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Karlsruhe-Durlach Neo-Nazi-Demo: Durlach verabschiedet "Resolution gegen Rechts"

Am 3. Juni werden drei Demonstrationen in Durlach stattfinden. Ab 13 Uhr will die Partei "Die Rechte" im Rahmen des "Tag der deutschen Zukunft" durch den Karlsruher Stadtteil ziehen. Gleichfalls sollen unter dem gemeinsamen Motto "Karlsruhe zeigt Flagge" zwei Veranstaltungen gegen die geplante Neonazi-Demo stattfinden.

Am Mittwochabend traf sich der Durlacher Ortschaftsrat zu einer öffentlichen Sitzung in der Karlsburg Durlach. Unter Vorsitz von Ortsvorsteherin Alexandra Ries berieten die Stadtteilvertreter über zwei Themen. Zum einen nahm der Ortschaftsrat Durlach die Anmeldung der Demonstration zum "Tag der Deutschen Zukunft" zum Anlass, sich mit einer Resolution für Toleranz und Vielfalt auszusprechen. Zum anderen wurden Details zum "Tag der deutschen Zukunft" der am 3. Juni in Durlach stattfinden wird veröffentlicht.

Die größte rechtsextreme Demo seit vielen Jahren

Für den 3. Juni wurden mehrere Demonstrationen in Durlach angemeldet. Eine davon wird zum "Tag der deutschen Zukunft" der Partei "Die Rechte" stattfinden. Diese Demo findet einmal im Jahr statt, wechselt jährlich ihren Schauplatz und lockt mehrere hundert Teilnehmer an. Letztes Jahr, als Dortmund der Austragungsort war, nahmen 900 Demonstranten teil.

Für Durlach werden nach Schätzungen rund 300 weniger erwartet. Zum Vergleich: Die bislang größte rechtsextreme Demo in Karlsruhe fand 2013 mit 150 Teilnehmern statt. "Es wird die größte rechtsextreme Demo seit vielen Jahren. Der Veranstalter "Die Rechte" macht seinem Namen alle Ehre", so Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramts der Stadt Karlsruhe.

Der Durlacher Ortschaftsrat begrüßt die Demonstration der "Rechten" nicht, muss sie allerdings trotz Widerwillen stattfinden lassen. Denn die unter Artikel 8 des deutschen Grundgesetzes gewährleistete Versammlungsfreiheit muss auch einer rechtsradikalen Partei entgegengebracht werden. "Wir müssen das nun so hinnehmen", erklärt Weiße. Warum die Wahl der Partei "Die Rechte" ausgerechnet auf Durlach fiel, ist nicht öffentlich bekannt gemacht worden.

Gegen-Demo: "Karlsruhe zeigt Flagge"

Ebenfalls auf den 3. Juni terminiert sind zwei Gegenveranstaltungen. Zum einen wird unter der Anmeldung von Bürgermeister Martin Lenz die stationäre Versammlung "Karlsruhe zeigt Flagge" stattfinden. Hierzu werden 3.500 Teilnehmer erwartet. Ebenfalls über 3.000 Teilnehmer sollen an, in Kombination mit der Veranstaltung "Karlsruhe zeigt Flagge" an dem Aufzug des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) teilnehmen.

Tag der Deutschen Zukunft
Flyer und Plakate fordern: Kein "Tag der deutschen Zukunft"! | Bild: myh

Da ein Stattfinden der Demos nicht zu verhindern sein wird, muss die Stadt sich nun darauf vorbereiten. Alle drei Versammlungen werden am 3. Juni um 13 Uhr am Durlacher Bahnhof beginnen. Der Aufzug der Partei "Die Rechte" wird nach derzeitigem Stand nach einer Auftaktkundgebung am Bahnhof Durlach über die Pfinzstraße zum Hengstplatz führen.

Dort soll nach einer Zwischenkundgebung der Rückweg über die Blumentorstraße, Grötzinger Straße, Karl-Weysser-Straße, Badener Straße, Hengstplatz, Pfinzstraße wieder zurück zum Bahnhof Durlach führen, wo eine Abschlusskundgebung erfolgen wird. Die Aufzugsstrecke der DGB wird vom Bahnhof Durlach ab, durch die Pfinztalstraße, in Richtung Hengstplatz bis zur Karlsburgstraße führen.

