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Karlsruhe Problemzone östliche Kaiserstraße: Bereich soll neu belebt werden

Das Leben in der Innenstadt-Ost soll künftig mehr pulsieren: Unter der Moderation der Grünen Gemeinderatsfraktion fand in dieser Woche ein offener Dialog am Berliner Platz sowie dem Kronenplatz statt. Themen waren mehr Attraktivität sowie eine größere Schnittstelle zwischen KIT und der Stadt.

Für mehr Leben in der Stadt: So könnte das Motto des Vor-Ort-Termins der Grünen Gemeinderatsfraktion lauten. Die Fraktion lud zu einem offenen Gespräch mit Anwohnern, Einzelhändlern, Studenten und Verantwortlichen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Dabei wurde über den Ausbau des KIT sowie die Belebung des Kundenverkehrs und Innenstadt-Lebens am Kronenplatz gesprochen.

Los ging es mit einer Diskussion am Berliner Platz. Thema hier: Das KIT will sich mittelfristig zur Stadt hin öffnen. Gerhard Schmidt, von der Initiative Zukunft Campus, macht darauf aufmerksam, dass die Universität sich gerade im Bereich der Kaiserstraße, vor dem Haupteingang, weiter Richtung Stadt öffnen möchte. Dazu sei ein neues Mechatronik-Gebäude geplant.

"Das Mechatronikzentrum soll ein offenes Gebäude für die Bürger werden, wo auch Projekte ausgestellt werden. Die ganze Kaiserstraße soll als Schnittstelle zwischen KIT und Stadt gestaltet werden", meint Schmidts Kollege Frank Lang. Weitere Verschmelzungen mit der Stadt sehen die KIT-Verantwortlichen an der Ecke Adenauerring vor. So ist geplant, Hecke und Gitter an der Ecke des Adenauerrings zu entfernen.

"Ein Raum, der einlädt"

"Wir wollen die Fußgänger und Radfahrer auf den Campus lassen", so Schmidt. Auch der Garten am Zeughaus soll nicht nur leer stehen: "Es soll ein offener Raum werden, ein Raum der einlädt", erklärt Lang. Außerdem soll der Bereich gegenüber des KIT auf der anderen Seite des Adenauerrings weiter erschlossen werden.

Grüne vor Ort: KIT
Dr. Schmidt erklärt die Ausbaupläne des KIT | Bild: Felix Haberkorn

Offen diskutiert wurde auch über Probleme am KIT, speziell am Berliner Platz. Dort kritisieren Einzelhändler das ständige Zustellen von Gehwegen durch Fahrräder oder Autos. Einer der Einzelhändler kritisiert zudem die zu hohen Geschwindigkeiten der Straßenbahnen: "Autofahrer müssen hier an der Kaiserstraße 30 fahren, aber die Straßenbahnen haben trotzdem freie Fahrt. Das ist total absurd und gefährlich. Die Straßenbahnen sind genauso zur 30 verpflichtet wie die Autofahrer", ergänzt der Einzelhändler. Die anwesenden Grünen-Politiker pflichten ihm bei.

Anschließend ging die Diskussion am Kronenplatz munter weiter. Hier standen der sogenannte Trading-Down-Effekt, der das Ausbleiben von Kunden beschreibt, und die Möglichkeiten, das Geschäftsleben attraktiver zu machen, im Fokus. Schwerpunkt dabei bildet das Areal hinter den Marktständen des Kronenplatzes. Gerade in diesem Bereich herrscht zu wenig Kundenverkehr.

Ein besseres Konzept muss her

Gründe dafür sind nach Angaben von Sibylle Rosenberg, Stadtplanungsamt Karlsruhe, unter anderem die Billigläden, die zu wenig Kundschaft locken. Eine Anwohnerin ergänzt: "Der Platz hat keinen klaren Mittelpunkt." Rosenberg sieht ebenfalls Defizite in der Konzeption:

"Der Platz hat keine Aufenthaltsqualität, nicht mal an der Wasserfläche", meint sie. Damit macht sie auf die fehlenden Schattenplätze aufmerksam, die bei zu hohen Temperaturen dafür sorgen, dass die Menschen sich hier gar nicht erst zur Erholung hinsetzen. "Wir müssen es schaffen, Leben auf den Platz zu bringen", betont sie.

Studenten sollen den Platz beleben

Aktuelle Ideen des Stadtplanungsamtes sehen vor, die Stadtbibliothek hierher zu verlagern: "Für uns wäre das eine große Chance, die Stadtbibliothek hier zu bauen", bekundet Susanne Asche, Leiterin des Kulturamtes. Dabei stellt sie eine Zusammenarbeit mit dem Jubez in Aussicht. Neben Lesungen in der Stadtbibliothek sollen abends vor allem Veranstaltungen auf dem Platz vor dem Jubez stattfinden.

Rosenberg hebt die Bedeutung des Zusammenspiels zwischen KIT, Stadtbibliothek, Jubez hervor und spricht dabei von einer "bildungsaffinen Nutzung" des Platzes. Besonders die Studenten sollen den Platz mit Leben füllen. Davon soll die gesamte Kaiserstraße sowie der Berliner Platz profitieren.

