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Karlsruhe Mit 60 statt 80: Blitzer in der Südtangenten-Baustelle sorgt für Ärger

Autofahrer müssen für die Fahrt auf der Südtangente seit Anfang Februar mehr Zeit einplanen. Der Grund: Hier wird die kommenden Monate an mehreren Stellen die Fahrbahn erneuert. Das geht auch mit Tempolimits einher - und zwar schon bei 60 Stundenkilometern. "Unmenschlich!", wirft ein ka-news-Leser der Stadt vor.

Seit mehr als drei Wochen liegt im nördlichen Teil der Südtangente Baustellenstaub in der Luft. Noch bis Mai wird hier die Fahrbahn erneuert. Das führt allerdings zu einer veränderten Straßenführung und damit verbunden: zu Tempolimits. Zwischen der Ausfahrt am Hauptbahnhof und der Autobahnanschlussstelle darf darf daher nur noch mit 60 statt 80 Kilometern pro Stunde gefahren werden.

Damit sich die Autofahrer auch daran halten, hat die Stadt die stationäre Geschwindigkeitsmessanlage auf Höhe der Wasserwerkbrücke dem neuen Tempolimit angepasst. Das wurde allerdings einem ka-Reporter zum Verhängnis, wie er in einem Gespräch mit ka-news schildert.

Baumaßnahme auf der Südtangente 2017
Mehr vor hat die Stadt zwischen der Wasserwerkbrücke und der Ausfahrt 1 zur Wolfartsweierer Straße. | Bild: Stadt Karlsruhe

Zwei Baustellen - oder doch nur eine Baustelle?

Wie er berichtet, war er in der vergangenen Woche zwischen der Europahalle und dem Zündhütle unterwegs. Auf Höhe der Abfahrt in Richtung Hauptbahnhof habe er vorschriftsmäßig auf die erlaubten 60 Kilometer pro Stunde abgebremst. Wenige Meter später war die Baustelle aus seiner Sicht beendet und damit auch der Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Er habe wieder auf 80 Stundenkilometer beschleunigt - und wurde daher kurz drauf geblitzt. "Und das ist nicht nur mir passiert, auch ein anderer Fahrer vor mir ist erwischt worden." Seine Kritik: Es war nicht eindeutig, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung noch nicht aufgehoben war. 

"Die Stadt nutzt das aus"

Laut Straßenverkehrsordnung muss eine Begrenzung nicht zwangsläufig von einem Schild aufgehoben werden. Wenn eine zulässige Höchstgeschwindigkeit in Kombination mit einem Gefahrzeichen angebracht ist, kann es als aufgehoben angesehen werden, wenn die angezeigte Gefahr zweifelsfrei nicht mehr besteht, so die Rechtslage. 

Diese Regel greift aber auf der Südtangente nicht. Nach der Baustelle auf Höhe der Abfahrt folgt in einigem Abstand eine zweite Baustelle. Im Nachhinein gesteht der ka-Reporter: "Gesetzlich ist in diesem Bereich alles rechtens", schildert er. Doch sein Vorwurf: Weil sich die zweite Baustelle erst in einem größeren Abstand befindet, sei die gesamte Baustellen-Situation schwer einzuschätzen. "Es ist einfach unmenschlich und die Stadt nutzt das aus!"

Mehr Schilder oder mehr Überforderung?

Auf Anfrage von ka-news bestätigt die Stadt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Südtangente durchaus so gedacht ist. So seien die Baufelder zwar zeitweise etwas weiter voneinander entfernt, erklärt Günter Cranz vom zuständigen Ordnungsamt, aber es handle sich hier um eine "zusammengehörige Baustellen-Maßnahme".

Der Grund, warum auch im eigentlich baustellenfreien Raum zwischen den Baufeldern auch ein Tempolimit gilt? "Die Baustelle ändert sich fortlaufend", gibt Cranz an. Damit sich die Autofahrer nicht ständig auf neue und wechselnde Geschwindigkeitsbegrenzungen einstellen müssten, sei diese Beschilderung an dieser Stelle so gewählt worden. Cranz wehrt sich weiter gegen die Kritik des ka-Reporters: "Die Situation ist vorschriftsgemäß beschildert."

Autofahrer hätten zudem angegeben, dass sie mit ständigen Tempowechseln überfordert seien. Um dies zu verhindern, werde man daher auch keine zusätzlichen Schilder aufstellen. Die Baustelle auf der Südtangente wird noch bis voraussichtlich 3. Mai bestehen. Und bis dahin wird der Blitzer auf Höhe der Wasserwerkbrücke die Fahrer ab 60, statt ab den gewohnten 80 Stundenkilometern ablichten.

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