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Karlsruhe Heute vor 25 Jahren: Jungfernfahrt der Bahn nach Bretten feiert Jubiläum

Am 25. September 1992 fuhr die weltweit erste Zweisystem-Stadtbahn von Karlsruhe nach Bretten - damit war das sogenannte "Karlsruher Modell" geboren. Heute - genau 25 Jahre später - hat die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) einen guten Grund zu feiern.

Die Idee für das "Karlsruher Modell" wurde bereits in den 1980er Jahren geboren: Fahrgäste sollten zwischen der Fächerstadt und dem Umland ohne Umstiege von A nach B kommen, so die Idee von Dieter Ludwig, dem damaligen Chef der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG).

Nachdem die Verantwortlichen einige Hürden überwunden haben, startete die AVG 1983 erste Forschungsvorhaben zur Verknüpfung von Straßen- und Eisenbahn. Zwischen 1986 und 1988 erfolgten gleich mehrere Testfahrten zwischen Karlsruhe und Wörth zur Praxiserprobung. Der Dauerbetrieb erfolgte schließlich am 25. September 1992. Das "Karlsruher Modell" - das auf der Zweisystemtechnik (TramTrain) basiert, mit der umgerüstete Stadtbahnen erstmals sowohl das innerstädtische Straßenbahnnetz als auch regionale Eisenbahnstrecken befahren konnten - wurde geboren.

Erfolgreiches Vorbild

Und das auch erfolgreich: Die Fahrgastzahlen sind laut AVG seit der Einführung um 70 Prozent, von 100 Millionen auf inzwischen 170 Millionen gestiegen. Außerdem dient das Modell als Vorbild: So orientierten sich Städte wie Chemnitz, Bremen, Saarbrücken oder auch Braunschweig am Karlsruher Konzept.

Unter anderem Alexander Pischon (Geschäftsführer der AVG), Ascan Egerer (technischer Geschäftsführer AVG), Christoph Schnaudigel (Landrat Landkreis Karlsruhe), Martin Wolff (Oberbürgermeister der Stadt Bretten) und Wolfram Jäger (Erster Bürgermeister Stadt Karlsruhe) feiern das Jubiläum im Rahmen einer Sonderfahrt nach Bretten. Dort findet dann ein Festakt statt.

Aktualisierung, 16.18 Uhr:

Mit einer Sonderfahrt von Karlsruhe nach Bretten und einem Festakt am Brettener Rathaus hat die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) am heutigen Sonntag, 24. September, das 25-jährige Bestehen des „Karlsruher Modells“ gefeiert. Gäste aus der Politik und zahlreiche Wegbereiter des „Karlsruher Modells“ blickten zusammen mit der AVG-Geschäftsführung auf die bisherige Erfolgsgeschichte dieses Nahverkehrskonzepts zurück.

"Heutzutage ist es für Millionen Fahrgäste eine Selbstverständlichkeit, in einem Zweisystemfahrzeug der AVG in unserem weitverzweigten Streckennetz komfortabel und umsteigefrei unterwegs zu sein. Doch was 2017 für unsere Fahrgäste gewohnte und geschätzte Realität ist, war Anfang der 90er-Jahre noch eine kühne Vision", sagte Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der AVG.

Er wies des Weiteren darauf hin, dass die Entwicklung der Pionierstrecke zu einem weit in die Region reichenden "Erfolgsmodell" aufs Engste mit dem Wirken von Dr. Dieter Ludwig verbunden gewesen sei. Der ehemalige Geschäftsführer der AVG, der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) gilt als der Erfinder des "Karlsruher Modells".

Auch Dr. Alexander Pischon, Vorsitzender der AVG-Geschäftsführung, würdigte Dr. Ludwigs Leistung und ergänzte, dass der Erfolg der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte zudem eng mit dem außergewöhnlichen Engagement der AVG- und VBK-Mitarbeiter verbunden gewesen sei. "Da zahlreiche AVG-Stadtbahnlinien auf ihrem Weg zu weiter entfernten Zielen in der Region die Karlsruher Innenstadt durchqueren, kommt der engen Zusammenarbeit zwischen der AVG und den VBK für einen reibungslosen Betriebsablauf von jeher große Bedeutung zu", sagte Pischon, der die Gelegenheit der Sonderfahrt auch nutzte, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. "Mit Blick auf die Zukunftssicherung des Modells wurde am 24. Juli mit der Unterzeichnung des Eckpunktepapiers ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung getan" sagte Dr. Pischon.

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