Die Diskussion im Ortschaftsrat

Viele Stadtteilvertreter setzen ihr Vertrauen in Durlach und seine Bürger. Michael Griener Fraktionsvorsitzender des CDU-Ortsverband Durlach-Aue betonte: "Unsere Demokratie muss diese rechte Demo aushalten und dagegen halten. Durlach ist mit seinen vielen Gassen eher ungeeignet für solche Demonstrationen."

Noch deutlicher wurde Martin Pötzsche von den Grünen: "Durlach soll den Rechten am Ende des Tages friedlich zeigen, wo der Ausgang in unserer Stadt ist!" Die Stimme gegen Menschen erheben, die versuchen die Verfassung zunichte zu machen, will SPD-Vorsitzender Jan-Dirk Rausch: "Wir sind alle dazu aufgerufen uns offensiv gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus zu stellen."

"Durlach ist der falsche Ort"

Erschrocken über diese Veranstaltung der Partei "Die Rechte" in Durlach war Stadt- und Ortschaftsrat Jürgen Wenzel (Freie Wähler): "Durlach ist der falsche Ort für diese falsche Denkweise. Die sind hier nicht willkommen. Wir werden Flagge zeigen, damit nie wieder eine solche Veranstaltung hier stattfinden wird." Für einen friedlichen und gewaltfreien Ablauf der Demonstrationen sprach sich besonders Angelika Fink-Sontag (FDP) aus.

Damit dies gewährleistet sein wird, wird das Polizeipräsidium Karlsruhe mit einem der Versammlungslage angepasstem Kräfteansatz präsent sein. Die genaue Anzahl steht derzeit noch nicht fest. Wer die Kosten für den organisatorischen Aufwand zahlt, hinterfragte FDP-Mitglied Günther Malisius: "Wer bezahlt diesen Aufwand? Sicherlich nicht der Anmelder!" Damit hat Malisius recht, denn die Kosten werden, so Weiße, von den jeweiligen Institutionen getragen werden müssen.

Die Auswirkungen: Sperrungen und Umleitungen

Welche Auswirkungen haben diese Demonstrationen für die Durlacher Bürger? "Es wird zu massiven Beeinträchtigungen kommen. Die Aufzugsstrecke wird abgegittert sein und der ÖPNV kann nur eingeschränkt fahren.

Durlach Demo
Im Mai wird der Kruschtlmarkt wie gewohnt stattfinden - in welcher Form er am 3. Juni veranstaltet werden kann, wird noch bekanntgegeben. | Bild: (myh)

Mit Straßensperrungen, Halteverboten und demzufolge dem Wegfall von Parkflächen muss rund 96 Stunden früher gerechnet werden. Allerdings wird es hierzu noch konkrete Informationen geben", so Weiße. Auch ein Problem, wird der ebenfalls am 3. Juni stattfindende "Kruschtlmarkt" sein. Hierzu laufen aktuell Gespräche des Ordnungsamts mit der Arbeitsgemeinschaft Durlacher und Auer Vereine e.V. (ARGE). 

 
Resolution für Toleranz und Vielfalt

Am Mittwochabend fand die Resolution für Toleranz und Vielfalt Zustimmung im Durlacher Ortschaftsrat. Hier finden Sie die Resolution im Wortlaut:

"In unserer Stadt leben Menschen verschiedenster Nationen friedlich und respektvoll zusammen. Uns alle vereint das Ziel einer Gesellschaft, in der alle Menschen – egal welcher Herkunft und Kultur – in Frieden und Freiheit leben.

Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz haben weder in Durlach, in Karlsruhe, noch sonst irgendwo einen Platz. Der Durlacher Ortschaftsrat setzt sich für Freiheit, Toleranz, Solidarität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte ein. Er distanziert sich von allen rechtsextremistischen und faschistischen Aktivitäten.

Wir unterstützen ausdrücklich die zuständigen Stellen in ihrem Bestreben im Rahmen der rechtsstaatlich möglichen Maßnahmen den Aufmarsch zum sogenannten Tag der Deutschen Zukunft und sonstigen extremistischen Inszenierungen am 3. Juni 2017 entgegenzuwirken.

