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Karlsruhe Bandenkriminalität auch in Karlsruhe: Prozess vor dem Landgericht beginnt

Wegen Bandenkriminalität müssen sich zur Zeit vor dem Karlsruher Landgericht sieben Verdächtige verantworten. Sie sollen zwischen 2015 und 2016 mindestens zwölf Geschäfte im süddeutschen Raum ausgeraubt haben.

Seit Dienstag, 19. September, müssen sich vor dem Landgericht Karlsruhe sechs Männer und eine Frau, zwischen 22 und 46 Jahren, wegen schweren Bandendiebstahls verantworten. Die aus Rumänien stammenden Angeklagten sollen zwischen Oktober 2015 und November 2016 im süddeutschen Raum mehrfach Modegeschäfte und Parfümerien ausgeraubt haben. Hierbei wurden neben Kleidung und Schuhen auch Kosmetikartikel sowie Laptops oder Bargeld entwendet.

Insgesamt werden ihnen zwölf Einbrüche zur Last gelegt. Dabei sei ein Gesamtschaden von fast zwei Millionen Euro entstanden. Die Überfälle liefen immer nach demselben Schema ab: Die Geschäfte wurden ausgekundschaftet, was mit Videoaufnahmen belegt werden kann. In den Nacht- oder frühen Morgenstunden schlug die Bande dann zu.

Vorwurf der Bandenkriminalität

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen "gemeinschaftlichen schweren Bandenüberfall" vor. Die Angeklagten hätten sich nachweislich zu einer Bande zusammengeschlossen und "gewerbsmäßig gehandelt", so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift. In wechselnden Besetzungen sollen sie sich unter anderem in Geschäften in Baden-Baden, Stuttgart, Kaiserslautern, Würzburg, Donauwörth sowie Karlsruhe gewaltvoll Zugang verschafft und dabei hochwertige Waren entwendet haben.

Die gestohlene Ware wurde nach Angabe der Staatsanwaltschaft "noch vor Ort in blaue Kunststoffsäcke gepackt und mit einem Kleintransporter abtransportiert". In der Anklageschrift wird den Beteiligten vorgeworfen, die Waren entweder selbst einbehalten oder nach Rumänien überführt zu haben. Des Weiteren steht bei einzelnen Angeklagten auch der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum. Sie sollen gefälschte Ausweisdokumente mit sich geführt haben.

Nach langer Suche überführt

Die Polizei kam der potenziellen Bande bei einem Einbruch in eine Karlsruher Boutique, Ende Oktober 2016, auf die Spur. Dabei wurde der Kleintransporter entdeckt. Der Halter konnte daraufhin identifiziert und observiert werden, sodass sechs der Angeklagten bei einem Einbruch am 4. November 2016 in einer Parfümerie in Donauwörth gefasst werden konnten. Seitdem sitzen die Verdächtigen in Untersuchungshaft.

Bei den Überfällen kam es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zu teils hohen Verlusten für die Geschäfteinhaber. In der Parfümerie Donauwörth, die insgesamt dreimal ausgeraubt wurde, wurden beim ersten Überfall Waren im Wert von über 143.000 Euro gestohlen. In der Karlsruher Boutique wurden Schuhe und Kleidung im Wert von 60.000 Euro entwendet. Der Sachschaden beläuft sich in den meisten Geschäften auf jeweils mehrere tausend Euro, vereinzelt geht es auch um Summen von über 50.000 Euro.

"Das leuchtet mir nicht ein"

Am ersten Verhandlungstag räumte ein Teil der Angeklagten die ihnen vorgeworfenen Taten ein. Über Mittäter wollten sie zunächst jedoch keine Angaben machen. Die weibliche Angeklagte streitet die Taten bislang ab. Sie soll laut Staatsanwaltschaft beim Überfall auf eine Karlsruher Boutique beteiligt gewesen sein. Sie selbst widerspricht dem und wolle auch nichts von dem gestohlenen Bargeld und den entwendeten Waren gewusst haben.

Trotz Hinweisen des Richters, dass sie sich in Widersprüche verstricke, blieb sie vorerst bei ihrer Aussage: "Das ist die Wahrheit", so die Frau. Sie sei nur aus Liebe nach Deutschland gekommen, um bei ihrem Freund, ebenfalls angeklagt, zu sein, den sie zuvor übers Internet kennenlernte. "Das leuchtet mir nicht ganz ein", so der Vorsitzende Richter zur Aussage der Frau.

Insgesamt klagt die Staatsanwaltschaft zwölf Einbrüche an; allein die Verlesung der Anklageschrift dauerte fast 45 Minuten. Für den Prozess sind acht Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 9. November gesprochen werden.

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Kommentare (2)
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (636 Beiträge)

    20.09.2017 11:48 Uhr
    Wenn die ihre Strafe
    abgesessen haben, dann beantragen sie hier Hartz 4. Wir werden die nicht mehr los.
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  •   karl143
    (304 Beiträge)

    19.09.2017 18:57 Uhr
    Fachkräfte aus
    Rumänien. Und dieses Land möchte die Bundeskanzlerin auch in den Schengen Raum integrieren. Es soll den osteuropäischen Banden noch leichter gemacht werden.
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