Weiterhin wurden vom Stadtplanungsamt auch Ideen der Bürger für ein stärkeres Markttreiben aufgenommen: Ausweitung des Wochenmarktes, Kunstmarkt, Kulturmarkt. Die genauen Ideen für den Innenstadtbereich und die "Verzahnung Kronenplatz und Kaiserstraße" (Rosenberg) will das Stadtplanungsamt am 18. Juli in einem Hörsaal am KIT vorstellen. Noch in diesem Jahr wolle man zudem den Antrag auf Sanierung des Areals am Kronenplatz stellen, so Rosenberg. Doch bis zur endgültigen Fertigstellung dürften noch schätzungsweise zehn Jahre vergehen.

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Kommentare (14)
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  •   orakelka
    (1902 Beiträge)

    Alder Schwed!
    Ihr werdet es doch hinbekommen, dass alle Läden in denen “normale“ Leute einkaufen können weg sind. Alteingesessene Geschäfte gibt es in Karlsruhe nur noch ganz wenige. Die DEMOKRATEN bekommen bestimmt hin, dass die auch verschwinden zusammen mit den Eingeborenen!
    Dann sind endlich alle glücklich!
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  •   Bessunger
    (16 Beiträge)

    Wo sind die Menschen, die dort ihre Heimat haben?
    Auffällig, dass die dort lebenden eingesessenen Bürger/innen (kulturell, herkunftsmäßig durchmischt und gut zusammenlebend, sozialstatusmäßig auch viele eher "bescheiden", vermute ich), weder einen Erwähnungs-Wert haben eine Option darstellen; offenbar Eingeborene, deren niedergehendes Reservat durch gesteuerte Zuführung von außen aufgewertet werden muss. Das ist angesagte Gentrifizierung. - Gerade ist medienmäßig viel von Heimat die Rede. Wär schön, es gäbe auch Überlegungen, den Bürger/innen, für die die Innenstadt-Ost ihre Heimat ist, ihnen diese ihre Heimat nachhaltig zu sichern (gegen Mietensteigerungen, das Verschwinden von erschwinglichem Wohnraum usw.). Als Innenstadt-Ost-Bürger empfinde ich die oben präsentierten "Lösungsansätze" als mittel- und längerfristige Bedrohung meines heimatlichen Lebensmittelpunkts, sag ich mal.
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  •   Mondgesicht
    (1515 Beiträge)

    Viel geredet
    und die eigentlichen Probleme ausgeklammert...
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  •   Nachteule
    (361 Beiträge)

    Ganz Karlsruhe ist eine Problemzone geworden
    In der Innenstadt werden um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt, weil sich normale Karlsruher im Dunkeln ohne Auto nicht mehr auf die Straße trauen. Die Kneipen rund um den Marktplatz sind ab 22 Uhr tot.
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  •   Filou99
    (1181 Beiträge)

    Ab 30 Uhr tot???
    Wann warst Du letztmals in der Gegend? Da gibt es (zugegebenermassen asoziale) Kneipen die bis 5 aufhaben und auch ganz gut besucht werden (nein keine Bars). In einem dieser Teile habe ich selbst gearbeitet, das hat bis auf einige Ausnahmen Spass gemacht.
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  •   mueck
    (8967 Beiträge)

    !
    Als Bewohner der Innenstadt, der auch schon mal spät abends heim kommt, kann ich auch nicht sagen, dass die City tot oder problematisch wäre ...
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  •   Filou99
    (1181 Beiträge)

    30 Uhr
    20 Uhr, blöde Tastatur, blöde Finger
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  •   mueck
    (8967 Beiträge)

    !+?
    Die Straßenbahn fährt dort auf eigenem Gleiskörper, das Tempolimit auf der Fahrbahn, dass die Koexistenz von Auto- und Radfahrern regeln soll, ist daher für die Bahn völlig irrelevant.

    Wo soll in der Ecke Platz für eine Stadtbibliothek sein? Da fehlt es mir irgendwie noch an Vorstellungskraft ...
    Bzw. was soll für die da weg? Mir fiele da derzeit nix leerstehendes ein in passender Größe ...
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  •   ALFPFIN
    (5594 Beiträge)

    Neu belebt
    muss die Problemzone östl. Kaiserstraße nicht, weder tagsüber noch nachts. Die Problemzone ist belebt.
    Wie ka-lex schon schreibt, vor dreißig Jahren wurden wir, damals junge Frauen schon gewarnt, vor dieser Problemzone.
    Und was heißt, Studenten sollen den Platz mit Leben füllen. Es laufen doch dort genug Menschen herum. Bei den ganzen Schnellfutterstellen sieht man auch genug Leute, sicher auch Studenten.
    "Ausweitung des Wochenmarktes, Kunstmarkt, Kulturmarkt"
    Das wird doch schon seit Jahren diskutiert. Und wenn mal in diesem Bereich ein Geschäft eröffnet wird, ist es auch schnell wieder geschlossen.
    Außerdem wenn der Platz auch noch mit Studenten aufgefüllt wird, spricht sich das bei einer gewissen Klientel schnell , also die Kurzzeitauffüller, die steigern nämlich dann ihren Ertrag an Handys und Euronen. grinsen

    Mit Studenten den Platz auffüllen !, die Studenten sind doch dort "zu Hause" bei der Uni.
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  •   Eckfaehnchen
    (1883 Beiträge)

    Bevor die Problemzone
    Östliche Kaiserstrasse neu belebt werden kann, muß erst das ganze Ungeziefer dort entfernt werden. Vorher
    wird das nichts.
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