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Karlsruhe Neue Tarife: KVV erhöht Ticket-Preise ab Dezember

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) seine Tarife anpassen. Für Kunden bedeutet das: Sie müssen sich auf höhere Preise einstellen. Der KVV spricht von einer "moderaten Preiserhöhung" von 2,37 Prozent.

In einer Mitteilung an die Presse begründet der KVV die Anpassung der Tarife mit gestiegenen Personalkosten durch die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst und mit der "Teuerungsrate bei Baupreisen für Investitionen in die Bahn-Infrastruktur". Der Aufsichtsrat des KVV hat der Anpassung in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.

"Die Tarifanpassung ist notwendig, weil wir unseren Kunden auch zukünftig ein attraktives Nahverkehrsangebot anbieten möchten. Die jetzige Tarifanpassung erfolgt mit viel Augenmaß, viele Tarife bleiben stabil, gerade was die Fahrten für Kinder und Familien betrifft. Wie in den Vorjahren liegen wir mit der Preisanpassung im bundesweiten Durchschnitt vergleichbarer Verkehrsverbünde. Gleichzeitig können sich die Fahrgäste über zahlreiche Verbesserungen freuen", so KVV-Geschäfsführer Alexander Pischon. Er verweist hier auf den sukzessiven Ausbau des WLAN-Angebots in Karlsruher Bahnen sowie auf die Einführung des neuen eTarifs für Kurzstrecken

Keine Änderung für Kinder und Senioren

In seiner Pressemitteilung informiert der KVV über die Änderungen. Keine Preiserhöhung gebe es auch in diesem Jahr bei den Fahrkarten für Kinder in den Waben 1 bis 5. Für die Nutzer der Karte ab 65 sei weiterhin die ganztägige kostenfreie Mitnahme aller eigenen Enkel und/oder Kinder bis einschließlich 14 Jahre möglich. Bei den 4er-Karten für Kinder würden die Preise nicht erhöht.  "

"Alte" Einzelfahrkarten, Tageskarten und Übergangskarten behalten nach Aussage des Verbunds ihre Gültigkeit bis zum 30. Juni 2018. Nach Ablauf dieser Aufbrauchfrist sind diese Tickets nicht mehr gültig und können nicht mehr für die Fahrten mit Bussen und Bahnen genutzt werden. Es bestehe die Möglichkeit, die abgelaufenen Fahrkarten gegen eine Gebühr von zwei Euro in den KVV-Kundenzentren in Baden-Baden, Bruchsal, Ettlingen, Karlsruhe und Rastatt umzutauschen oder erstatten zu lassen.

Einzel- und Tageskarten werden teurer

Ansonsten müssen sich KVV-Kunden ab dem 10. Dezember auf eine Erhöhung der Ticketpreise einstellen. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, steigen die Preise für Einzelfahrkarten im Stadtgebiet von Karlsruhe und Baden-Baden um zehn Cent und kosten statt 2,40 Euro nun 2,50. Einzeltickets für drei oder vier Waben kosten ab Dezember jeweils zehn Cent mehr, bei fünf, sechs und sieben Waben sind es 20 Cent mehr. Bei den Übergangs- und Ergänzungsfahrkarten liegen die Tarife ab Dezember ebenfalls zehn bzw. 20 Cent über dem aktuellen Preisniveau. 

Der Preis für die Citykarte wird um zehn Cent angehoben und kostet zukünftig 6,40 statt 6,30 Euro. Die Regio-Karte schlägt zukünftig mit 11,30 Euro zu Buche, statt wie bisher elf Euro. Für die Karte RegioXsolo, die bislang mit 18,10 Euro zu Buche schlägt, müssen KVV-Kunden mit dem Fahrplanwechsel 50 Cent mehr bezahlen.

