Karlsruhe Mehr Raum für Jugendliche: Können Schulhöfe bald länger genutzt werden?

Gerade Kindern und Jugendlichen fehlt es in der unterrichtsfreien Zeit häufig an geeigneten Flächen in der Stadt. Daher ist es wichtig, Schulhöfe kindgerechter zu gestalten und auch nach der Schule zu öffnen. Dieser Meinung sind aktuell gleich vier Gemeinderatsfraktionen. Die Lösung: Ein runder Tisch mit vielen Beteiligten.

Seit 1993 stehen Schulhöfe in der unterrichtsfreien Zeit in der Regel von Montag bis Freitag - ausgenommen sind dabei Feiertage und Schulferien - bis 17 Uhr zum Spielen zur Verfügung. In den Sommerferien werden bereits heute viele Schulhöfe als Spiel- und Bewegungsplätze geöffnet. Das sei nun aber zu wenig, erklären die Grüne-, SPD-, Kult- und FDP-Gemeinderatsfraktion in ihrem Antrag und fordern, "vorhandene Flächen optimaler zu nutzen".

Die Gründe liegen nach Meinungen der Fraktionen klar auf der Hand: Schulhöfe seien sehr gut für sportliche Aktivitäten der Allgemeinheit geeignet - solche Flächen neu zu schaffen, wäre durch "das Wachstum der Bevölkerung" oder auch den "Siedlungsdruck in Karlsruhe" immer schwieriger. Gesetzliche Abstandsregelungen würden mögliche Planungen zusätzlich erschweren.

Außerdem würden die antragstellenden Fraktion mit den Forderungen ein Anliegen von Kindern und Jugendlichen aus der Kinder- und Jugendkonferenz 2017 aufnehmen: Anwesende Jugendliche wünschten sich damals nach Angaben der Fraktionen die zeitliche Öffnung von Schulhöfen ganzjährig zu erweitern.

Runder Tisch für Erarbeitung von Vorschlägen

Die vorgeschlagene Lösung: Eine Möglichkeit, ein Konzept zur Öffnung und Nutzung von Schulhöfen über 17 Uhr hinaus, zu erstellen. Und das nach Meinung der Fraktionen am besten in Form eines Runden Tisches mit Vertretern aus der Schulverwaltung, dem Gartenbauamt, dem Stadtjugendausschuss und dem Arbeitskreis Karlsruher Schülervertreter.

Diesen Vorschlag unterstützt die Stadtverwaltung: Sie will zu einem Runden Tisch mit allen beteiligten Stellen, wie der Sozial-und Jugendbehörde, dem Stadtjugendausschuss oder auch geschäftsführenden Schulleitungen, einladen, um die Thematik zu klären. Die Zustimmung des Gemeinderats bekam die Stadt am Dienstag in der öffentlichen Sitzung.

Viele Aspekte müssen berücksichtigt werden

In ihrer Stellungnahme machte die Stadt zudem darauf aufmerksam, dass in der weiteren Planung vor allem "Öffnungs- und Schließdienst, Reinigung, Haftung, Aufsicht, Nutzergruppen/Alter, mögliche Beeinträchtigungen des Schulbetriebs sowie Lärmbelästigung von Anwohnern" berücksichtigt werden müssen.

Und stellt weiter klar: Die aktuellen Schließzeiten würden sich an den Dienstzeiten der Hausmeister orientieren. Ganztagsschulen und Berufliche Schulen seien hiervon aufgrund des ganztägigen, bei Beruflichen Schulen zum Teil auch bis in die Abendstunden hinein andauernden, Unterrichts grundsätzlich ausgenommen.

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