Karlsruhe Carsharing in Karlsruhe: Macht das Auto-Teilen dem ÖPNV Konkurrenz?

Karlsruhe ist Carsharing-Hauptstadt. Das "Stadtmobil-Carsharing" ist ein Erfolgsmodell geworden - in keiner anderen deutschen Stadt gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Fahrzeuge wie in der Fächerstadt. Wie entwickelt sich das Modell, das es seit 20 Jahren in Karlsruhe gibt? Und: Ist Carsharing mittlerweile eine echte Konkurrenz zu S-Bahn, Bus und Co?

Das Prinzip des Stadtmobil-Carsharings ist einfach: Nach einer einmaligen Anmeldung erhält der Fahrer eine Zugangskarte. Damit ist grundsätzlich jedes Fahrzeug der Flotte nutzbar - eine vorherige Anmeldung via Internet oder Telefon ist nötig. Nach der Fahrt wird das Auto zu einem der extra gekennzeichneten Parkplätze zurückgebracht.

"Ergänzung zum ÖPNV"

Das Modell scheint anzukommen. Rund 650 Fahrzeuge gibt es derzeit in der Stadtmobil-Flotte - seit Jahren werden es mehr: "Stadtmobil Carsharing gibt es seit 1995. In diesen 20 Jahren wuchs der Fuhrpark kontinuierlich", erklärt Anja Orth, Leiterin der Marketingabteilung bei Stadtmobil Karlsruhe, gegenüber ka-news.

Auch die Zahl der Stadtmobil-Nutzer steigt. Aktuell gibt es in Karlsruhe rund 8.800, im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr sind das fast 1.000 Nutzer mehr: "Den größten Anteil machen dabei Privatnutzer aus. Es gibt aber auch zahlreiche Firmen, Vereine und Organisationen, die Stadtmobil nutzen", schildert Orth.

Carsharing ist beliebt - doch wo steht es im Verhältnis zum Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und zum eigenen Auto? "Wir betrachten Carsharing als Ergänzung zum ÖPNV", sagt Orth. Das aus ihrer Sicht gut ausgebaute Netz von Bahnen und Bussen und Radwegen, haben geholfen, Carsharing schnell und erfolgreich in der Fächerstadt zu etablieren.

"Die täglichen Wege werden in der Regel mit dem Fahrrad und der Straßenbahn zurückgelegt", führt die Leiterin der Marketingabteilung aus. Für Strecken, die mit Bus und Bahn kaum zu meistern sind, greifen die Nutzer auf ein Auto der Stadtmobil-Flotte zurück. Daneben werden die Autos gebucht, um sperrige Gegenstände zu transportieren - etwa bei Umzügen.

Wer nicht täglich fährt, kann sparen

Vom wendigen Flitzer für die Stadt, über Cabriolets und Kombis, bis hin zu Transportern und Kleinbussen - ein breit aufgestellter Fuhrpark soll zu jedem Anlass das passende Fahrzeug bieten. Für Orth gibt es einen weiteren Erfolgsfaktor: Das Netz der Haltepunkte, an denen die Fahrzeuge abgeholt und nach der Fahrt abgestellt werden können, ist laut der Expertin in Karlsruhe relativ dicht.

Auch finanziell kann sich das Autoteilen lohnen. Vor allem für die, die nicht täglich auf ein Auto angewiesen sind: "Bei einer Fahrleistung von weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr spart es gegenüber einem eigenen Auto deutlich Geld", sagt Orth.

Gute Nachrichten für die Verantwortlichen kommen dieser Tage auch aus Berlin: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will das "Modell Carsharing" nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit einigen Sonderrechten weiter fördern: "Wir befürworten schon seit Jahren einen derartigen Vorstoß und stehen der Entwicklung positiv gegenüber", freut sich Orth.

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