Karlsruhe "Nicht zu stoppen": So sieht Elefanten-Frühgymnastik im Karlsruher Zoo aus

Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund - das gilt auch für so manchen tierischen Bewohner im Karlsruher Zoo. Noch bevor der Stadtgarten seine Pforten öffnet, steht für Elefantendame Nanda einmal pro Woche Frühsport auf dem Programm. ka-news durfte ausnahmsweise beim Sportprogramm mit dabei sein.

Mittwochmorgen, 8.30 Uhr: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt steht Nanda trotz Kälte schon in den Startlöchern. Ihre beiden Pfleger und Zoo-Chef Matthias Reinschmidt an der Seite wartet die 49-jährige Elefantendame auf ihre heutige Gymnastikstunde. "Am Anfang ist sie noch etwas steif", meint Zooleiter Reinschmidt "aber wenn sie ins Laufen kommt, ist sie nicht mehr zu stoppen."

30 Minuten durch den Zoologischen Stadtgarten

Seit etwas mehr als drei Wochen drehen Chefelefantenpfleger Robert Scholz und sein Team mit dem neusten Zuwachs der Dickhäuter-WG regelmäßig ihre Runden durch den Zoologischen Stadtgarten. Nanda sei an solche Spaziergänge bereits aus ihrer Zeit beim Zirkus gewöhnt, erklärt Scholz. "Sie ist fast zu 100 Prozent blind", schildert er, "natürlich läuft sie von sich aus nicht so gern und so viel im Gehege."

Rund eine halbe Stunde dauert Nandas Spaziergang durch den Zoo. "Wir führen sie regelmäßig durch den Park, einfach damit sie in Bewegung bleibt", erklärt Zoo-Chef Reinschmidt. Die Dickhäuterin habe damit den gesamten 20 Hektar großen Park zur Verfügung. Elefanten-Experte Scholz erhofft sich auch gesundheitliche Vorteile. "In hohem Alter bekommen Elefanten oft Arthrose. Wir wollen dem vorbeugen."

Spaziergänge bleiben weiter exklusiv

Damit Nanda ihren Spaziergang auch genießen kann, findet ihr Rundgang immer außerhalb der Öffnungszeiten des Karlsruher Zoos statt. Die Elefantenpfleger führen den Dickhäuter mit einem Griff an den Ohren oder der Stoßzahntasche. Aus Sicherheitsgründen gehen die Elefantenpfleger immer zu zweit los. Zudem haben sie auch einen Stock bei sich. "Den brauchen wir aber nicht, wir haben Brot dabei", lacht Scholz.

Zoobesucher, die gerne an den  Spaziergängen teilnehmen möchten, muss der Elefantenpfleger enttäuschen. Bei Nandas Rundgängen dürfen sie nicht dabei sein - aber nicht etwa, weil der Elefant gefährlich wäre. Vielmehr wollen die Pfleger verhindern, dass jemand dem blinden Tier zu nahe komme oder es anfasse. "Nicht jeder Zoobesucher verhält sich vernünftig", meint Scholz.

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