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Karlsruhe Mehr Streifen: Karlsruher Polizei sagt Drogenszene den Kampf an

Die Drogenszene hält die Karlsruher Polizei weiter in Atem: Im vergangenen Jahr hatten die Zahl der Rauschgiftdelikte einen neuen Höchststand erreicht. Die Ermittler setzen seit Ende Juni daher verstärkt auf Schwerpunktkontrollen. Doch die Dealer finden immer neue Plätze für ihre Geschäfte.

Seit Ende Juni ist die Polizei mit verstärkt Streifen auf den Karlsruher Straßen unterwegs. Der Grund: Mit Schwerpunktkontrollen will sie verstärkt gegen den Drogenhandel in der Fächerstadt vorgehen. Nach den ersten Kontrollen im vergangenen Jahr habe man eine deutliche Verbesserung festgestellt, erklärt Polizei-Pressesprecher Dieter Werner im Gespräch mit ka-news das Vorgehen. "Als die Zahlen dann wieder anstiegen, haben wir entscheiden, erneut verstärkt zu kontrollieren." 

"Wo wir viel kontrollieren, da finden wir natürlich auch viel"

Tatsächlich nimmt die Zahl der Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz in der Fächerstadt seit Jahren zu. In ihrer Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2016 spricht die Polizei von einem "neuen Zehnjahreshöchststand".  Insgesamt sei die Zahl der Fälle von 1.487 auf 1.766 angestiegen - ein Plus von 18,8 Prozent.  Aufklärungsquote bei diesen Vergehen lag im vergangenen Jahr nach Aussage der Karlsruher Polizei bei 93,9 Prozent. Aktuellere Zahlen aus Karlsruhe liegen aktuell noch nicht vor. 

 

Wie Polizei-Pressesprecher Werner gegenüber ka-news erklärt, bedeuten die gestiegenen Zahlen aber nicht, dass die Drogenkriminalität in der Fächerstadt überhand nimmt. "Dass die Zahlen angestiegen sind, ist vielmehr der erhöhten Kontrolltätigkeit der Polizei geschuldet", schildert er, "wo wir viel kontrollieren, da finden wir natürlich auch viel."

Über 60 Verdächtige in zwei Monaten 

Die aktuellen Schwerpunktkontrollen der Karlsruher Polizei in der Karlsruher Altstadt und am Schlosspark wurden auch im Juli fortgesetzt- und zwar mit uniformierten, aber auch zivilen Streifen. Die Bilanz der Ermittler: Seit Beginn der Maßnahme Ende Juni wurden gegen 64 Verdächtige Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. 72 Personen erhielten Platzverweise von der Polizei. 

Eine Gruppe bereitet den Beamten Sorgen. "Es konnte festgestellt werden, dass trotz der Streifen und Kontrollen nach wie vor überwiegend gambische Rauschgifthändler aktiv sind", so die Einschätzung der Karlsruher Polizei. Das sei schon länger ein Problem, erklärt Werner. "Diese Personengruppe ist nicht ausschließlich für den Drogenhandel verantwortlich, aber überwiegend." Insgesamt lag der Anteil der "nichtdeutschen Tatverdächtigen"-Händlern sowie Käufern- bei Rauschgiftdelikten im Jahr 2016 bei 36,5 Prozent.  

Dealer ziehen sich teilweise aus der City zurück 

Grundsätzlich eignet sich jeder öffentliche, aber ungestörte Platz für den Drogenhandel. Dennoch gibt es Stadtteile, die von Rauschgiftkriminalität häufiger betroffen sind als andere. Im "Karlsruher Straftatenatlas", der von dem Amt für Stadtentwicklung und dem Polizeipräsidium Karlsruhe erarbeitet wurde, nennen die Behörden die Innenstadt-Ost, die Innenstadt-West, die Ost-, die Süd-, die Südweststadt sowie Mühlburg als "Schwerpunkt-Stadtteile". 

