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Karlsruhe Mehr Kontrollen in Bahnen: "Weder sinnvoll noch personell zu leisten"

Immer wieder gehen Polizeibeamte und Fahrscheinprüfer der Verkehrsbetriebe im Karlsruher ÖPNV gemeinsam "auf Streife". Geht es nach zwei Karlsruher Stadträten, dann sollen die Kontrollen nicht nur gelegentlich, sondern jede Woche stattfinden. Die Stadt und die Polizei erteilen dieser Forderung eine deutliche Absage.

Ende Juli waren bei einer Schwerpunktkontrolle der Karlsruher Polizei und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) rund 25 Polizeibeamte und zirka 30 Fahrscheinprüfer im Karlsruher ÖPNV im Einsatz. Zwischen 20 und vier Uhr waren sie vor allem im Innenstadtbereich zwischen dem Europaplatz, dem Hauptbahnhof und dem Kronenplatz unterwegs, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste im Stadtbahnverkehr zu erhöhen. Es war nicht die erste Kontrollaktion dieser Art: Bereits am 18. November 2016 und am 31. März hatten die Polizei und die VBK verstärkt kontrolliert. 

Die Bilanz der Kontrolle im Juli: insgesamt 244 Anzeigen wegen des Erschleichens von Leistungen, acht Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz und fünf ausländerrechtliche Verstöße sowie "alkohol- und rauschgiftbedingte Aggressivität gegenüber den Einsatzkräften und Mitarbeitern der VBK in unerwartet hohem und erschreckendem Maße". Zudem schritten die Einsatzkräfte wegen Körperverletzungen, Beleidigungen oder Verstößen gegen den Jugendschutz ein.

Stadträte fordern wöchentliche Kontroll-Aktionen

Die Höhe der festgestellten Verstöße war dabei für die Karlsruher Polizei eher zweitrangig. "Polizeiliches Ziel war in erster Linie das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen. Dabei ging es nicht um die Anzahl der festgestellten Verstöße. Vielmehr war entscheidend, wie viele pöbelnde, aggressive und/oder betrunkene Fahrgäste tatsächlich festgestellt wurden", so das Fazit der Stadtverwaltung in einer Stellungnahme im September. Bei auftretenden Problemen habe die Präsenz der Polizei zudem eine deeskalierende Wirkung gehabt. 

Aber warum finden die Kontrollen nicht regelmäßiger statt? Das wollen die beiden Stadträte Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und der parteilose Stefan Schmitt, welche beide auch die "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe" ins Leben gerufen haben, wissen. Sie sehen in den punktuellen Kontrollen ihre Befürchtungen in puncto Sicherheit bestätigt. In einer Anfrage, die auf der Tagesordnung der vergangenen Gemeinderatssitzung stand, wollten sie daher wissen: "Was spricht gegen wöchentliche Kontrollaktionen an jeweils wechselnden Wochentagen?" 

Polizei setzt auf gezielte Kontroll-Aktionen

Polizei und Stadt sehen Gründe, die gegen häufigere Großkontrollen sprechen. Ein Problem: Die Planung und Koordination einer solchen Aktion erfordere einen hohen Personal- und Zeitaufwand, so die Antwort der Stadtverwaltung. Ähnlich sieht das auch das Polizeipräsidium Karlsruhe: "Wöchentliche Kontrollaktionen sind weder sinnvoll noch personell zu leisten." 

Kontrollmaßnahmen an anderen Wochentagen seien zwar denkbar, "doch die bisherigen Erkenntnisse, bestätigt durch die aktuellen Resultate, zeigen, dass Kontrollen an Wochenenden (insbesondere freitags und samstags) eher zielführend sind." 

Stadt will keine "Zweiklassen-Gesellschaft" in Bahnen

Auch die Verkehrsbetriebe können nach Angaben der Stadt aufgrund des sehr hohen Personaleinsatzes keine regelmäßigen Kontrollen in diesem Ausmaß durchführen. Andernfalls müsste das Personal zu anderen Zeiten deutlich reduziert werden. Sicherheitsdefizite, wie sie Wenzel und Schmitt befürchten, ist den VBK nach eigener Aussage nicht bekannt.

"Sicherlich ist es vor allem in den Nachtstunden am Wochenende nicht auszuschließen, dass durch angeheiterte und manchmal auch sehr laute Fahrgäste die Atmosphäre auf einzelnen Linien nicht ganz so angenehm ist, jedoch sind Übergriffe auf nicht beteiligte Fahrgäste die absolute Seltenheit", so die Einschätzung der Stadtverwaltung. 

Auch einem von den Stadträten geforderten "Frauentaxis" erteilt die Stadt eine Absage: "Alle Fahrgäste können sich durch den Fahrer der Bahnen und Busse zu jeder Haltestelle ein Taxi bestellen, sofern sie dies wünschen." Die Taxifahrt sei jedoch durch die Fahrgäste zu begleichen. Ein "Frauentaxi", das während der regulären Betriebszeiten der Bahnen und Busse der Verkehrsbetriebe Karlsruhe angeboten würde, führt aus Sicht der Stadt auch zu einer "Zweiklassengesellschaft unter den Fahrgästen."

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Kommentare (32)
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  •   Aussie
    (535 Beiträge)

    Diese Aussage im Text hat mich auch gewundert.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fahrer als call center agents für die Passagiere fungieren!
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  •   silberahorn
    (9289 Beiträge)

    Zu jeder Haltestelle?
    Ich hatte das so in Erinnerung, dass es an Endhaltestellen möglich ist. Dort muss auch kein Fahrer weiterfahren und hat Zeit.
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  •   krabb344
    (11 Beiträge)

    ;)
    I stand an dr Ampel und Zunga ähängt mr raus
    Hilflos guck I zu, mei Fünfer got naus.