Beim Tagesticket RegioXplus, das Gruppenreisen im KVV-Netz und auf den gesamten Strecken der angrenzenden Verbundpartner (VPE, VGF, VGC sowie ausgewählter Schienenanschlusstrecken) ermöglicht, steigt der Tarif um 30 Cent auf 29,90 Euro.  Der Preis für die Viertageskarte "City quattro" (3 Waben) steigt um 40 Cent auf 23,40 Euro. Die Karte "Regio quattro" (Netz) kostet nun 40,90 Euro. 

4-er-Karten im Stadtgebiet kosten weiterhin 9,50 Euro. Eine 4er-Karte für fünf Waben kostet auch nach dem 10. Dezember 2017 unverändert 18,20 Euro. Für den Geltungsbereich von drei Waben steigt der Preis einer Fahrkarte um 20 Cent auf 12,50 Euro bei Erwachsenen.

Preise für Monatskarten steigen 

Für die übertragbare Umwelt-Monatskarte steigt der Preis laut KVV je nach Anzahl der benötigten Waben zwischen zwei und 5,50 Euro. Für den Geltungsbereich Baden-Baden oder Karlsruhe (das entspricht jeweils zwei Waben) kostet die Umwelt-Monatskarte statt 59,50 Euro künftig 61,50 Euro. Nutzer einer Umwelt-Jahreskarte oder eines AboFix müssen künftig je nach Preisstufe zwei Euro bzw. drei pro Monat mehr bezahlen. 

Die Jahreskarte KombiCard kostet im Abonnement künftig drei Euro mehr und damit 85,80 Euro pro Monat. "Für die KombiCard Partner, bei der Lebenspartner von Inhabern einer KombiCard eine Ermäßigung erhalten, steigt der monatliche Preis von 61,80 Euro auf 64,35 Euro", so der KVV. Die 9-Uhr-Monatskarte mit einem Geltungsbereich für drei Waben verteuert sich um 2,50 Euro und kostet nach dem Fahrplanwechsel dann 50,50 Euro. Wer ab 9 Uhr im gesamten KVV-Netz unterwegs sein möchte, bezahlt zukünftig 73 Euro.

Und wie sieht es bei Schülern, Azubis und Studenten aus?

Die Monatskarten für Schüler, Auszubildende und Studierende bleiben von der Tarifanpassung im Dezember 2017 zunächst ausgenommen. Erst zum 1. September 2018 kommt es hier zu Preisanpassungen.  Bis dahin bezahlen Schüler für die ScoolCard bei zehn Abbuchungen im Jahr monatlich 47,50 Euro. Für Schüler, die einen Zuschuss vom Stadt- oder Landkreis erhalten, reduziert sich der Preis der Ausbildungs-Monatskarte sowie der ScoolCard entsprechend.

Bis zum Herbst 2018 kostet das Studi-Ticket 155 Euro, ein Studi-Ticket für den Anschlussbereich 194 Euro. Nutzen können das Ticket Studierende der beteiligten Hochschulen in Baden-Baden, Germersheim, Karlsruhe und Pforzheim.  Die Monatskarte für Azubis kostet je nach Geltungsbereich zwischen 47,50 Euro (2 Waben) und 126,50 Euro (sieben und mehr Waben).

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Kommentare (61)
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  •   mikado46
    (47 Beiträge)

    10.10.2017 17:30 Uhr
    Leere Bahnen und Busse....
    Leere Bahnen und Busse sind ein Zeichen für ein Überangebot .
    Vielleicht heißt die Formel : weniger Bahnen, bessere Auslastung, niedere Preise?
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (587 Beiträge)

    10.10.2017 21:56 Uhr
    Leer?
    Vielleicht zwischen 0100 und 0500 in der Innenstadt. Oder bei den Endhaltestellen der Outskirts.

    Was wäre die Alternative? Vorstädte abhängen, Pendler sitzen lassen?