Rauschgiftkriminalität in den Karlsruher Stadtteilen
Eine Übersicht über die Delikte aus dem Jahr 2015. Insgesamt registrierte die Polizei damals 1.487 Straftaten, die der Rauschgiftkriminalität zugeordnet werden können. | Bild: Screenshot aus dem "Atlas der Straftaten" in Karlsruhe

In jedem dieser Stadtteile registrierten die Ermittler im Jahr 2015 150 Rauschgiftdelikte und mehr. Und aktuell? Durch die verstärkten Kontrollen wurden die Dealer nach Einschätzung der Polizei teilweise aus der Innenstadt verdrängt. Das Problem: Die Händler würden sich immer wieder neue Plätze suchen, so die Einschätzung der Ermittler. In welchen Stadtteilen oder Plätzen derzeit am häufigsten gedealt wird, will die Karlsruher Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen allerdings nicht verraten. 

 

Auch in den kommenden Wochen will die Karlsruher Polizei weiter Präsenz in der Fächerstadt zeigen und konsequent gegen Straftaten vorgehen. Wie die Ermittler ankündigen, sollen die Schwerpunktkontrollen dabei weiter intensiviert werden. Dabei sind die Beamten aber auch über Hinweise aus der Bevölkerung dankbar. "Wenn verdächtige Wahrnehmungen gemacht werden, kann man sich an die Polizei wenden", appelliert Polizei-Sprecher Werner. 

Den vollständigen Straftaten-Atlas für die Stadt Karlsruhe finden Sie hier.

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  •   Peacemaker
    (330 Beiträge)

    Mühlburgr Feld meine ich.
    Da habe ich mich vertan. Obwohl es dort seit die Brücke weg ist, etwas besser geworden ist.
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  •   Chartist
    (223 Beiträge)

    mir fällt auf:
    starker ! Anstieg seit 2015 !
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (567 Beiträge)

    Hmm,
    für den sprunghaften Anstieg der Zahlen in der Innenstadt-Ost und in der Oststadt hätte ich evtl. einen Erklärungsansatz. grinsen
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  •   Joerg_Rupp
    (1995 Beiträge)

    ich auch
    das sind die ganzen Nazis, die die menschenfreundliche Politik nicht aushalten
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Passt doch,
    der Bundesinnenminister und unsere Kanzlerin kommen ja aufgrund der jetzigen Situation auch nicht über einen Erklärungsansatz hinaus. Frau Kanzlerin sagt immerzu "wir schaffen das", das ist noch nicht einmal ein Erklärungsansatz, sondern, na, ja man muss halt was sagen. grinsen
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  •   maehdrescher
    (563 Beiträge)

    Ist der auch
    politisch korrekt? grinsen
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Verzähl!
    grinsen
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  •   Ein_Gravierend
    (107 Beiträge)

    Karlsruher Maßnahmen
    "Doch die Dealer finden immer neue Plätze für ihre Geschäfte." Eigentlich ist damit schon genug gesagt, warum also mehr Streifen? Auch hier könnten sich die Üblichen mal fragen, wer das eigentlich zahlen soll.

    Zu den "deutliche[n] Verbesserung[en]" und von wegen "Als die Zahlen dann wieder anstiegen": Es ist leider kein bißchen klar, was damit gemeint ist. Da letzteres vermutlich die später erwähnten Rauschgiftdelikte sind: Wer sucht, der findet. Wer noch mehr sucht, der findet noch mehr. Ohne genauere Informationen welche Maßnahmen die Polizei durchführt und wann sie stärker zu kontrollieren pflegt, keine essentielle Information.
    Vermehrte Kontrollen führen wie bereits gesagt in logischer Konsequenz zu mehr erfassten Delikten, da die meisten davon nicht zur Anzeige gebracht werden, unnötige Personalkosten.
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  •   max
    (124 Beiträge)

    Ich muss doch hier enegerisch widersprechen!
    Ihr Bericht kommt mir vor, als würden sie die Dealer verteidigen. Soll die Polizei Ihnen auch noch
    sagen, wo, wann und wie sie einschreiten soll. Die Dealer, hauptsächlich Asalanten gehören schon beim Versuch abgeschoben. Nur zu Ihrer Orientierung, ich weiss wovon ich spreche.
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  •   Ein_Gravierend
    (107 Beiträge)

    ah
    Ich habe weder von Dealern gesprochen, noch hab ich jemand verteidigt.

    "Die Dealer, hauptsächlich Asalanten gehören schon beim Versuch abgeschoben." wiederspricht sich mMn mit der Aussage "ich weiss wovon ich spreche."

    Näher muss ich darauf denke ich nicht eingehen, da ich trotz ihrem energischen Widersprechen keinen Zusammenhang mit dem Komementar sehe.
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