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Karlsruhe Karlsruher Innenstadt-Ost: Bald Schluss mit Bordell, Drogen und Kriminalität?

Die ersten Gedanken vieler Karlsruher beim Stichwort "Innenstadt-Ost" kreisen um den "Kriminal-Hotspot Kronenplatz", den "Altstadtpuff" in der Brunnenstraße und das generelle "Schmuddel-Image" des Gebietes. Doch jetzt soll der östliche Teil der Karlsruher Innenstadt aufgewertet werden. In einem Workshop am Montagabend, berieten die Verantwortlichen gemeinsam mit den Bürgern über mögliche Sanierungspläne.

"Nur zusammen mit den privaten Eigentümern können wir etwas erreichen", machte Thomas Sippel vom beauftragten Planungsbüro schon im ersten Workshop im April deutlich. Nun, im dritten und letzten Workshop wollten die Verantwortlichen erneut mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Unter dem Thema "Soziale Quartierserweiterung" kamen rund 50 Interessierte ins jubez am Kronenplatz.

Das Projekt nimmt Form an, neben den Workshops laufen die vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet Innenstadt-Ost bereits seit Juni 2015. Auch eine städtebauliche Bestandsanalyse, eine Befragung der Wohnungseigentümer und Interviewrunden mit lokalen Akteuren und Experten vor Ort wurde, laut den Verantwortlichen, durchgeführt. Startschuss des Antrages ist, so Sippel, Anfang 2017.

"Soziale Aspekte"

Einen Handlungsschwerpunkt sehen die Verantwortlichen in den differenzierten Charakteren der Bewohnerschaft der Innenstadt-Ost. "Man kann die Bevölkerung in diesem Gebiet in drei Gruppen gliedern. Es gibt die "Ideelle Bewohnerschaft", diese Menschen wohnen aus Überzeugung hier. Die zweite Gruppe sind durchziehende Menschen, sie dienen der Sicherung und Weiterentwicklung des Stadtteils als junges innerstädtisches Quartier und fallen unter den Begriff der "temporären Bewohnerschaft". Die dritte Bevölkerungsgruppe im Gebiet der Innenstadt-Ost, ist die sozial benachteiligte Bevölkerung. Sie benötigt eine aufsuchende Aktivierung und Einbindung in die vorhandenen Institutionen", so Sippel.

Um diese unterschiedlichen Charaktere der Bewohnerschaft kommunikativ zu verbinden, sprachen die Teilnehmer der Workshops in einer Dialogphase über Lösungen zum Thema "Kommunikation im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Raum" sowie über "Orte, Treffpunkte, Angebote und Träger".

"Wie bringe ich die Leute zusammen?"

Vorschläge wie gemeinsame Gärten in den Blockinnenhöfen, Erweiterungen bestehender Einrichtungen und der Forderung "mehr Leben auf den Gassen zu schaffen", vermittelten den Verantwortlichen eine klare Sicht über die Interessen und Denkweisen der Anwohner der Innenstadt-Ost. "Die einzelnen Gebiete in der Innenstadt-Ost haben alle eigenen Qualitäten, die wir zum Vorteil nutzen können. Wir müssen nicht das Besondere hineintragen, das Besondere ist bereits vorhanden, wir müssen es nur herauskurbeln", ist sich Sippel sicher.

Innenstadt-Ost

Nachdem die Bürgern über die möglichen Maßnahmen diskutiert hatten, die eine Verbesserung der Situation und eine Konkretisierung der Sanierungsmaßnahmen zum Ziel haben, zogen die Verantwortlichen, bei Einbruch der Dämmerung, mit den Teilnehmern durch das Gebiet der Innenstadt-Ost, um den Handlungsschwerpunkt "Reduzierung der Stigmatisierung des Quartiers" zu betrachten. Während des Rundgangs konnten die Bürger auf dunkle Ecken, unsichere Plätze und andere Missstände aufmerksam machen.

Mehr zum Thema finden Sie hier:

Weg vom Schmuddel-Image: Karlsruhe stellt Pläne für Innenstadt Ost vor

Karlsruher Innenstadt-Ost: In 13 Schritten zu einem besseren Image
 
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Kommentare (39)
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  •   silberahorn
    (9297 Beiträge)

    Herr Sippel vom Planungsbüro
    kann einem richtig leid tun, mir jedenfalls bestimmt.

