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Karlsruhe Freie Wähler in Karlsruhe: "Nehmen Sicherheitskonzept selbst in die Hand"

Die Freien Wähler wollen in Eigenregie einen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit in Karlsruhe leisten. Aktuelles Projekt der Wählergemeinschaft ist ein kostenloser "De-Eskalations-Workshop". Trainiert wird mit Karate-Weltmeister Ralph Kessel. Wie das Angebot angenommen? ka-news hat sich Kurs und Teilnehmer vor Ort angeschaut.

Rund 20 Teilnehmern zwischen zehn und 65 Jahren sind zum Workshop erschienen, der an insgesamt drei Tagen im Juli stattgefunden hat. Das Ziel: Die Kontrolle von Ängsten in Konfliktsituationen, die Schulung des Verstandes sowie mehrere Bewegungs-Techniken zur Selbstverteidigung. Gelehrt wird die "Budoness"-Methode, ein Konzept von Übungsleiter Ralph Kessel.

Trainiert wird mit "Budoness"-Methode

Die "Budoness"-Methode stellt ein systematisches Mental-, Körper-, und Bewegungstraining und eine Therapie-, Heil-, und Kampfkunstmethode dar. Kessel erklärt: "Man muss in einer Konfliktsituation nicht körperlich überlegen sein, sondern mental. Durch die Schulung des verlorenen Instinktes kann man oft mögliche Konfliktsituationen vermeiden und so De-Eskalation erreichen. Das können schon banale Dinge wie ein Wechseln der Straßenseite oder das Abnehmen von Kopfhörern sein.

Der Workshop soll den Teilnehmern zu mehr Selbstbewusstsein in Extremsituationen verhelfen und das Selbstvertrauen in einfachen Methoden der Selbstverteidigung schulen. Kessel ist Karate-Weltmeister und deutscher Meister in vier Kampfsportarten, Sport-Physiotherapeut und Mental-Trainer. "Alle Techniken, die ich hier vermittle dienen der Selbstverteidigung. Wenn ein Konflikt mit einen Aggressor kommt, dann muss man als Gewinner aus dem Konflikt gehen, denn in dieser Situation geht es um Leben und Tod", sagt Kessel.

De-Eskalationskurs Freie Wähler
In Teams konnten die Teilnehmer Selbstverteidigung lernen. | Bild: Melanie Hofheinz

Die Teilnehmer üben die Bewegungsabläufe der Selbstverteidigungs-Techniken im Team. Das Angebot kommt gut an: "Ich habe, wie viele Menschen, Hemmungen jemanden zu schlagen oder zu treten und wusste vor diesem Kurs nicht, wie ich richtig agieren kann, wenn ich in eine brenzlige Situation komme", sagt eine Teilnehmerin im Gespräch mit ka-news, "ich fühle mich nun sicherer und stärker."

Veranstalter des kostenloses Kurses sind die Freien Wähler Karlsruhe: Der Kurs ist Teil des Sicherheitskonzeptes der Wählergemeinschaft – sie wollen die öffentliche Sicherheitslage in Karlsruhe mit eigenen Maßnahmen verbessern. "Die Sicherheitslage für uns hat sich in den letzten Jahren wesentlich verschlechtert. Wir lesen es und hören es täglich in den Medien. Laut Polizeistatistik ist eine kontinuierliche Steigerung der Kriminalität auf Mannheimer Niveau erfolgt", sagt Lars Dragmanli, erster Vorsitzender der Wählergemeinschaft, "2015 haben sich zum Beispiel die schweren Ladendiebstähle von 87 auf 170 verdoppelt. Die Übergriffe im Bahnhof erhöhten sich 2015 auf 2.780 Fälle, 2014 waren es noch 1.450 Fälle."

Nächstes Projekt: Nacht-Taxis für Frauen

Im März hatten Freie Wähler und Stefan Schmitt (parteilos) einen Ergänzungsantrag auf die Erstellung quartiersbezogener Sicherheitskonzepte gestellt: Die CDU forderte für jeden Stadtteil ein Sicherheitskonzept, in Hinblick auf Kosten und Personal lieferten die Freien Wähler und Schmitt den Vorschlag, lediglich für Innenstadt-Ost und Innenstadt-West entsprechende Maßnahmen mit den Bürgern zu erarbeiten. Der Änderungsantrag wurde im Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Man einigte sich auf den Vorschlag, innerhalb der Fraktionen zwei Pilot-Stadtteile für quartiersbezogene Sicherheitskonzepte zu bestimmen.

