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Karlsruhe Hallensituation in Karlsruhe: Stadt will Bau in Neureut unterstützen

Soll die Stadt die TG Neureut beim Bau einer Sporthalle finanziell unterstützen? Diese Frage wird am Dienstag im Karlsruher Gemeinderat gestellt. Es könnte der Teil der Lösung sein, um die prekäre Hallensituation in Karlsruhe zu entschärfen.

Anfang 2015 waren Rauchschwaden im Karlsruher Norden zu sehen. Sie gingen von der Vereinsturnhalle der TG Neureut aus, in der am Mittag des 21. Januars in Flammen stand. Verletzt wurde niemand, doch die Sportstätte brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Die Halle, die 1912 gebaut, im zweiten Weltkrieg zerbombt und in den Jahren 1948 und 1949 wiederaufgebaut wurde, konnte danach nicht wieder genutzt werden. Gruppen der Turngemeinde mussten umgesiedelt werden und auch die Neureuter Nordschule musste ihren Sportunterricht von einem Tag auf den anderen neu organisieren.

Dachstuhlbrand Neureut
Rauchschwaden zeugen vom Dachstuhlbrand am TG Neureut. | Bild: ka-Reporter

Seither fehlt in Neureut nicht nur eine Vereins- sondern auch eine Schulsporthalle. Derzeit findet der Sportunterricht an der Südschule, im Schwimmbad, im Gemeindehaus und beim CVJM Neureut statt. Teilweise müssen die Schüler einen Bus nutzen, was mit einem erheblichen zusätzlichen Aufwand verbunden ist. Außerdem gehen die Wegezeiten zulasten der Sport-Unterrichtsstunden.

Kein Wiederaufbau, dafür komplett neue Halle

Ein Wiederaufbau der einsturzgefährdeten alten Halle hat sich schnell als nicht realisierbar erwiesen, jetzt entscheidet der Karlsruher Gemeinderat über die finanzielle Unterstützung des Neubaus einer größeren Halle an gleicher Stelle in der Neureuter Friedhofstraße/Kirchhofstraße.

Entstehen soll dort nach den Vorstellungen der TG im Erdgeschoss eine Turnhalle, ein Geräteraum und ein Seminarraum, im ersten Obergeschoss ein Jugendraum, die Geschäftsstelle, sowie Umkleide- und Sanitärräume, im zweiten Obergeschoss sind ein Spiegelsaal, ein Fitnessraum, Umkleide- und Sanitärräume geplant.

Stadt will Hallenbau bezuschussen

Problem dabei ist die Finanzierung, die bisher noch eine Deckungslücke von 1.495.203 Euro aufweist. Der Gemeinderat soll deshalb einem Sonderzuschuss in eben dieser Höhe für den Verein zustimmen. Die Gesamtkosten betragen 3.758.000 Euro und werden folgendermaßen finanziert: Die TG Neureut steuert einen Eigenanteil von 1.235.500 Euro – in Form von Eigenleistungen, den Versicherungsleistungen, Darlehen und bereits gesammelter Spenden – bei, zudem wird ein Zuschuss des Badischen Sportbundes in Höhe von 304.950 Euro erwartet, dazu käme der städtische Regelzuschuss durch die Sportförderung, der 722.347 Euro beträgt.

Die Stadtverwaltung bittet den Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag nun um seine Zustimmung für einen Sonderzuschuss für die TG Neureut, da ein eigener Neubau der Stadt teurer und erst im nächsten Doppelhaushalt also nach 2020 realisierbar wäre. Die TG könnte sofort bauen und eine Fertigstellung wäre dann schon Ende 2018/Anfang 2019 möglich.

Lösung für Neureut - aber keine Lösung für das Karlsruher Hallenproblem

Die Halle wird für den Schulsport in Neureut dringend benötigt und auch die Karlsruher Sportvereine klagen allgemein schon lange über einen dauerhaften Mangel an Sporthallen. Zuletzt hat der PSK sogar eine Online-Petition (externer Link) gestartet, um die Stadt zur Unterstützung bei der Suche nach einer Ballsporthalle für seine Basketballmannschaft zu bewegen.

Zumindest für Neureut könnte der dreigeschossige Neubau der TG nun relativ zügig Abhilfe schaffen. Die TG Neureut würde der Stadt Karlsruhe im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung die Turnhalle in den kommenden 20 Jahren kostenlos zur Verfügung stellen. Die Stadt müsste dann lediglich die Nebenkosten für die vom Schulsport genutzten Bereiche tragen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Insofern erscheine es gerechtfertigt, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme, "der TG Neureut neben der regulären Sportförderung einen Sonderzuschuss in Höhe der Deckungslücke zu gewähren. Da es sich bei dieser Maßnahme um eine Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse handelt, kann der Gemeinderat beschließen, auf die direkte Gegenfinanzierung zu verzichten." Die entsprechenden Mittel werden von der Stadtkämmerei als überplanmäßige Mittel mit entsprechender Deckung im Haushalt des Tiefbauamtes bereitgestellt.

