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Karlsruhe Baulärm in Karlsruhe: Müssen Schienen nachts geschliffen werden?

Viele Karlsruher leben mit Baustellen vor der Haustür. Eine von ihnen sorgt nun für Empörung bei einer Anwohnerin: Bauarbeiten an den Schienen störten ihre Nachtruhe. Eine Ausnahme? Oder werden die Karlsruher öfter durch Baulärm aus dem Schlaf gerissen?

Wer an einer Straßenbahntrasse wohnt, ist an den Lärm gewöhnt, den eine Straßenbahn im Betrieb erzeugt. Das ist es nicht, was bei einer ka-Reporterin für Ärger sorgt, als sie sich in einer Nachricht an die Redaktion über die Karlsruher Verkehrsbetriebe (VBK) beklagt.

"Muss das sein, dass die Bahnschienen nachts geschliffen werden?", fragt sie. Eine Möglichkeit, die sie vorschlägt: Einzelne Bahnen könnten aus dem Plan genommen werden. "Klar, im Winter hört man es nicht so sehr, da die Fenster zu sind." Doch gerade in den Nachtstunden seien die Arbeiten ein Problem - vor allem, wenn man Kinder habe. "Gibt es da keine andere Möglichkeit?"

Gleise müssen regelmäßig geschliffen werden 

Die Antwort der Bauherren auf die Frage ist eindeutig: nein. Die Arbeiten seien nötig, da die Gleise ansonsten zu schnell verschleißen würden, erklären die VBK auf ihrer Homepage. Durch das ständige Abbremsen und Anfahren würden sich kleine Risse, Verriffelungen  oder Unebenheiten bilden. Der Sicherheitsaspekt würde für die Arbeiten sprechen, denn auf einer geschliffenen Schiene könnten die tonnenschweren Bahnen besser bremsen.

Durch regelmäßige Schleif- und Schweißarbeiten versuchen die VBK, die Schäden an der Schienenoberfläche zu reduzieren oder sogar zu beseitigen. Dadurch werde einem stärkeren Materialverschleiß vorgebeugt und die Lebensdauer der Schienen erhöht. Ohne Instandhaltung müssten Schienen nach viel zu kurzer Zeit teuer und aufwendig ausgetauscht werden, erklären die VBK. Die Folgen: höhere Kosten, weitere Baustellen, Verkehrsbehinderungen und zusätzlicher Lärm.

Tagsüber müssten zu viele Bahnen ausfallen

Für die betroffenen Anwohner heißt das: Sie müssen sich während der Arbeiten auf Lärm einstellen. Beim Schleifprozess werde zuerst eine dünne Schicht der Schiene abgetragen, erklären die VBK das Vorgehen. Anschließend werde neues Material aufgetragen und glatt geschliffen. Gerade diese Schleifarbeiten zum Schluss des Prozesses seien sehr lärmintensiv. 

Das Problem: Da die Arbeiten direkt im Gleisbett stattfänden, dürften zu diesem Zeitpunkt keine oder nur selten Bahnen über die betroffen Schienen fahren, heißt es vom Verkehrsunternehmen weiter. Das ist vor allem in den Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden der Fall. 

Auch die Instandhaltungstrupps seien lieber am Tag unterwegs, weil sie dann mehr Licht für ihre Arbeit hätten. "Allerdings müssten in diesem Fall viele Bahnlinien ausfallen, wodurch für die Bahngäste eine erhebliche Beeinträchtigung entstünde", so die VBK. Deshalb führe man diese Arbeiten vor allem nachts durch.

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