Wir stehen denen aktiv zur Seite, die couragiert gegen rechte Aktivitäten eintreten. Wir wollen, dass nicht weggeschaut, sondern offensiv und deutlich hörbar widersprochen wird. Wir rufen dazu auf, an den verschiedenen Protesten teilzunehmen und sich an den friedlichen Aktionen gegen Menschenverachtung und Rassismus zu beteiligen.

Wir stehen für ein vielfältiges gesellschaftliches Miteinander. Für diese Überzeugung treten wir in unserer politischen Arbeit ein – innerhalb und außerhalb des Ortschaftsrates. Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, im gleichen Sinne eindeutig Position gegen jede Form von Extremismus zu beziehen."
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Kommentare (50)
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  •   ka-lex
    (1441 Beiträge)

    11.05.2017 21:19
    Ja, das weiß ich.
    Und in Ihrem letzten Satz haben Sie's ja gerade noch erkannt.

    Ob Sie's aber auch begriffen haben?
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  •   ProKA
    (608 Beiträge)

    11.05.2017 23:02
    Oh je,
    die Kurve haben Sie jetzt aber wirklich nicht mehr bekommen.
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  •   kommentar4711
    (1422 Beiträge)

    11.05.2017 21:40
    Satire?
    So richtig als Satire zu erkennen war das aber nicht.
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  •   Joerg_Rupp
    (1960 Beiträge)

    11.05.2017 13:45
    warum das hier stattfindet?
    weil die Stadt Karlsruhe seit zweieinhalb Jahren den Faschisten und Neonazis den roten Teppisch ausrollt und sich OB und Vertreter des Gemeinderats fein raushalten aus den Gegenprotesten - im Gegenteil, der Kriminaliserung des Protestes nicht entgegen treten. Karlsruhe ist die Hochburg der rechten Demos hier drüber im Westen.
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  •   maehdrescher
    (467 Beiträge)

    11.05.2017 21:22
    Roter Teppich?
    Auch auf die Gefahr hin gesperrt zu werden: aber diese Aussage von Ihnen ist Müll.

    OB Mentrup und die Karlsruher Kommunalpolitiker haben sich immer klar gegen rechte Demos positioniert. Es ist unbegreiflich wie da jemand einen "roten Teppich" erkennen kann.

    Ist für Sie jeder ein Nazi, der nicht bei der Antifa-Randale mitmacht?
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  •   Joerg_Rupp
    (1960 Beiträge)

    12.05.2017 06:32
    wenn Demonstraten
    mit Bussen und Straßenbahnen auf Kosten der Steuerzahler abtransportiert werden, ist das ein roter Teppich. So hat es angefangen. Wenn die Polizei Autos und Neonazis den Weg freiprügelt, dann auch. Wenn unter den Augen der Polizei Hitlergrüße gezeigt werden dürfen, dann auch. Wenn unter den Augen von Polizei und Ordnugnsamt Anwohner der Demoroute bedroht werden düfen, dann auch. Und so wieter, und so fort.
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  •   Liessl
    (262 Beiträge)

    12.05.2017 16:21
    Gleiches Recht für alle
    die einen werden angekarrt auf Kosten der Steuerzahler und die andren eben wegchauffiert - und wieder andere werden sogar getragen, weil sie zu faul sind selbst zu gehen.
    Achneee, sind ja die Sitzblockaden.....
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    14.05.2017 02:35
    Und
    seit Mutlangen....
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  •   maehdrescher
    (467 Beiträge)

    12.05.2017 13:12
    Das geschah nur
    weil die linksextreme Seite ebenfalls gewaltbereit ist.
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  •   ProKA
    (608 Beiträge)

    12.05.2017 08:52
    Das
    sind die Auswirkungen einer Politik von Schwarz/Rot und vor allem Grün, die auf ganzer Linie versagt.
    Das was Sie von der Polizei verlangen ist ein Krisenmanagement mit dem Ziel den " Deckel des kochenden Topfes" einfach eine Zeit lang noch fester zu zudrücken. Es wird nur weiter an den Symptomen rumgedoktert. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
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