    "Nur zusammen mit den privaten Eigentümern können wir etwas erreichen"

    Weil ich lange leider in der Gegend wohnen musste (Uninähe war zuerst der Grund dort hinzuziehen) kenne ich das Problem. Das gab es bereits, als Harald Denecken (Sozialdezernent vor Lenz) noch Haupstschullehrer an einer der Schulen dort war.

    Lange her, da hat der Bürgerverein dort schon gejammert WER Häuser nach und nach aufkauft.
    "Private Eigentümer" hat kürzlich auch BM Lenz noch in einem Bundestagsausschuss vorgetragen und ich frage mich langsam nur noch, ob er blind ist oder ansonsten ein Grund besteht, dass er nicht lesen kann.

    Das ist aber vielleicht auch nur deren Politikstil. Zwar ncht gelogen, aber auch nicht alles gesagt, eher in der Hoffnung, dass Menschen sich dann etwas schön zusammenreimen. Als wenn private Eigentümer nicht auch in hochkriminelle Machenschaften verzweigt sein könnten.
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  •   silberahorn
    (9297 Beiträge)

    Nehmen wir doch einmal
    das Beispiel der vielkritisierten Belegung von Ladengeschäften, damit man nicht gleich auf "Bordell, Drogen und Kriminalität" kommen muss.
    Also ganz normal: wer vermietet und warum und an wen.

    Dazu war doch hier in Diskussionen auch mehr als einmal zu lesen, dass die Stadt gar keinen Einfluss hat, an wen private Besitzer eine Vermietung vornehmen. Private Besistzer können ganz gut sein, wenn sie wirklich ein Interesse an einer verträglichen Stadtentwicklung haben. Es können aber auch Leute sein, die dem eine sehr gute Entwicklung ihres Kontostandes vorziehen.
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  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Es gibt 2 Prolbeme in der Oststadt
    Das eine ist das Tunnelproblem mit Zäunen um die letzten Läden.
    Garantiert hilft auch keiner einem Opfer auf der anderen Seite hinter der Rampe oder geht mal schnell zum Laden dahinter. Da kann man ja gleich zum großen Markt fahren bis man da rum ist.

    Das andere Problem darf man hier sowieso nur ansprechen wenn man hier gesperrt werden möchte. Brauch ich auch nicht weiß eh schon jeder!
    Aber die Politik wundert sich über Seiteneffekte des Todschweigens von ernsten Prolbemen.

    Und das Ratloshaus mach mal wieder - darf man "dümmlich" sagen? - na jedenfalls jenseits der Eigenwerbung wirkungsfeie Verschlimmbesserungen.

    Außerdem:
    Mal abgesehen von agressivem Fahrstil des Parkpersonals beim Schichtwechsel hatte ich nie den Eindruck, dass die Brunnenstraße eine Gefahr für die Umgebung darstellt.
    Und wenn ich nicht rein gehe wird mich von denen auch kaum jemand belästigen.

    Weißwäsche oder Kunterbunt? Was ist der Stadt gerade recht für ihre **** Parolen???
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  •   patrickkk
    (1087 Beiträge)

    So ein Unsinn
    Die Oststadt entwickelt sich gerade richtig gut. Jede menge Rentner wurden über die letzten 15 Jahre mit Studenten und jungen Erwachsenen ersetzt (Es wurde nur leider etwas lauter Nachts).

    Es gibt mittlerweile alleine zwischen Durlacher Tor und KWP mindestens 4 Lokale die ordentlich frequentiert sind (Vor 10 Jahren höchstens 1). Der Vorplatz der Bernharduskirche, der früher wirklich mal ein Kriminalitätshotspot war, wird heutzutage von Müttern und ihren Kleinkindern dominiert.

    Selbst die Polizei wurde in meinen Augen moderater (Bin da ja ein häufiger Kritiker, aber die Entwicklung der letzten Jahre, abgesehen vom KOD, ist positiv).

    Natürlich gibt es immernoch Kriminalität, aber dass war 1995 aber wirklich nicht besser als Heute. Die BNN oder das Wochenblatt haben damals halt nur nicht berichtet wenn irgendwem der Geldbeutel abgezogen wurde. Da musste schon mehr passieren, um in den Medien erwähnt zu werden.

