, maximal aber 20.000 Personen, müssen das Begehren unterstützen, damit es zum Bürgerentscheid kommen kann. Der Gemeinderat entscheidet dann binnen vier Monaten, ob der Antrag zulässig ist. Kommt es anschließend zum Bürgerentscheid, gilt dieser wie ein gültiger Gemeinderatsbeschluss. Ob es im Streit um die Karlsruher Kleingärten soweit kommt, bleibt abzuwarten. Lüthin zumindest kündigt bereits jetzt an: "Wir werden jedes uns zur Verfügung stehende Mittel nutzen, um das zu verhindern." 

Hier geht es zur Petition zum Erhalt der Kleingärten: www.rettet-karlsruhes-kleingaerten.de

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Kommentare (50)
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  •   Daxlander
    (742 Beiträge)

    02.03.2017 17:59
    Starke Worte
    und so wahr.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    02.03.2017 13:54
    Btw,
    jahrzehntelang gepflegte Gartenanlagen abreissen wollen aber dann mit so Hirnfürzen wie 'urban gardening' ums Eck kommen und ein Geschrei machen wenn irgendwo ein alter kranker Baum gefellt wird.

    Ok, jetzt hab ich ein bisschen die extremistische Ecke gefüllt und auch die Kommentare nicht gezählt. Aber mir kommt es vor als ob die die gegen den Abriss der Gärten und diesen starken Zuzug sind doch eine Mehrheit bilden.
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  •   silberahorn
    (9174 Beiträge)

    02.03.2017 13:34
    Wäre ich Herr Lüttin,
    würde ich mich auch aufregen.
    Da gibt er sich jahrelang Mühe, dass Menschen verstehen was es überhaupt bedeutet richtig zu gärtnern (richtig zusammengesetzte Nachbarschaftspflanzen machen nämlich z.B. nicht viel Schädlingsbekämpfung nötig, etc.), dann sind solche Gärten mit jahrelanger Mühe entstanden - - - und sollen nun gegen Häusle von Bauträgern nach Nullachtfünfzehn-Entwürfen (gebaut in einem halben Jahr) ausgetauscht werden? Betroffen sind ausgerechnet alte Gartengelände: Exerzierplatz (gegründet 1919), Pulverhausstraße (gegründet 1946) und Seewiesen (gegründet 1929).
    Zumindest müsste (wenn schon so getan wird, als ginge es tatsächlich um notwendigen Wohnraum für Familien und nicht um Gewinne von Bauträgern) den Planern abverlangt werden, dass vernünftige und für lange Zeit sinnvolle Wohngebiete - mit allerhöchstem Fachverstand entworfen - , auf den geräumten Gartengeländen entstehen.
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  •   dipfele
    (3812 Beiträge)

    03.03.2017 00:12
    an der Suttgarter Strasse.....
    ... kommen die Kleingärten auch weg. Trotz Proteste hatte der Gemeinderat das so vor Jahren beschlossen. Und alle Kleingärtner haben wieder die Parteien gewählt, die den Kleingärtnern diese weg nehmen wollen.
    Das nenne ich Denken im Zusammenhang....... .
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  •   silberahorn
    (9174 Beiträge)

    02.03.2017 13:46
    Lüthin heißt er
    Ich hoffe, dass man mir diesen Tippfehler verzeihen kann.
    Man sollte gerade in Überschriften besser aufpassen.
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  •   HarryPotter
    (441 Beiträge)

    02.03.2017 13:13
    Wer für den Erhalt ist
    Rettung der Kleingartenanlage Seewiesen am Schloss-Rüppurr in Karlsruhe
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  •   IchKA
    (254 Beiträge)

    02.03.2017 10:59
    Viel Wahlvolk
    Dass sich mittlerweile immer mehr Bürger gegen sinnlosen Abriss formieren und die "grüne Stadt" auch einfordern, hätte man im ratlosen Rathaus wohl weniger erwartet. 6500 Unterschriften gegen den Abriss des Bot. Gartens des KIT mit weiter steigender Tendenz sprechen einen deutliche Sprache.
    Eine Übergabe der Unterschriften an Bürgergeist Obertle hat dieser abgelehnt.
    Auch das Quorum für den Erhalt des Franz Rohdehauses mit seinem denkmalgeschützem Park wurde mit 5500 Unterschriften schon lange errreicht. Bereits jetzt 2000 Unterschriften für den Erhalt der Kleingärten
    Da kommt viel Wählerschaft zusammen. Die Bürger sind immer weniger bereit sich Hauruckaktionen nach Gutsherrenart gefallen zu lassen. Wohin das führt hat man im ratlosen Rathaus langsam gemerkt. Das Paradebeispiel ist das Milliardengrab der kleinsten U-Bahn der Welt und dem Wahnwitz davon abzulenken, dass es so ist, was ein Großteil der Bürgerschaft sich vorher schon dachte.
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  •   dipfele
    (3812 Beiträge)

    02.03.2017 23:59
    UND....
    ..... der absolute Wahnwitz kommt ja noch: Das Abholzen der Kaiserstrasse. Das war im Bürgerentscheid 2002 nicht Thema. Aber dem lieben Fenrich zu liebe ( den die Grünen bekämpft hatten) sind die Grünen jetzt auch für den Kahlschlag, für 35 Mio.
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  •   Buddha
    (20 Beiträge)

    02.03.2017 11:45
    Na ja "viel" ist relativ
    Bei 170.000 wahlberechtigten.... Wo ist denn hier eine hau ruck Aktion zu erkennen? Ist denn schon irgendetwas beschlossen........
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    02.03.2017 10:30
    Bau-Pläne,
    das ist mal wieder der Knaller. Falscher gehts nun wirklich nicht mehr.
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