"Nachdem die zuständige Verwaltung eine bessere Absicherung der Sicherheit in unserer Stadt ablehnt, nehmen wir das Sicherheitskonzept selbst in die Hand. Der Kurs ist der erste eigenfinanzierte Beitrag zur öffentlichen Sicherheit in Karlsruhe. Weitere, wie ein Nachttaxi für Frauen, werden folgen", kündigt Dragmanli im Gespräch mit ka-news an. Auch weitere De-Eskalations-Workshops sollen angeboten werden. "Der Selbstverteidigungskurs geht nach den Ferien weiter", so Dragmanli.

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  •   Schafrichter
    (398 Beiträge)

    19.07.2017 09:07
    Mut Missstände nicht nur zu benennen, sondern...
    ...auch zu handeln wenn es notwendig ist!
    Dies erwarte ich eigentlich von meinen gewählten Volksvertretern.
    Das dies meistens nur ein Wunschdenken ist, zeigt ja die Realität.
    Daher bin ich um so mehr positiv überrascht, als die Freien Wähler
    nun einen Deeskalationskurs angeboten haben. Und dafür auch
    noch einen ausgesprochenen Profi gewinnen konnten.
    Von allen die ich kenne und daran teilgenommen haben, hörte
    ich nur Lob für das Angebot!
    Daher gute Sache und weiter so - Freie Wähler!
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  •   Malerdoerfler
    (3599 Beiträge)

    16.07.2017 21:13
    Sicherheit
    Das Stichwort zieht immer noch.
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  •   zahlenbeutler
    (978 Beiträge)

    15.07.2017 23:50
    Profi nee
    aber in der Jugend Spandauer BC
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  •   Aussie
    (509 Beiträge)

    15.07.2017 21:16
    Der Wunsch nach Deeskalation ist ein absolutes Hirngespinst!
    Deeskalieren kann man nur, wenn vorher etwas eskaliert ist.

    Habe ich vorher mit dem Überfaller diskutiert, ob es sinnvoll ist, mich jetzt zu überfallen? Kaum!
    Es muss im Falle eines Falles eine harte Reaktion geben. Zum "Deeskalieren" ist da keine Zeit!
    Sowas lernt man aber nicht bei einem Karate-Meister, sondern das ist Charaktersache. Wer das nicht drauf hat, sollte sich tunlichst anderes überlegen!
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  •   maehdrescher
    (539 Beiträge)

    16.07.2017 11:21
    Oftmals
    suchen sich die Täter doch solche Opfer aus, bei denen klar ist, dass gar keine Gegenwehr oder Flucht möglich ist. Ältere Menschen, körperlich deutlich Unterlegene oder auch Alkoholisierte.

    Nur sehr selten geraten Sie mal an einen Gegner, der ihnen das Geschäft versaut, weil er erfahren ist in Selbstverteidigung oder vielleicht auch einfach nur schnell wegrennen kann.
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  •   Aussie
    (509 Beiträge)

    15.07.2017 21:28
    ... und @Joerg_Rupp:
    Ja, ich habe eine Waffe am Gürtel, neben den anderen Utensilien, aber ich habe sie Gott sei Dank noch nie gebrauchen müssen.
    Im schlimmsten Fall hat das Hand drauf legen schon die gewünschte Wirkung!
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  •   maehdrescher
    (539 Beiträge)

    16.07.2017 11:23
    Waffe am Gürtel
    Ihre Geschichten gefallen mir. Ich glaube, Sie sind so was wie ein moderner Karl May. Der war ja auch nie im wilden Westen, hat aber ganze Romane darüber geschriben.
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  •   Malerdoerfler
    (3599 Beiträge)

    15.07.2017 17:30
    Deeskalation
    Ist doch mal gar nicht so schlecht.
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  •   yokohama
    (3108 Beiträge)

    15.07.2017 14:59
    Was für ein billiger Populismus
    Die Freien Wähler in Karlsruhe haben sich zur rechten Randgruppierung entwickelt und brauchen Aufmerksamkeit, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Dumm nur, dass es schon die Afd gibt, die kann das besser..
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  •   maehdrescher
    (539 Beiträge)

    15.07.2017 15:31
    Zwei Zauberworte
    Populismus und rechts. Passen in jeden Kommentar.

    Sie liefern null Inhalt. Mir ist jede Partei willkommen die etwas für die Sicherheit tut. Und die Leugner werden hoffentlich vom Wähler deftig abgestraft!
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