    Also ich kenne nur volle bis übervolle Bahnen.
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  •   fontipex
    (55 Beiträge)

    10.10.2017 20:02 Uhr
    Randzeiten-Angebot ==> Akzeptanz als Ganzes
    Die Auslastung hängt von Wochentagen/Tageszeiten, und davon ob Ferienzeit ist. Man weiß inzwischen, dass eine gewisses Angebot auch in den Randzeiten für die Akzeptanz des ÖPNV wichtig ist. Ansonsten steigen zu viele Menschen auf den motorisierten Individualverkehr (Pkw, etc.) um - und das dann eben "leider" nicht nur in den Randzeiten, sondern generell...
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  •   Suedweschter
    (217 Beiträge)

    10.10.2017 15:16 Uhr
    Warum kein Studi-Ticket auch für Schüler und Azubis?
    Ich werde diese Bevorteilung der Leute, die innerhalb von wenigen Jahren sowie dann für den Rest ihres Lebens wesentlich höhere Einkommen verdienen werden, niemals verstehen! Die Ausrede, dass der Azubi ja schon Geld verdient, ist dabei nicht relevant, ist er ja auch dabei für das Erzielen des Gewinns seines Lehrbetriebs mitverantwortlich und finanziert so mit seinen Steuern indirekt die Universitäten und Hochschulen in denen die Gleichaltrigen studieren und dabei Vorteile genießen können, die er nicht hat, mit.

    Es fängt beim Studi-Ticket an und geht über verbilligtes Essen in der Mensa bis hin zum preiswert Wohnen in den Studentenwohnheimen. Dann wundert sich noch, warum Krethi und Plethi lieber studieren, als eine Lehre abzusolvieren? Schon allein mit einem tristen Bachelor steigt jeder Berufsanfänger im z. B. öD automatisch in eine bis zu fünf oder sechs Gehaltsstufen höhere Stufe ein und bleibt dort das ganze Leben. Wie ungerecht!

    Diese Privilegien gehören abgeschafft.
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  •   Svetogor
    (41 Beiträge)

    10.10.2017 13:33 Uhr
    Streifenkarten
    Gibt's keine 10er Streifenkarten mehr? Als ich zuletzt noch mit der Strassenbahn zur Schule gefahren bin, gab's noch die 10er Streifenkarten für 5 Mark.

    Man konnte damals aber auch nicht bis in jedes Kuhdorf mit 12 Einwohnern fahren grinsen Vielleicht krankt das ganze System ja daran, dass man zu jedem Hinterwäldler ein Gleis legen will und sich dann wundert, dass er doch lieber mit dem Auto fährt.

    Zur Arbeit müsste ich heute 3x umsteigen und in Summe ca. 1h für eine Richtung vertrödeln. Mit dem Auto grad mal 20 min Fahrtzeit. Wenn mein Auto in die Werkstatt muss, meld ich mich lieber krank, als mit dem ÖPNV zu fahren.
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  •   schmidmi
    (452 Beiträge)

    10.10.2017 22:20 Uhr
    Das zu hören
    wird Deinen Chef aber freuen
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  •   diwd
    (502 Beiträge)

    10.10.2017 15:10 Uhr
    Ganz tolle Einstellung! Wirklich super:
    Wenn mein Auto in die Werkstatt muss, meld ich mich lieber krank, als mit dem ÖPNV zu fahren
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  •   dipfele
    (4167 Beiträge)

    10.10.2017 20:43 Uhr
    Taxi oder Rad....
    ..... wären wohl eher die Alternative.
    Aber mir geht s ähnlich, wenn samstags das Auto frisch gewaschen ist, fühle ich mich wesentlich wohler.
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  •   Kultiplex
    (117 Beiträge)

    10.10.2017 13:27 Uhr
    Der Begriff
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   andip
    (8202 Beiträge)

    10.10.2017 12:02 Uhr
    Na so was
    Der KVV erhöht seine Preise wie jedes Jahr und auch genauso auch die DB und alle anderen Verkehrsverbünde.
    Riesige Gewinne fährt auch keiner von denen ein, im Gegenteil, die machen in aller Regel Miese.
    Aber wie immer halt, man will alles und sofort und natürlich für umsonst.
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