Karlsruhe Östliche Kaiserstraße: Das will die Stadt gegen den Zerfall unternehmen!

Billigläden und leere Schaufenster prägen das Bild der östlichen Kaiserstraße in Karlsruhe. Die Stadt spricht inzwischen ganz offiziell von einem "Trading-Down-Effekt" und offensichtlichen Missständen. Mit Zustimmung des Gemeinderats nimmt Karlsruhe nun die Aufwertung des Quartiers in Angriff. Bis zum Sommer 2016 sollen die Eckpunkte für das Erneuerungsprogramm stehen. Gaststätten, Bars, Bordelle und Spielhallen sollen in der Innenstadt-Ost keinen Platz mehr haben.

Damit die Östliche Kaiserstraße nach Fertigstellung der Kombilösung keine verwaiste und heruntergekommene Straße bleibt, beginnt die Stadt Karlsruhe nun mit umfangreichen Untersuchungen. Unter dem Namen "Innenstadt-Ost" unterteilt sie das geplante Sanierungsgebiet in zwei Schwerpunkte: die "Östliche Kaiserstraße" sowie das "Südliche Innenstadtquartier Kreuzstraße". Einer entsprechenden Beschlussvorlage hat der Gemeinderat am vergangenen Dienstag zugestimmt.

Sanierungsgebiet soll bis 2017 festgelegt sein

Konkret handelt es sich um ein 34,8 Hektar großes Gebiet: Es wird begrenzt durch die Kriegsstraße im Süden, die Karl-Friedrich-Straße im Westen, der Kapellenstraße im Osten sowie den Zirkel beziehungsweise der Waldhornstraße im Norden. Da weite Teile des Areals bereits in der Vergangenheit saniert worden sind - die Rede ist vom "Dörfle" in den Jahren 1971 bis 1994 - will sich die Stadt auf die Aufwertung der Östlichen Kaiserstraße konzentrieren. Die Begrenzung nach Westen begründet die Stadt  folgendermaßen: "Eine Ausdehnung des Untersuchungsgebietes nach Westen wird nicht empfohlen, da das Sanierungsgebiet West erst in 2014 abgeschlossen wurde und die zentrale Achse Marktplatz/Karl-Friedrich-Straße Teil der Kombilösung ist."

Sanierungsgebiet Innenstadt Ost

Ziel der Untersuchungen ist es, bis 2017 ein Sanierungsgebiet festgelegt sowie entsprechende Fördermittel beantragt zu haben. Dafür erwirbt die Stadt für das Areal besondere Vorkaufsrechte. Das bedeutet, dass sie entscheiden darf, welcher Nutzung die Grundstücke unterliegen. Kriterium bei der Ausübung des besonderen Vorverkaufsrechts ist das Wohl der Allgemeinheit - darunter fallen beispielsweise die Deckung eines erhöhten Bedarfs an Wohn- und Arbeitsstätten, Errichtung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen, Wiedernutzung brachliegender Flächen sowie die Behebung städtebaulicher Missstände.

Stadt erwirbt Vorkaufsrechte

Grobe Vorstellungen, wie es künftig im sanierten Quartier aussehen soll, hat man bei der Stadt auch schon. Steigerung Attraktivität der Innenstadt, Einrichtung einer Flaniermeile auf der Kaiserstraße, Verbesserung der Gestaltung und Aufenthaltsqualität von öffentlichen Räumen oder Schaffung von Wohnraum sind dabei einige, vom Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2020 (ISEK 2020) vorgegebene, Ziele.

Besonders intensiv will man auf die Ausgestaltung der östlichen Kaiserstraße einwirken: Hier sieht die Stadtverwaltung keine Chance, dass sich das Gebiet nach Fertigstellung der Bauarbeiten selbstständig im Sinne des ISEKs entwickeln wird. Sie schlägt vor, Leerstände als Ausstellungsflächen für lokale Künstler zu nutzen oder anderweitig attraktiv zu gestalten. Blickdicht zugeklebte Schaufensterfronten sowie überdimensionale Werbeanlagen und Beleuchtungen sollen künftig auf der Kaiserstraße nicht mehr gestattet sein.

Weniger Bars und Rotlicht

Um "ungewünschte Nutzungen" zu verhindern, welche den Entwicklungszielen zuwiderlaufen, hat Karlsruhe das besondere Vorkaufsrecht für das Gebiet in einer entsprechenden Satzung erworben. Darunter fallen beispielsweise "das Umfeld störende Gaststätten, "Bars oder Bar ähnliche Einrichtungen, Beherbungsbetriebe, Bordelle, Spielsalons, Spielhallen, Bowlingbahnen und Diskotheken", heißt es in der Beschlussvorlage. Auch die Wohnungsprostitution soll eingedämmt werden. All diese Nutzungen würden nach Ansicht der Stadt eine Sanierung erschweren.

Kaiserstraße/Berliner Platz

In einem Jahr sollen die Ergebnisse der Untersuchungen von Stadtplanungsamt und der Karlsruher Fächer GmbH vorliegen. 2017 soll es nach förmlicher Aufnahme und Festlegung mit der Umgestaltung losgehen. Um Grundstücke zu erwerben, stehen laut Beschlussvorlage finanzielle Mittel zur Verfügung. Gegebenenfalls könnte sie das Vorkaufsrecht an Dritte, beispielsweise städtische Gesellschaften abgegeben. Volkswohnung und Karlsruher Fächer GmbH hätten diesbezüglich bereits ihr Interesse bekundet, so die Stadt. 

Liebe Community, ka-news ruft  jede Woche  zwei Mal zur Themen-Diskussion auf: Montags und donnerstags veröffentlichen wir ein spezielles Debatten-Thema inklusive Umfrage - wir möchten Sie dazu ermuntern, mit anderen Usern sachlich und themenbezogen zu diskutieren. Kontroverse Diskussionen sind durchaus erwünscht, aber bitte bleiben Sie dabei stets sachlich und beachten Sie unsere Netiquette. Unser Ziel ist es, einen qualitativ hochwertigen und sachlichen Meinungsaustausch zu einem bestimmten Thema zu fördern und unter einem Artikel zu bündeln.

Was halten Sie von den Sanierungsplänen der Östlichen Kaiserstraße? Sagen Sie uns Ihre Meinung und schreiben sie diese unter unseren Debatten- Artikel: Hier klicken!

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.