    Die Innenstadt-Ost hingegen, ja mei... schade drum.
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  •   AlfredENeumann
    (388 Beiträge)

    Zusammen
    Man kann nur Kontakt mit Menschen aufnehmen die das möchten.
    Manche wollen das andere nicht.
    Zum Thema Nachbarschaft eine Sache die ich gestern selbst erlebt habe. Ein Gruppe von acht Kindern stand beieinander und diskutierte wer sich bei wem entschuldigen müsse. Ein Mädchen sagte dann sie findet die üblen Schimpfwörter nicht gut, das ist ganz schlimm. Darauf sagte ein kleiner Junge im besten schlechten Deutsch das Götz Zitat. Das Mädchen hat seinen Ball genommen und ist weg gegangen.
    Zum Thema Kronenplatz, da lungert seit zwei Jahren ein übles Volk rum.
    Daher klare Ansage und Ruhe. Vorbild New York
    Broken Windows System.
    Tschau, die Red.
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  •   ALFPFIN
    (5612 Beiträge)

    Die „ideelle“ Bewohnerschaft ( ein bisschen abgehoben).
    Dort gibt es viele Wohnungen der Volkswohnung. Die Bewohner konnten dort einfach eine Wohnung von der Volkswohnung mieten.

    Die Gruppe der „durchziehenden“ Menschen, wenn ich einmal von Studenten absehe, die kurzzeitig hier wohnen, wen stellt man sich noch als durchziehende Bewohnerschaft vor. (Menschen ohne festen Wohnsitz?) oder die Besucher im „Stundentakt“.

    Und dann die sozial benachteiligten Menschen
    Sie benötigt eine aufsuchende Aktivierung und Einbindung in die vorhandenen Institutionen. Wir müssen nicht das Besondere hineintragen, das Besondere ist bereits vorhanden, wir müssen es nur herauskurbeln", (Sippel)

    So das war jetzt die Theorie. Werden die Workshop-Teilnehmer jetzt aktiv in der praktischen Arbeit bei den sozial benachteiligten Menschen durch Ingangsetzen der aufsuchende Aktivierung?,
    Oder durch Herauskurbeln des Besonderen, versuchen sie sozial benachteiligten Menschen zu helfen. Ach so halt, das ist nicht das Besondere.
    Passiert ist allerdings nie viel
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  •   ALFPFIN
    (5612 Beiträge)

    Und damit,
    wird das Problem des Drogenhandels, wie schon hier geschrieben wurde und anderer kriminellen Aktivitäten nicht eingedämmt.
    Gemeinsame Gärten in den Blockinnenhöfen, schöne Idee und draußen geht alles so weiter wie bisher. Mehr Leben auf den Gassen schaffen, doch eher weniger Leben oder (also das der durchziehenden Menschen?) grinsen

    Es wird nur kurzfristig eine Verbesserung geben, entweder verlagern sich die Probleme in andere Stadtteile oder die einmal "etablierten Ecken" werden nicht aufgegeben. Polizeipräsenz wäre wohl grundsätzlich erfolgreicher.
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  •   Malerdoerfler
    (3621 Beiträge)

    Die Drogenübergabe "Am Künstlerhaus"
    wird sich dann woandershin verlagern.
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    Käufliche Liebe und Drogen...
    ...hier kann maximal eine Verlagerung stattfinden, da ja offensichtlich eine Nachfrage vorhanden ist.
    Die sonstige Kriminalität in Form von Gewalt und Raub müssen durch Polizeipräsenz bekämpft werden! Dies würde dann auch automatisch den Drogenhandel verlagern.
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  •   toptool
    (3 Beiträge)

    Der Bürger will f*****
    Können diese Deppen sich vielleicht mal um richtige Probleme kümmern? Die Brunnenstraße ist hier in der Umgebung das einzige Laufhaus und genau wie die anderen Puffs durchaus ein Attraktivitätsfaktor für Karlsruhe.

    Nur weil manche Leute das Geschäft dort "schmuddelig" finden, ist das doch kein Grund das allen anderen Bürgern zu verwehren. Ich kenne viele Leute die dort bzw in die anderen Etablishments regelmäßig hingehen.
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