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29.02.2016 07:00
 
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Europabad Karlsruhe: 16-jähriger Afghane nach Sex-Überfall vor Gericht [0]

Symbolbild (Bild: dpa)
Bild:(dpa)

Karlsruhe (Marie Wehrhahn) - Diese Nachricht sorgte Ende November für Entsetzen: Drei Mädchen im Alter von 12, 14 und 15 Jahren wurden beim Planschen im Karlsruher Europabad von einem 16-jährigen Jungen sexuell belästigt. Bei dem jugendlichen Täter handelte es sich um einen Asylbewerber aus Afghanistan, wie die Polizei später ermittelte. In wenigen Tagen muss sich der Minderjährige vor Gericht verantworten. Was sagt Europabad-Chef Oliver Sternagel zu dem Vorfall?
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Ein normaler Sonntagnachmittag im Europabad Karlsruhe: Die Stimmung ist ausgelassen, draußen tobt der Herbst. Am 22. November planschen dutzende Kinder in den Becken und Rutschen des Karlsruher Erlebnisbads, als Eltern die Badeleitung alarmieren.

16-Jähriger muss sich wegen Vergewaltigung verantworten

Der Vorfall: Ein älterer Junge hatte drei Mädchen in der Wildwasserrutsche unsittlich berührt. Alle waren unter 15. Die Badeleitung verständigte die Polizei, ein 16-jähriger, aus Afghanistan stammender, Junge wurde festgenommen. Seit dem 27. November sitzt er in Untersuchungshaft. Am Donnerstag, 3. März, muss sich der mutmaßliche Sexualstraftäter nun vor dem Amtsgericht Karlsruhe verantworten. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, versuchte Nötigung und Körperverletzung.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Bundesweit wurden in den vergangenen Monaten Schwimmbäder vereinzelt Tatorte von Belästigungen und sexuellen Übergriffen. Im Fokus stehen in den meisten Fällen Ausländer bzw. Asylbewerber. Oft ist die Rede von Sitten- und Kulturunterschieden. Einige Bäder griffen sogar bereits zu umstrittenen Maßnahmen wie Extra-Hausregeln für ausländische Badegäste oder zu Hinweisschildern. So beispielsweise eine Badeanstalt in Bornheim bei Bonn, die Flüchtlingen vor einiger Zeit den Zutritt untersagte. Die dortige Stadtverwaltung will jetzt dagegen vorgehen.

Europabad: Mitarbeiterschulungen und Comic-Flyer

Wie hat die Badeleitung des Europabades auf den jüngsten Vorfall reagiert? "Dieser Fall im November war glücklicherweise bislang der einzige seiner Art in unserem Bad", schildert Bäder-Geschäftsleitungsführer Oliver Sternagel im Gespräch mit ka-news. Zwar käme es selten mal zu Spintaufbrüchen oder Vorfällen mit Spannern, aber eine Häufung von kriminellen Handlungen sei in den vergangenen Monaten nicht zu verzeichnen. Komme es doch zu einem Verstoß oder gar einer Straftat, "erteilen wir Hausverbot und informieren gegebenenfalls sofort die Polizei", so Sternagel.

Auch Probleme mit Ausländergruppen seien selten. "Das liegt auch an unserer Organisation vor Ort", erklärt Sternagel, "seit einigen Monaten liegen an den Kassen mehrsprachige Flyer aus, auf denen unsere Hausregeln erklärt werden - der einfachen Verständlichkeit halber auch im Rahmen von Comics." Diese werden in der Regel an fremdsprachige Besuchergruppen bzw. Flüchtlinge verteilt, auch in anderen Bädern in Karlsruhe. "Das funktioniert sehr gut. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es nach einer kurzen Erklärung unsererseits keine Probleme gibt", so der Bäder-Chef.

Kameras überwachen Bade-Geschehen

Zudem werden die Mitarbeiter regelmäßig im Umgang mit Flüchtlingsgruppen und kulturellen Besonderheiten geschult. Auch setze das Europabad zu den Stoßzeiten, also am Abend und an Wochenenden, arabisch- und französischsprachiges Personal ein, das als Ansprechpartner verfügbar sein soll.

"Außerdem haben wir mit unserem Sicherheitssystem im Bad gute Erfahrungen gemacht", so Sternagel. An vereinzelten Stellen in der Badehalle sind Überwachungskameras installiert, vor allem um das richtige Verhalten an den Rutschen zu beobachten, wie der Europabad-Chef weiter ausführt. "Natürlich sind Privaträume wie die Umkleiden davon ausgenommen."

Sollte im Zweifel, so wie an besagtem Sonntag im November, doch etwas passieren, haben Badegäste jeder Zeit die Möglichkeit, sich an das Badepersonal zu wenden. Letztlich werde der Schichtleiter hinzugezogen, der über die weiteren Schritte entscheidet. Welches Urteil die Karlsruher Richter am Donnerstag im Falle des 16-jährigen Täters fällen werden, bleibt abzuwarten. Die Verhandlung ist nicht öffentlich.

Der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation ist ein stark polarisierendes Thema. Als lokales Medium sehen wir es als unsere Aufgabe an, objektiv über die Auswirkungen für Gesellschaft und Politik in Karlsruhe zu berichten. Meinungsfreiheit ist für uns ein hohes Gut, kontroverse Debatten ein Ausdruck lebendiger Meinungsvielfalt und ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Leider mussten wir in jüngster Vergangenheit feststellen, dass Emotionen eine sachliche Argumentation zunehmend unmöglich machten. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, den Kommentarbereich unter diesem Artikel geschlossen zu halten.

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