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Kommentare (9)
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  •   andip
    (8204 Beiträge)

    21.04.2017 14:38 Uhr
    Tja
    Immerhin finanziert der Verein seine Halle kräftig mit mehr als 1/3 der Gesamtkosten.
    Sollte sich der KSC mal ein Beispiel daran nehmen.
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  •   Petzi
    (246 Beiträge)

    21.04.2017 13:25 Uhr
    Mal ganz dumm gefragt:
    Wozu braucht man in einer Sporthalle einen Spiegelsaal??????? Kann mir das jemand beantworten? Ich hab einfach keine Vorstellung, wozu der gebraucht wird............
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  •   lynx1984
    (2711 Beiträge)

    21.04.2017 13:33 Uhr
    ganz einfach
    Alles was irgendwie mit Tanz und Bewegung zu tun hat was irgendwie für dritte schön oder gleichförmig auszusehen hat braucht einen Spiegel, also z.B. Ballett, Gardetanz, usw.
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  •   Petzi
    (246 Beiträge)

    21.04.2017 13:51 Uhr
    Danke!
    Sie haben mir wirklich auf die Sprünge geholfen.
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  •   auchmalsenfdazu
    (3046 Beiträge)

    21.04.2017 08:49 Uhr
    für alles
    ist Kohle vorhanden, nur für die wichtigen Anliegen der Bürger nicht.
    Was gibt es für die Gesellschaft Besseres als Kinder und Jugend Möglichkeiten zu bieten in einem Sportverein aktiv zu sein und die benötigten Räumlichkeiten dafür zur Verfügung zu stellen ?

    Einfach die 1,5 Mio. am neuen Wildpark sparen (das sage ich als KSC-Fan) und in den wesentlich sinnvolleren Hallenbau stecken.

    Wenn man bei den aktuellen und künftigen Großbaustellen in Karlsruhe (U-Strab, Wildpark, Staatstheater) nur 5% einsparen würde , wäre wohl genug Geld da, 10 neue Sporthallen in KA zu bauen.
    Aber Sporthallen für die Jugend sind eben leider keine Prestigeobjekte, mit denen die Herren Politiker sich ein Denkmal setzen können............
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  •   lynx1984
    (2711 Beiträge)

    21.04.2017 10:11 Uhr
    kein Hallenkonzept
    das Entscheidende ist: Karlsruhe hat kein Hallenkonzept.
    Für die Schwimmbäder hat man eines und der Erfolg lässt sich sehen. Da hat jede Bad seine Aufgabe (Spaßbad&Sauna: Europabad; Sportbad&Liegewiese: Fächerbad; Wellness&Spa: Tullabad; dazu die Stadtteilschwimmbäder usw.), so dass die (finanz.) Mittel richtig gesteuert werden. Bei den Hallen ist es irgendwie planlos. Man hat Messehallen die nicht für Ballsport taugen, Verluste machen obwohl diese angeblich fast komplett ausgelastet sind. Man hat Basketball 2. Ligisten die bedauerlicherweise keine Halle in Karlsruhe haben. Man hat einige Sporthallen die zu klein, zu schlecht ausgelastet oder sonst wie fehlerhaft sind, allen voran die Europahalle.
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    21.04.2017 12:02 Uhr
    ?
    Wo in dem Text ist jetzt davon die Rede, dass die Stadt nicht unterstützt?
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  •   lynx1984
    (2711 Beiträge)

    21.04.2017 13:30 Uhr
    darauf wollte ich nicht hinaus...
    sondern lediglich klar machen dass die Stadt kein Konzept hat um die Gelder für (Sport-)Hallen strategisch zu steuern. Bei den Bädern hat die Stadt ein solches Konzept erfolgreich entwickelt und kann nun anhand dieses Konzepts Entscheidungen in einem Gesamtkontext treffen und nicht von Halle zu Halle.

    Hier in dem Fall sind Gelder geflossen und vorbildlich Synergien zwischen einer privaten (Verein) und städtischen Finanzierung und Nutzung erzielt worden.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    21.04.2017 13:20 Uhr
    Das hat lynx
    ja nicht gesagt, lediglich, dass es an einem konsequenten Konzept mangelt.
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