    I muß di Strassaboh no krieaga, bloß dr Fünfer bringt me hoim
    I muß di Strassaboh no krieaga, hoim will e, hoim will e
    Kriga musse se, Denn laufa will I net

    I muß di Strassaboh no krieaga, bloß dr Fünfer bringt me hoim
    I muß di Strassaboh no krieaga, … hoim will e
    Kriga musse se, Denn laufa will I net

    I renn los bei Rot, als allerletzte Chance
    Da macht der mir Dir zu, der Dinger, vor dr Noas

    I muß di Strassaboh no krieaga, bloß dr Fünfer bringt me hoim
    I muß di Strassaboh no krieaga, … hoim will e
    Kriga musse se, Denn laufa will I net

    I hab koin Pfennig für a Daxxi indr Dasch
    Da lauf I hald hoim
    LECK MI AM ARSCH!
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  •   IchKA
    (318 Beiträge)

    Lieber Herr Krabb, ist das ein Beitrag
    aus dem östlichen Landesteil, oder ein Beitrag aus einem Karlsruher Stadtteil, dessen Dialekt sich mir noch nicht erschließt ?
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  •   silberahorn
    (9289 Beiträge)

    Songtext eines Schwaben
    Das habe ich gegoogelt. Das Lied stammt von Wolle Kriwanek.
    Ich stelle dabei wieder einmal etwas fest: 1969 machte er sein Abitur.

    Im Alter von 20 Jahren hat er Abitur gemacht. Ich stelle das bei Personen dieses Alters immer wieder fest und es bestätigt mir, dass es damals nicht ungewöhnlich war. In Karlsruhe hat das mehr als eine Person noch nicht verstanden. Mir haben sie bei gleicher Geschwindigkeit eine Leistungsschäche in der Schulzeit bescheinigt und das dann als Vorschaden abgegrenzt, als es um die bleibenden Schäden aus einem Kapitalverbrechen ging. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen und allein deshalb habe ich es nicht rechtzeitig bemerkt. Von vier Mädchen in einer Klasse, als wir aufs Gymnasium kamen, war ich alleine es, die überhaupt Abitur machte. Die Destination von Frauen: Heim und Herd. Vereinbarkeit von Beruf und Famile bei der Frau ist immer noch Thema. Das sagt etwas über das Ländle hier aus!
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  •   silberahorn
    (9289 Beiträge)

    Passend zum Schwaben-Bashing
    habe ich einen lustigen Song gefunden:
    Wart amol gschwind

    Übersetzt heißt das: Bleib gefälligst stehen, aber beeil dich dabei!
    Die Bayern eben mit einem Ständle ans Ländle. Die kriegen es aus Ost und West ab. grinsen .
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  •   maehdrescher
    (563 Beiträge)

    Auf Dauer
    wird man sich entscheiden müssen: entweder ständige Kontrollteams, die vor allem abends und nachts in den Bahnen präsent sind - oder man überlässt die Bahnen in dieser Tageszeit eben dem Gesindel. Dann aber bitte nicht jammern, wenn die anständigen Bürger aufs Auto umsteigen.

    Ich war letzten Samstag mal wieder abends in der Bahn unterwegs, nur ein kurzes Stück vom Hbf. nach Hause. Obwohl erst kurz nach 21 Uhr waren da schon übelst grölende betrunkene Gestalten mit ihren Alk-Flaschen in der Bahn unterwegs. Das macht den normalen Fahrgästen weder Spaß, noch fühlt man sich da sicher. Es muss sich dringend was ändern!
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  •   lynx1984
    (2686 Beiträge)

    Kontrollteams in die Innenstadt!
    Gerade am Abend muss der Kontrolldruck hochgehalten werden.
    Hier ist die gefühlte Unsicherheit in den Bahnen deutlich höher als z.B. an einem Samstag Vormittag bei bestem Sonnenschein. Insbesondere für allein reisende Personen.

    Wenn sich mögliche Täter aber "ständig sicher sein können", dass ein Kontrollteam permanent in der Innenstadt ist, um Schwarzfahrern, Randalierern, Störenfrieden, usw. den Gar aus zu machen wird dies einen direkten Einfluss auf diese Taten in den Bahnen haben. So können die Bahnen wieder ein sicherer Ort werden.
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  •   Nachteule
    (363 Beiträge)

    Die Polizei würde gerne mehr Kontrollen machen
    aber sie hat nicht genügend Personal. Auch der kommunale Ordnungsdienst der Stadt ist chronisch unterbesetzt. Und so macht man gemeinsam aus dr Not eine Tugend und erzählt dann irgendwelche Dinge, die kein Mensch versteht. Beispiel: bei einer einzigen Kontrolle holt man 244 Straftäter aus den Straßenbahnen und dann sagen die Verkehrsbetriebe: Wir sehen keine Sicherheitsdefizite in den Bahnen. Da fragt sich der erstaunte Leser: wieso machen sie denn dann überhaupt Kontrollen? Merken die nicht, dass das hinten und vorne nicht passt, was sie uns da erzählen?
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  •   schmidmi
    (360 Beiträge)

    Mehr Personal
    ist durchaus erforderlich und auch wünschenswert.
    Ich bin aber mal auf die Kommentare hier gespannt, wenn uns dann die Rechnung in Form höherer Fahrpreise, Steuern und Gebühren präsentiert wird grinsen
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